Holzrahmenbau beim Fertighaus

Holzrahmenbau und Holztafelbauweise

Von Clara Flemming Am 4. Oktober 2023

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Bauweisen, die Holz als Hauptbaustoff verwenden, haben eine jahrtausendealte Geschichte. Noch immer sind die historischen Fachwerkhäuser unserer Altstädte lebendige Zeugnisse eben jener Tradition. Im Laufe der Zeit wurde Holz jedoch weitgehend von anderen Baumaterialien wie Ziegeln, Steinen und Beton abgelöst, außer wenn es um den Bau von Dachstühlen ging. In Regionen mit ausgedehnten, dichten Wäldern wie Nordamerika und Skandinavien blieben Holzhäuser jedoch immer beliebt.

Und auch bei uns zeichnet sich seit mittlerweile einigen Jahren ein bemerkenswerter Trend zum Holzbau ab, insbesondere in Form des Holzrahmenbaus und der Holztafelbauweise. Diese beiden Bauarten gelten nach wie vor als die typischsten Ansätze für den Bau von Fertighäusern, insbesondere wenn Sie sich für ein Ausbauhaus entscheiden. Im folgenden Artikel erfahren Sie mehr über die beiden Konstruktionsmethoden und ihre Vorteile.

Holzrahmenbau: Definition

Als architektonischer Nachfahre des Fachwerkbaus wurde der Holzrahmenbau im frühen 19. Jahrhundert in den USA entwickelt. Die innovative Holzrahmenbauweise zeichnet sich durch die Verwendung von Wänden aus, die aus vertikalen Pfosten und horizontalen Balken mit einem umlaufenden Holzrahmen bestehen.

Dieser Wandaufbau beim Holzrahmenbau, in der Regel aus robustem Massivholz, wird auf beiden Seiten mit Holzplanken oder Gipsfaser-, Gips- oder Holzplatten verkleidet, wobei der Zwischenraum die Haupt-Dämmung enthält. Die so komplett vorbereiteten Innen- und Außenwände werden dann beim Holzrahmenbau-Haus direkt auf der Baustelle zusammengefügt.

Der Holzrahmenbau erfreut sich vor allem bei Bungalows oder Wohnhäusern mit bis zu zwei Etagen großer Beliebtheit, ist jedoch auch für mehrgeschossige Gebäude durchaus geeignet. Ein beeindruckendes Beispiel dafür ist das Hoho, das größte Holzhochhaus Europas, das in Wien mit stolzen 24 Etagen und einer imposanten Höhe von 84 Metern errichtet wurde.

Fertighaus-Preise & Kosten

Holztafelbau: Sonderform der Holzrahmenbauweise

Der Holztafelbau stellt eine spezielle Spielart des Holzrahmenbaus dar und findet insbesondere bei Fertighäusern Anwendung. Im Aufbau folgt die Holztafelbauweise denselben grundlegenden Prinzipien wie der herkömmliche Holzrahmenbau. Der entscheidende Unterschied liegt jedoch darin, dass vorgefertigte Wandelemente, sogenannte Holztafeln, verwendet werden, bei denen der Holzrahmenbau bereits im Voraus in der Fertigungshalle vorgenommen wurde.

Diese Holztafeln bestehen gemäß dem Wandaufbau beim Holzrahmenbau aus einem Rahmen, Planken oder Platten einschließlich einer Dämmung. Beim eigentlichen Bau vor Ort müssen diese Holztafeln lediglich Stück für Stück zusammengesetzt werden. Dieser Ansatz ermöglicht eine äußerst effiziente und zügige Errichtung von Gebäuden, insbesondere wenn es um mehrgeschossige Fertighäuser geht.

Was kostet ein Holzrahmenbau?

Beim Holztafel- oder Holzrahmenbau sind Kosten für den Rohbau eines Fertighauses von rund 1.250 Euro pro Quadratmeter üblich, was verglichen mit einem Haus in Holzständer- oder Skelettbauweise etwas günstiger ist.

Insgesamt gleichen sich die Preise für vergleichbare Objekte jedweder Bauweise allerdings letzten Endes an, sodass Sie für ein schlüsselfertiges Holzrahmenbau-Haus im mittelpreisigen Bereich von durchschnittlichen Quadratmeter-Kosten von 2.000 bis 2.500 Euro ab Oberkante Bodenplatte ausgehen können.

Holztafelbauweise & Holzrahmenbau: Vorteile

Häuser, die in der Holzrahmen- oder Holztafelbauweise konstruiert sind, zeichnen sich durch ihre herausragende Trockenheit und Dichtigkeit aus, und sie bieten eine erstklassige Wärmedämmung. Darüber hinaus erfüllen neu errichtete Gebäude in diesen Konstruktionsarten in der Regel die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) weit überdurchschnittlich und werden oft als Niedrigenergiehaus umgesetzt.

Dank des nachhaltigen Rohstoffs Holz ist eine umweltfreundliche Bauweise gewährleistet, die nicht nur ökologisch verantwortungsbewusst ist, sondern auch ein zuträgliches Raumklima im gesamten Haus schafft.

Pro

  • Umweltfreundliche Verwendung nachwachsender Rohstoffe

  • Erstklassige Wärmedämmung & hohe Energiestandards

  • Mehr Wohnfläche dank schmalem Wandaufbau

  • Kurze Bauphase

Contra

  • Etwas kürzere Lebensdauer als Rohbau aus Stein

  • Zusätzlicher Schallschutz nötig

Wandaufbau beim Holzrahmenbau

Sowohl bei der Holztafelbauweise als auch dem Holzrahmenbau ist die Dämmung zwischen den Holzbalken eingefügt. Der Wandaufbau beim Holzrahmenbau in Bezug auf eine Außenwand erfolgt dementsprechend beispielhaft aus folgenden Schichten:

  • Außenfassade mit Putz
  • 12 cm Vollwärmeschutz, Wärmeleitfähigkeitsgruppe 035
  • 1,25 cm Gipsfaserplatte
  • 16 cm massive Holzbalkenkonstruktion
  • 16 cm Mineralwolle, Wärmeleitfähigkeitsgruppe 035
  • 0,02 cm Dampfsperre
  • 1,25 cm Gipsfaserplatte

Die Außenwandkomponenten können für bis zu drei Etagen im Voraus gefertigt werden, was eine äußerst effiziente Arbeitsweise ermöglicht und den Einsatz von Massivholz auf ein Minimum reduziert. Bei diesem Ansatz die Deckenbalken werden in die verkleideten Außenwände integriert, was dazu beiträgt, Wärmebrücken zu verhindern. Beim Holzrahmenbau lassen sich dann verschiedenste Fassadenarten kombinieren, darunter die Boden-Deckel-Schalung mit Holzlatten, Klinker- oder Putzfassade, je nach den individuellen Präferenzen und Anforderungen.

Die Struktur einer Innenwand folgt einem ähnlichen Aufbau: Zwischen den massiven Holzbalken wird ein Schall- und Wärmeschutz aus Mineralfasern (5 cm) eingebracht, und die Wände werden beidseitig mit Gipsfaserplatten (1,25 cm) beplankt.

Flexibilität & Anpassbarkeit

Die Holzrahmenbauweise erweist sich als äußerst anpassungsfähige Konstruktionsweise, die sich mühelos an verschiedenen Bedingungen, Wohnkonzepten und individuellen Vorstellungen ausrichten lässt. Vorgefertigte Modelle können flexibel mit unterschiedlichen Grundrissen kombiniert werden, sodass eine breite Palette von Möglichkeiten zur Verfügung steht. Ob Sie an einem Einfamilienhaus, Reihenhäusern oder Mehrfamilienhäusern interessiert sind, der Holzrahmenbau bietet Ihnen vielfältige Optionen, die auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Für Fertighäuser in Holzrahmen- beziehungsweise Holztafelbauweise stehen zehntausende Ausführungen zur Auswahl, was bedeutet, dass selbst unkonventionelle Wünsche problemlos realisiert werden können.

Was ist günstiger, Holzrahmenbau oder Massivbau?

Egal ob beim Massiv- oder Holzrahmenbau, die Kosten hängen stark von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Größe und die speziellen Merkmale des jeweiligen Objekts wie Dach, Ausstattung und Ausbaustufe. Die Bauweise dagegen spielt keine Rolle beim Preis, ein herkömmlicher Holzrahmenbau ist trotz des Einsparpotenzials durch die Vorfertigung nicht zwangsläufig kostengünstiger als ein Massivbau. Der hauptsächliche Unterschied beruht darin, dass der weniger breite Wandquerschnitt eines Fertighauses zusätzlichen Wohnraum von bis zu zehn Prozent schafft.

Was kostet ein Massivhaus?

Eine weitere vorteilhafte Eigenschaft der Holzrahmen- und Holztafelbauweise besteht darin, dass sie mehr Freiheiten bei den Eigenleistungen bieten. Handwerklich versierte Baufamilien mit ausreichend Zeit für entsprechende Eigenarbeiten am Bau können dementsprechend die Baukosten um 5 bis 10 Prozent reduzieren.

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