Beim Bau eines Kellers, der Gestaltung Ihres Gartens oder dem Anlegen einer Zufahrt, Zisterne oder eines Pools stehen Sie unweigerlich vor der Herausforderung, Erdaushub zu entsorgen. Denn diese Arbeiten führen oft zu einer großen Menge an überschüssiger Erde, die nicht immer vollständig auf Ihrem Grundstück wiederverwendet werden kann. Deshalb empfehlen wir Ihnen, sich frühzeitig mit den Optionen zur Entsorgung des überschüssigen Erdmaterials auseinanderzusetzen.

In den meisten Regionen gibt es spezialisierte Deponien, die Erdaushub aus solchen Bauprojekten akzeptieren. Welche Kosten für die Entsorgung von Erde aufkommen und wie Sie den Abtransport von Erdaushub am besten bewerkstelligen, erfahren Sie im Folgenden.

Erdaushub: Einführung

Sobald auf einer Baustelle ein Bagger zum Einsatz kommt, entsteht schnell ein beachtliches Volumen an Erdaushub. Hierbei variiert die Beschaffenheit der Erde je nach der geografischen Lage des Bauprojekts, insbesondere wenn es um den Bau eines Kellers oder andere erdbewegende Maßnahmen im Hausbau geht. Die spezifische Zusammensetzung des Bodens ist ausschlaggebend für seine Farbe und Textur. So unterscheiden wir zwischen tonigen, lehmigen oder sandigen Bodenarten, die jeweils unterschiedliche Eigenschaften hinsichtlich ihrer Dichte aufweisen.

Besonders wünschenswert ist ein mittelschwerer Lehmboden, der Sand- und Tonanteile in sich vereint. Denn dieser Bodentyp ist gerade bei Gartenliebhabern beliebt, da er hervorragende Eigenschaften in Bezug auf Nährstoffbindung und Wasserretention aufweist. Diese Merkmale machen ihn zu einem wertvollen Bestandteil für die Gestaltung von Gartenanlagen und Außenbereichen.

Entsorgung von Erde: Vorher Bodengutachten durchführen lassen

Wenn ein Baugrundstück vor dem Beginn der Bauarbeiten von dichtem Buschwerk, jungen oder sogar hohen Bäumen überwachsen ist, enthält der daraus resultierende Erdaushub häufig ein Netzwerk aus Wurzeln und Zweigen. Zudem kann es vorkommen, dass beim Ausgraben der Baugrube auch Steine oder Felsbrocken freigelegt werden. Große Steinblöcke, zum Beispiel aus Granit, bieten sich später für die Gestaltung von Natursteinmauern an.

Überraschungen sind bei Erdaushubarbeiten nicht selten. In einigen Fällen zeigt sich, dass Grundstücke in der Vergangenheit von Anwohnern als inoffizielle Mülldeponien genutzt wurden. Genauso können auch Überreste früherer Gebäudestrukturen zu Tage gefördert werden, die einst auf dem Baugrundstück standen.

Erdaushub entsorgen: Notwendige Vorarbeiten

Um den Erdaushub korrekt zu entsorgen, müssen Sie verschiedene Materialien wie Wurzeln, Zweige, umfangreiches organisches Material, Gestein, Kunststoffe, Teile von Mauern, Holz, Glas oder möglicherweise auch chemische Substanzen aussortieren. Glücklicherweise ist die Erd-Entsorgung meist ohne zeitintensives Trennen der Bestandteile möglich. In solchen Fällen wird die unvermischte Erde auf einen großen Haufen aufgeschichtet und anschließend mit LKWs zur Entsorgung transportiert. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Erdaushub in Containern zu sammeln, die später abtransportiert, entleert und gegebenenfalls wieder zur Baustelle zurückgebracht werden.

Erde entsorgen im Unterschied zu Bauschutt

Bei der Entsorgung des Erdaushubs müssen Sie genau darauf achten, dass keine Wurzeln, Pflanzenüberreste oder Steine im Material enthalten sind. Erdaushub, der Grasboden enthält, kann entsorgt werden, vorausgesetzt, er ist zuvor vollständig von seiner Grasdecke getrennt worden. Falls der Verdacht besteht, dass der Aushub mit Chemikalien belastet oder auf andere Weise verschmutzt sein könnte, empfiehlt es sich, einen Sachverständigen hinzuzuziehen.

Erd-Entsorgung mit Schutt

Böden, die mit Kunststoffen, Grünschnitt, Asphalt, Glasscherben, Holzresten, Putz, Metall, Schotter oder Ziegeln vermischt sind, werden grundsätzlich nicht als Erdaushub akzeptiert. Auf älteren Grundstücken findet man beim Ausheben der Baugrube oft umfangreiche Lagen von Ziegelsteinen oder Glas und Kies, was dann nicht als Erdaushub, sondern zu höheren Kosten als Bauschutt entsorgt werden muss.

Entsorgung von Mutterboden

Die oberste Erdschicht eines Baugrundstücks, auch als Mutterboden bekannt, darf nicht zu einer Entsorgungsanlage oder Deponie gebracht werden. Dieser Mutterboden, reich an wertvollem Humus, ist besonders fruchtbar und eignet sich im Gegensatz zu tieferen Bodenschichten hervorragend für Bepflanzungen. Gemäß § 202 des Baugesetzbuches (BauGB) muss der Mutterboden in einem nutzbaren Zustand erhalten und vor Zerstörung oder Verschwendung geschützt werden.

Diese Vorschrift wird in der Praxis streng beachtet. Wenn ein Baggerführer mit dem Ausheben einer Baugrube beginnt, entfernt er zuerst den fruchtbaren Mutterboden vom genutzten Teil des Grundstücks und lagert ihn separat. Erst danach werden die tieferen Erdschichten der Baugrube entnommen. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird der nährstoffreiche Mutterboden auf dem zuvor eben gemachten Baugrundstück wieder verteilt, um die Basis für die zukünftige Gartenanlage zu bilden. Eine Entsorgung des Mutterbodens wäre somit nicht nur unökologisch, sondern auch unpraktisch.

Ansprechpartner für die Entsorgung von Erde

Eine effektive Methode für den Transport des Erdaushubs ist es, das verantwortliche Bauunternehmen mit der Entsorgung der Erde zu betrauen. Häufig wird der überschüssige Erdaushub direkt von der Baustelle auf einen LKW verladen, der dann zwischen der Baustelle und der Entsorgungsanlage hin- und herfährt. Eine Alternative dazu ist die Inanspruchnahme eines Containerdienstes, der die Bereitstellung, das Befüllen und das Entleeren von Erdcontainern übernimmt.

Die Aushebung von Baugruben erfolgt in der Regel größer dimensioniert als die eigentliche Grundfläche des geplanten Gebäudes. Dieser zusätzliche Raum ist notwendig, um Bauarbeitern und Handwerkern genügend Platz für ihre Tätigkeiten und Bewegungsfreiheit zu bieten. Ein Teil der ausgehobenen Erde wird aufbewahrt, um nach Fertigstellung des Kellers die Grube wieder zu verfüllen und am Ende der Bauarbeiten das Gelände eines am Hang errichteten Eigenheims auf das Niveau des Kellergeschosses oder bei einem ebenerdigen Haus auf das Level des Erdgeschosses anzupassen.

Wo kann ich in der Nähe Erde entsorgen?

Sie haben die Möglichkeit, abgetragenen Erdaushub bei einer lokalen Deponie Ihrer Wahl zu entsorgen. Für kleinere Erdaushubmengen bietet es sich an, einen Container zu mieten und diesen selbst zu befüllen. Eine weitere Option ist die Nutzung eines eigenen Anhängers für den Transport zum Wertstoffhof. Die meisten Wertstoffhöfe akzeptieren kleinere Mengen an Erdaushub und berechnen die Kosten nach dem Volumen in Kubikmetern.

Eine attraktive Alternative zur Entsorgung ist die Wiederverwendung des Aushubs. Wenn Sie beispielsweise eine Terrasse bauen oder ein abfallendes Grundstück auffüllen möchten, bietet der bereits vorhandene Erdaushub eine kostengünstige Lösung. Auf diese Weise sparen Sie Entsorgungskosten und haben gleichzeitig das benötigte Material für Ihr nächstes Bauprojekt zur Hand.

Hinweis zur Entsorgung von Mutterboden

Mutterboden, ein wertvolles Gut für Gartenliebhaber, lässt sich ohne viel Aufwand weitergeben, indem Sie eine Anzeige für Gärtner schalten. In dieser Anzeige können Sie anbieten, dass der Mutterboden direkt von Ihrem Grundstück abgeholt werden kann.

Was kostet der m3 Erdaushub?

Die Kosten für Erdaushubarbeiten sind ein wesentlicher Aspekt bei den gesamten Hausbaukosten, den man nicht außer Acht lassen sollte. Insbesondere Erdaushub, der mit Bauschutt vermischt oder kontaminiert ist, kann finanziell erheblich ins Gewicht fallen. Abhängig von der Bodenqualität liegen die Kosten im Bereich von 12 bis 100 Euro pro Kubikmeter. Eine Kostenersparnis beim Entsorgen von Mutterboden ist möglich, indem Sie in Ihrer Nachbarschaft nachfragen, ob jemand Interesse an dem von Ihnen abgetragenen Humusboden hat.

Bei einem Hausbau mit Keller umfasst eine durchschnittlich große Baugrube etwa 250 Kubikmeter. Die Gesamtkosten für den Aushub, die Zwischenlagerung, den Container und den Abtransport können bis zu 11.000 Euro betragen. Bei Häusern, die auf einer Bodenplatte errichtet werden, ist der Erdaushub zwar weniger umfangreich, doch sollte er ebenso in die Kalkulation der Baunebenkosten einbezogen werden.

Böden, die steinig oder felsig sind, bedeuten einen höheren Aufwand bei den Erdaushubarbeiten und somit höhere Kosten für die durchgeführten Bau- und Entsorgungsleistungen. Rund ein Drittel bis die Hälfte der Gesamtkosten entfallen allein auf die Deponierung des ausgehobenen Bodens. Für die Errichtung eines Schwimmteiches mit einer Fläche von 30 Quadratmetern sollten Sie mit Erdaushubkosten von etwa 840 Euro kalkulieren.

Wieviel Erdaushub fällt bei meinem Bauprojekt an?

Die Kosten für die Entsorgung von Erdaushub werden durch das Volumen und das Gewicht des Aushubs beeinflusst. Um eine Vorstellung von den anfallenden Mengen zu bekommen, raten wir Ihnen, im Voraus das Volumen des zu entsorgenden Erdaushubs zu berechnen. Berücksichtigen Sie dazu die Abmessungen der Baugrube und die erforderliche Rangierfläche. Bei einer Baugrube von 15 x 25 Metern mit einer Tiefe von 5 Metern sollten Sie rundum 2 Meter hinzurechnen. Das bedeutet, dass Sie das Volumen in Kubikmetern ermitteln, indem Sie 19 x 29 x 5 rechnen, was zu einem Ergebnis von 2.755 m³ führt.

Das Gewicht des Erdaushubs variiert je nach seiner Dichte, dem Feuchtigkeitsgehalt und der Bodenart. Im Durchschnitt können Sie von einem Gewicht zwischen 900 und 1.000 Kilogramm pro Kubikmeter ausgehen. Im oben genannten Beispiel würden Sie daher mit der Entsorgung von etwa 2.755 Tonnen Erdaushub rechnen.

Erdaushub entsorgen: Häufige Fragen

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