Immobilien

Das Eigenheim als Altersvorsorge: Sinnvoll oder nicht?

von Marc Hammermeister

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Das Eigenheim als Altersvorsorge: Sinnvoll oder nicht?

von Marc Hammermeister

Dass die gesetzliche Rente allein nicht mehr ausreicht, um unsere Altersvorsorge vollumfänglich zu gewährleisten, ist heute keine Neuigkeit mehr. Die Frage nach der richtigen Auffüllung der Rentenlücke stellt sich heute jedoch mehr denn je. Erst kürzlich forderten Verbraucherschützer, die staatlich geförderte Riester-Rente abzuschaffen. Dies zeigt, dass eine endgültige Lösung für die zusätzliche Altersvorsorge nach wie vor nicht geschaffen wurde. Im Zuge dessen tauchen zudem auch Immobilien immer wieder als Möglichkeit auf, für das Alter vorzusorgen – doch was steckt eigentlich dahinter und was ist dabei zu beachten?

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Abbildung 1: die Immobilie als Altersvorsorge – ist das sinnvoll? Bildquelle: @ Tierra Mallorca / Unsplash.com

Welche Vorteile bringt das Eigenheim im Alter?

Wer in seinem Berufsleben eine Baufinanzierung in Anspruch genommen und somit über viele Jahre sein Haus abbezahlt hat, verfügt im Alter über einen nicht unerheblichem Vermögensgegenstand. Dieser bringt verschiedene Vorteile mit sich:

  1. Mietfrei wohnen im Alter

Ein Blick auf die Kostenrechnung vieler Haushalte zeigt, dass die Miete einen sehr großen Ausgabenposten ausmacht. Hier gelten allgemein 30% des Einkommens als vertretbar, wohingegen heute sehr viele Haushalte sogar 40% bezahlen. Wer eine eigene Immobilie aufweist, braucht sich um diesen Kostenpunkt keine Sorgen zu machen, da er größtenteils entfällt. Somit kann das Wohnen im Eigenheim die eigene finanzielle Situation im Alter also deutlich verbessern.

Achtung: Mietfrei zu wohnen, bedeutet allerdings nicht, dass gar keine Kosten anfallen. Auch im Eigenheim müssen Nebenkosten bezahlt werden und darüber hinaus sollte jeden Monat ein kleiner Betrag in eine Instandhaltungsrücklage fließen, um etwaige Reparaturen stemmen zu können.

  • Ein wichtiger Vermögensgegenstand

Eine Immobilie bietet jedoch nicht nur die Möglichkeit, im Alter mietfrei wohnen zu können. Darüber hinaus steht mit einer abbezahlten Immobilie auch ein beachtlicher Vermögensgegenstand zur Verfügung. Auf diese Weise lassen sich einige Optionen nutzen:

  • Immobilie verkaufen: Ist die Immobilie über den Zeitverlauf im Wert gestiegen, kann es sich lohnen, diese zu verkaufen und eventuell in eine kleinere Eigentumswohnung zu ziehen. So steht neben dem kostenfreien Wohnen auch noch weiteres Kapital zur Verfügung, mit dem sich die Rente jeden Monat aufbessern lässt.
  • Immobilie verrenten: Eine weitere Option stellt die Möglichkeit dar, die Immobilie zu verkaufen und dabei ein lebenslanges Wohnrecht zu behalten. Zusätzlich wird jeden Monat ein bestimmter Betrag ausgezahlt, der die eventuell zu knappe gesetzliche Rente aufbessert.
  • Immobilie vermieten: Eine dritte Option besteht darin, die eigene Immobilie zu vermieten und selbst eine günstigere Variante zum Wohnen in Anspruch zu nehmen. Dies lohnt sich eventuell dann, wenn sich das Eigenheim in mehrere Wohneinheiten aufteilen lässt und somit die Mieteinnahmen deutlich höher ausfallen als die Miete für eine Wohnung.

Diese Möglichkeiten zeigen sehr deutlich, wie wertvoll eine Immobilie im Alter sein kann. Damit wird die Baufinanzierung also quasi zu einer Art Zwangssparen fürs Alter, da es einen besseren Anreiz bietet als eigenständige Einzahlungen von Sparraten.

Es kann auch anders kommen

Bei allen möglichen Vorteilen sollte nicht vergessen werden, dass eine Immobilie im Alter auch zum Problem werden kann. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der Wert der Immobilie über den Zeitverlauf enorm sinkt – zum Beispiel im Zuge von einer allgemeinen Abwertung der Lage.

Auch eine deutliche Verschlechterung des Zustandes kann dazu führen, dass am Ende Geld verloren geht. Aus diesem Grund ist es schon vorher unablässig, notwendige Reparaturen zeitnah durchführen zu lassen, um später nicht in eine schwierige finanzielle Lage zu geraten.

Wie lässt sich ein Eigenheim finanzieren?

Die Finanzierung von Immobilien hat sich in den letzten Jahren deutlich vereinfacht. Dies liegt vor allem an der Tatsache, dass die Zinsen für herkömmliche Baukredite deutlich gesunken sind. Doch die Entwicklung auf dem Immobilienmarkt hat auch zu deutlich steigenden Preisen geführt, so dass heute viel höhere Kreditsummen aufgenommen werden müssen.

Zusätzlich zu einem herkömmlichen Baukredit lassen sich allerdings weitere Möglichkeiten nutzen, die Finanzierung für das Eigenheim günstiger zu gestalten:

  1. Immobilie als Altersvorsorge: Wohn-Riester als Sparmöglichkeit

Die Riester-Rente gehört zu den Konstrukten, die schon unzählige Male reformiert wurden. So auch im Jahr 2008, als mit dem Eigenheimrentengesetz die Möglichkeit entstand, die eigene Riester-Rente zur Finanzierung eines Eigenheims heranzuziehen. Dabei haben Sparer die Wahl, ob Sie parallel zur Baufinanzierung einen Bausparvertrag abschließen und die Zulagen in der Sparphase in den Bausparvertrag investieren. Bei der Auszahlung kann die Summe genutzt werden, um die Baufinanzierung teilweise zu tilgen.

Alternativ besteht auch die Möglichkeit, aus einem bereits bestehenden Riester-Vertrag Guthaben zu entnehmen, um damit einen Teil der Baufinanzierung zu tilgen oder diesen zum Bau- oder Kaufprojekt beizusteuern, was automatisch die Kreditsumme senkt. Entweder wird das gesamte Kapital entnommen oder nur ein Teil (mindestens 3.000 Euro). Bei dieser Teilentnahme müssen aber mindestens 3.000 Euro im Riester-Vertrag verbleiben.

Damit diese Förderung nutzbar bleibt, muss die Immobilie nach Auszahlung mindestens 20 Jahre lang selbst genutzt werden. Bei einer vorherigen Vermietung sind die Förderungen nachträglich zurückzuzahlen.

  • Förderdarlehen nutzen

Ob nun Hauskauf oder der Bau einer Immobilie – staatliche Förderungen existieren heute in vielfältiger Form und bieten die Möglichkeit, eine Baufinanzierung deutlich günstiger zu gestalten. Hierbei stechen vor allem die Förderprogramme der KfW hervor, die für folgende Zwecke verwendet werden können:

  • Energetische Sanierung (Wärmedämmung, Einbau moderner Türen und Fenster)
  • Erneuerbare Energien (Nutzung einer Solaranlage)
  • Bau von Häusern mit Energiestandard
  • Bau und Kauf von Wohneigentum
  • Abbau von Barrieren
  • Verbesserungen beim Einbruchschutz

Besonders attraktiv sind bei den Kreditprogrammen der KfW die Tilgungszuschüsse bei Erreichen bestimmter Energiestandards, so dass nur noch ein Teil der Kreditsumme zurückgezahlt werden muss.

Zusätzlich wird mit der Bundesförderung für effiziente Geräte auch eine umfangreiche Heizungsförderung zur Verfügung gestellt. Heizungsarten auf Basis erneuerbarer Energien wie Solarthermie, Wärmepumpen oder Biomasseheizungen erhalten hierbei einen satten Zuschuss zu den Kosten.

Tipp: Auch regionale Förderbanken im jeweiligen Bundesland stellen eine attraktive Förderung zur Verfügung. Es lohnt sich auf jeden Fall, hier genauer hinzuschauen und die Möglichkeiten auszuloten.

Haus Als Altersvorsorge
Abbildung 2: Wer alle wichtigen Aspekte beachtet, kann es sich mit einer Immobilie im Alter einfacher machen. Bildquelle: @ HausPhotoMedia / Unsplash.com

Immobilien stellen eine attraktive Form der Altersvorsorge dar

Abschließend lässt sich sagen, dass Immobilien durchaus eine attraktive Form der Altersvorsorge darstellen. Immobilienkäufer sollten sich jedoch klar machen, dass es durchaus auch Risiken gibt. Wer dies vorher im Blick behält und die Immobilie zudem günstig finanziert, hat es im Alter durchaus leichter.  

Quellen:

SWR.de

Finanzen.de

Handelsblatt.de

BAFA.de

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