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Passiv-, Niedrigenergie- und Plusenergiehaus: Wo liegen die Unterschiede der umweltbewussten Bauweisen?

von Marc Hammermeister

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Passiv-, Niedrigenergie- und Plusenergiehaus: Wo liegen die Unterschiede der umweltbewussten Bauweisen?

von Marc Hammermeister

Nachhaltiges Bauen liegt im Trend und ist angesichts des Klimawandels unverzichtbar. Mit Passiv-, Niedrigenergie- und Plusenergiehäusern gibt es verschiedene Möglichkeiten, um umweltbewusst zu bauen. Dieser Artikel stellt die unterschiedlichen Eigenschaften dieser Bauweisen vor und erläutert, welchen Beitrag sie zum Umweltschutz leisten können. Immerhin ist es möglich, sowohl nachhaltig zu bauen als auch bereits bestehende Häuser so zu renovieren, dass sie eine größere Energieeffizienz aufweisen.

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Plusenergiehäuser sind ökologisch und werfen zusätzlich Geld ab.

Nachhaltigkeit ist ökonomisch und ökologisch sinnvoll

Nachhaltigkeit in der Baubranche spielt eine immer größere Rolle. Ökologische Bauweisen bringen nämlich viele Vorteile mit sich. Auf der einen Seite sind sie ressourcensparend, was der Umwelt zugute kommt. Es wird beispielsweise bei modernen Gebäuden auf eine hochwertige und verlässliche Dämmung gesetzt, damit die verwendete Energie optimal ausgenutzt wird und nicht so schnell verloren geht.

Auf der anderen Seite bedeutet nachhaltiges Bauen finanzielle Vorteil für die Bauherren. Diese müssen deutlich weniger Energie aufwenden, um zum Beispiel den Wohnbereich zu wärmen. Außerdem ist es mit Sonnenkollektoren und Wärmepumpen möglich, eigene Energie zu gewinnen und von den Versorgern unabhängig zu werden. In alle Bauprojekte sollte daher ein gewisses Nachhaltigkeitskonzept einfließen, um bestmöglich von der jeweiligen umweltfreundlichen Bauweise zu profitieren.

Plusenergiehaus kurz erklärt

Ein Plusenergiehaus ist im Grunde der Traum eines jeden Bauherren. Hierbei handelt es sich um Häuser, die ihren eigenen Energiebedarf decken und sogar darüber hinausgehen. Plusenergiehäuser sind meist mit Sonnenkollektoren ausgestattet, die eine Menge Energie produzieren. Diese kann für unterschiedliche Aufgaben wie das Heizen, die Beleuchtung oder das Aufladen technischer Geräte genutzt werden.

Über das Jahr gesehen passiert es so, dass mehr Energie zur Verfügung steht, als die Bewohner benötigen. Der so gewonnene Strom kann dann beispielsweise an das öffentliche Stromnetz abgegeben werden, wodurch sogar etwas Geld eingenommen werden kann. Allerdings ist zu beachten, dass Plusenergiehäuser nicht komplett energieautark sind. Gerade in den Wintermonaten kommt es gelegentlich vor, dass nicht genügend Energie aus der Sonnenkraft gewonnen werden kann. In einem solchen Fall ist ein Plusenergiehaus darauf angewiesen, Energie von einer externen Stelle zu beziehen.

Das zeichnet ein Niedrigenergiehaus aus

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Niedrigenergiehäuser leisten mehr, als der Gesetzgeber von ihnen verlangt.

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass Gebäude bestimmte Energiestandards erfüllen müssen. Das gilt bereits für einige existierende Immobilien, wird aber speziell beim Bau neuer Gebäude verlangt. Durch solche Vorgaben soll erreicht werden, dass die Häuser möglichst wenig Energie verlieren und die verwendeten Ressourcen optimal ausgenutzt werden. Hierfür ist es beispielsweise wichtig, eine gut gedämmte Gebäudehülle zu nutzen und dafür zu sorgen, dass ein möglichst niedriger Energiebedarf besteht. Wie es um die Energieeffizienz eines Gebäudes bestellt ist, lässt sich am sogenannten Energieausweis erkennen.

Ein Niedrigenergiehaus zeichnet sich dadurch aus, dass es die vom Gesetzgeber vorgegebenen Grenzwerte deutlich übertrifft. Es erfüllt somit nicht nur den vorgegebenen Standard, sondern geht deutlich darüber hinaus. Für die Bewohner bedeutet das, dass sie weniger Energie als gesetzlich vorgeschrieben benötigen, was ihnen finanzielle Vorteile bringt. Eine klare Definition, was ein Niedrigenergiehaus ist, gibt es allerdings nicht. Deswegen sind auch andere Begriffe wie Energieeffizienzhaus und Effizienzhaus Plus gebräuchlich.

Merkmale eines Passivhauses

Im Unterschied zu einem Niedrigenergiehaus gibt es für ein Passivhaus eine ganz klare Definition: Das Passivhausinstitut Darmstadt versteht darunter ein Gebäude, das einen Energiebedarf von 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter oder weniger mitbringt. Das bedeutet, dass solche Passivhäuser besonders ökologisch sind und einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Immer mehr Bauherren entscheiden sich deswegen für diese umweltfreundliche Art des Bauens.

Ein Passivhaus erzeugt seine Energie nicht selbst, sondern bezieht diese passiv. Unter anderem wird sie aus der Sonnenenergie gewonnen, aber auch die Abwärme der Bewohner wird zur Energiegewinnung genutzt. Passivhäuser zeichnen sich darüber hinaus durch eine besonders effiziente Wärmedämmung aus. Das bedeutet, dass die gewonnene Energie optimal ausgenutzt wird und nicht so schnell verloren geht. In den letzten 20 Jahren wurden etwa 2.400 Wohngebäude errichtet, die den Passivhausstandard erfüllen.

Das Nullenergiehaus als Vorvariante des Plusenergiehauses

Ein Nullenergiehaus ist sozusagen eine Brückentechnologie zwischen Passivhaus und Plusenergiehaus. Es arbeitet ebenfalls mit einer erstklassigen Wärmedämmung und Wärmerückgewinnung, um für einen möglichst geringen Energiebedarf zu sorgen. Die benötigte Energie erzeugt das Haus selbst, sodass quasi nie Energie von außen hinzugezogen werden muss. Allerdings findet auch kein Überschuss wie beim Plusenergiehaus statt, sondern was produziert wird, wird auch verwendet.

In Nullenergiehäusern werden meist moderne Belüftungsanlagen integriert, die bei ihrem Luftaustausch ohne Energieverlust auskommen. Die Energie für das Haus wird meist aus Solaranlagen und Geothermalpumpen gewonnen. Energie von außen wird nur selten benötigt, wenn beispielsweise im Winter nicht genug Sonnenenergie für die Warmwasserbereitung oder den Strom zur Verfügung steht. Das hat nicht zuletzt ökonomische Vorteile, da die Rechnungen der Versorger bei solchen Häusern deutlich niedriger ausfallen als bei anderen Wohnformen.

Nachhaltig bauen und renovieren

Vor einigen Jahrzehnten spielte die Nachhaltigkeit beim Bauen noch keine große Rolle. Das hat sich mittlerweile deutlich geändert. Entsprechend werden auch Altbauten immer häufiger modernisiert und renoviert, damit sie aktuellen Energiestandards entsprechen. Es ist nämlich meist kein Problem, nachhaltige Technologien in einzelnen Gebäuden nachzurüsten, sodass der Energiebedarf sinkt und vorhandene Energien optimal ausgenutzt werden. Bei Neubauten spielt die Nachhaltigkeit eine immens große Rolle. Nahezu alle Bauherren arbeiten mit einem Nachhaltigkeitskonzept, um ihr Gebäude so umweltfreundlich wie möglich zu gestalten. Hierdurch leisten sie einerseits einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz und sparen gleichzeitig eine Menge Geld.

Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür, ein eigenes, umweltbewusstes Haus zu bauen. Angesichts der Niedrigzinsen am Markt ist dies einfach und kostengünstig möglich. Baufinanzierungen warten häufig mit günstigen Konditionen und niedrigen Zinsen auf, sodass sich das eigene Zuhause mit wenig Aufwand finanzieren lässt. Es ist hilfreich, bei der Beantragung des Kredits einen konkreten Plan zu haben, welche Variante des umweltbewussten Bauens genutzt werden und welche Hausart realisiert werden soll. Hierdurch zeigen die Interessenten, dass es ihnen ernst ist, dass sie sich Gedanken gemacht haben und dass sie seriös und zuverlässig sind. All das steigert die Chancen, einen benötigten Kredit zu bekommen.

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