Richtfest – Der große Ratgeber

Das Richtfest – Meilenstein beim Hausbau

Das Abenteuer Hausbau besteht aus vielen wichtigen Meilensteinen, die gebührend gefeiert werden. Da ist der erste Spatenstich vor Baubeginn zu nennen, ebenso wie die Grundsteinlegung für das neue Zuhause und eben das Richtfest.

Wann findet das Richtfest statt und warum?

 

Das Richtfest findet traditionell statt, wenn der Rohbau des Hauses fertiggestellt und der Dachstuhl errichtet ist. Vereinfacht gesagt, ist das Richtfest dann angebracht, wenn die spätere Form des Hauses erstmals erkennbar ist.

 

Das Richtfest geht auf eine lange Tradition zurück und ist bis heute unter vielen Namen bekannt, darunter etwa

 

  • Bauheben,
  • Hebefest,
  • Hiebschmaus,
  • Richtschmaus,
  • Weihfest,
  • Firstbier,
  • Aufschlagfest oder
  • Anrichte

 

In der Schweiz wird das Richtfest auch als Aufrichte, in Österreich als Dachgleiche bezeichnet.

 

Richtfest mit langer Tradition

 

Die Tradition, ein Richtfest zu feiern, geht mindestens bis auf das 14. Jahrhundert zurück. Einst wurden neue Häuser fast ausschließlich in Fachwerkbauweise errichtet. Am Richten der Hölzer und damit am Bau des Hauses war die gesamte Nachbarschaft beteiligt. Mit dem Richtfest wollte der Bauherr ihnen seinen Dank für die fleißige Hilfe aussprechen.

Gleichzeitig galt das Richtfest als „rituelle Form der Zinszahlung und der Abgeltung von Arbeitsleistungen“. Durch die Versorgung aller am Bau Beteiligten wollte man ihnen nicht nur seinen Dank aussprechen, sondern auch seine „Schulden“ für die geleistete Arbeit zahlen. So konnte man das neue Haus direkt frei von Verbindlichkeiten beziehen.

Auch religiöse und abergläubische Faktoren spielen und spielten eine wichtige Rolle für das Richtfest. Es soll den Bauherren Glück bringen, das Haus vor Unheil, wie Feuer und Blitzschlägen, schützen.

 

Der typische Ablauf beim Richtfest

 

Auch wenn das Richtfest heute viele verschiedene Namen hat, so ist der Ablauf doch nahezu bundesweit einheitlich geprägt:

 

  1. Begrüßung der Gäste durch den Bauherrn
  2. Befestigung des Richtkranzes/Richtbaumes am Dachfirst vom Zimmermeister
  3. Richtspruch durch den Chef-Handwerker, inklusive Dank an alle Beteiligten und einer launigen Rede, die den Bauherren Glück und Segen bescheren soll
  4. Anstoßen des Chef-Handwerkers mit allen Gästen und Wurf des Glases gegen den Dachfirst oder auf den Boden – zerschellt es, sollen die Scherben Glück bringen
  5. Einschlagen des letzten Nagels durch den Bauherrn
  6. Richtschmaus und Fest beginnen

 

Alternativen zum Richtfest gibt es ebenfalls. Bei Häusern mit einem Flachdach, die ohne Dachstuhl auskommen, wird meist ein Deckenfest gefeiert. Und wer warten will, bis Fenster und Türen eingebaut sind, kann statt dem Richt-, ein Dichtfest begehen.

 

Gründe für das Richtfest

 

Obwohl das Richtfest nach wie vor üblich ist, stellt sich so manchem Bauherrn die Frage, ob er verpflichtet ist, ein solches zu feiern. Eine Pflicht besteht tatsächlich nicht, allerdings gibt es viele gute Gründe, die für das Richtfest sprechen:

  • Feiern des ersten, wichtigen Bauabschnitts, verbunden mit dem Dank an Bauarbeiter und Freunde, die mit geholfen haben. Gerade Freunde werden in der Bauphase oft vernachlässigt und ihnen kann man mit dem Richtfest die gebührende Ehre erweisen.
  • Handwerker sind sehr traditionsbewusst, so dass manch böse Überraschung auf allzu knauserige Bauherren warten kann, die auf das Richtfest verzichten.
  • Durch das Richtfest präsentiert man sich als spendabler, großzügiger Bauherr, was so mancher Handwerker mit einer zusätzlichen Portion Motivation dankt.
  • Es besteht die Möglichkeit, die neuen Nachbarn in ungezwungener Atmosphäre kennen zu lernen.

 

Der richtige Zeitpunkt für das Richtfest

 

Entscheidend ist natürlich auch der richtige Zeitpunkt für das Richtfest. Dieser wird durch die Errichtung des Dachstuhls grob vorgegeben. Da aber neben Freunden und Nachbarn auch die Bauarbeiter am Richtfest teilnehmen sollten, ist es ratsam, den Termin auf einen Wochentag zu legen, damit diese nicht ihre Freizeit opfern müssen. Bewährt hat sich die Feier am späten Nachmittag, je nach Jahreszeit. Im Sommer kann das Richtfest auch bis in den Abend hinein gehen, im Winter, wenn die Tage kurz sind und es früh dunkel wird, sollte man eher den frühen Nachmittag als Zeitrahmen wählen.

 

Welche Gäste kommen zum Richtfest?

 

Ist die Frage zum Termin geklärt, geht es an die Feinplanung und Vorbereitung des Richtfestes. Dazu stellt sich zunächst die Frage, welche Gäste die Bauherren laden sollten. Zunächst sind alle, die unmittelbar am Bau des Hauses beteiligt sind/waren, auf die Gästeliste zu setzen. Das sind zum Beispiel:

 

  • Bauarbeiter – vom Meister über den Gesellen bis zum Azubi – aus allen Gewerken
  • Mitarbeiter der ausführenden Baufirma, etwa Vertriebsleute, Verkäufer und Kundenberater
  • Mitarbeiter der künftigen Bauphase, wie Inneneinrichter, Installateure, Elektriker usw.
  • Bauleitung
  • Statiker
  • Architekten
  • Kreditgeber
  • Mitarbeiter des Bauamts – sie erinnern sich vielleicht später wohlwollend an die Feier, wenn ein Antrag auf einen Anbau gestellt wird

 

Darüber hinaus soll das Richtfest natürlich auch für private Gäste geöffnet werden, sprich die Familie und Freunde. Aber auch die unmittelbaren Nachbarn kann und sollte man zum Richtfest einladen, bietet sich hier doch die beste Gelegenheit für ein erstes, ungezwungenes Kennenlernen.

 

Wie lade ich zum Richtfest ein?

 

Sobald der Termin für das Richtfest steht, ist die Frage, wie man seine Gäste einlädt. Grundsätzlich ist das Richtfest eine eher rustikale Angelegenheit, so dass man ganz formlos und mündlich einladen kann. Wem es dennoch ein Bedürfnis ist, schriftliche Einladungen zu gestalten, kann auf entsprechende Karten setzen.

Online-Karten-Druckereien bieten hier eine große Auswahl, so dass die Karten auch passend zum Anlass gewählt werden können. Alternativ dazu kann man eigene Karten basteln, wobei fraglich ist, ob die Zeit dafür im Baustress tatsächlich bleibt.

 

Der Richtschmuck – Entscheidendes Element beim Richtfest

 

Das entscheidende Element für das Richtfest ist der Richtschmuck. Unterschieden wird dabei zwischen dem Richtkranz und dem Richtbaum. Abhängig ist die Wahl des Richtschmucks meist von den regionalen Besonderheiten. Der Richtschmuck ist stets grün und symbolisiert einerseits den Stolz des Bauherrn auf die Handwerker und andererseits den Stolz der Handwerker auf ihren guten Job.

Der klassische Richtkranz oder die Richtkrone sind typisch. Traditionell wurde er von den Bauarbeitern bei den Nachbarn abgeholt. Der Kranz selbst wird aus Stroh oder Reisig gebunden. Die Richtkrone erweitert den eigentlichen Kranz und enthält zusätzlich vier aufgesetzte Bügel. Beide Varianten werden – für die grüne Farbe – mit Tannenzweigen oder Baumgrün geschmückt und mit bunten Bändern verziert.

Der Richtbaum wird meist erst nach dem Kauf geschmückt. Es handelt sich im Sommer oft um eine junge Birke, ansonsten werden gern junge Fichten oder Tannen als Richtbaum genutzt. Entscheidend ist auch hier, dass der Richtbaum mit bunten Bändern geschmückt wird.

Traditionell wurde der Richtschmuck dem Bauherrn von den Nachbarn geschenkt. Eine „Kranzdame“, meist die Bauherrin oder ein junges Mädchen aus der Nachbarschaft, bringt den Baum aufs Dach. Sie wird dabei von den Handwerkern mit Wasser begossen. Teilweise findet man auch Richtschmuck, der mit Schnaps und Wurst geschmückt wird.

Entscheidend ist aber, dass jeder Richtschmuck mit bunten Bändern geschmückt wird. Sie symbolisieren die Tücher der Handwerker, die früher am Richtschmuck hingen. In diesen transportierten sie ihr Hab und Gut von Baustelle zu Baustelle, weshalb sie auch als „Heimattücher“ bezeichnet wurden. Zudem sorgen die bunten Bänder dafür, dass man bereits von weitem sieht, dass es mit dem Hausbau gut voran geht.

 

Vielfach werden Kreppbänder für den Richtschmuck verwendet. Sie haben jedoch einen entscheidenden Nachteil: Bei Regen kleben sie schnell zusammen. Besser geeignet sind daher hochwertige Kunststoffbänder.

 

Richtschmuck – diese Kosten sollte man einplanen

Natürlich kostet auch der Richtschmuck Geld. Der ideale Ansprechpartner für den Bezug ist der örtliche Blumenfachhändler. Für einfache Richtkränze sollte man Kosten ab etwa 40 Euro einplanen, aufwändiger gestalteter Richtschmuck kann dagegen schon einmal mit um die 100 Euro zu Buche schlagen. Dafür sind der eigenen Phantasie, was das Design angeht, kaum Grenzen gesetzt.

 

Wann nehme ich den Richtschmuck ab?

Genauso wie es keine Pflicht gibt, ein Richtfest zu feiern, gibt es auch keine pauschalen Aussagen, wie lange der Richtschmuck hängen bleibt. Ein Aberglauben besagt, dass es Unglück bringt, den Richtschmuck überhaupt abzunehmen, so dass er manchmal schon über Jahrzehnte hängen blieb. In der Regel wird man ihn aber nach ein paar Tagen oder Wochen abnehmen, spätestens jedoch, wenn man in sein neues Haus einzieht.

 

Die wichtigsten Bräuche beim Richtfest – früher und heute

Da das Richtfest eine Jahrhunderte alte Tradition hat, gibt es natürlich entsprechend viele Bräuche und Rituale, die sich jedoch im Laufe der Jahrhunderte gewandelt haben.

 

Frühere Bräuche beim Richtfest

So war es früher unter anderem üblich, vor dem Richten in der Kirche ein Gebet zu sprechen, um damit um Gottes Schutz für den Richtplatz zu bitten. Der Bauherr sollte den letzten Nagel einschlagen, musste dafür aber erst einmal den passenden Sparren finden. Den haben die Zimmermänner nämlich gut versteckt und erst nach ausreichender Bezahlung mit Bier herausgegeben.

Ebenso war es früher üblich, dass Bauherr und Bauherrin auf einen Dachsparren gesetzt und anschließend dreimal um das Haus getragen wurden. Nach jeder Runde, teilweise sogar an jeder Ecke, wurde ein Schnaps zur Stärkung gereicht.

Die Handwerker selbst liefen mit klirrenden Ketten ums Haus, um so böse Geister und Unheil zu verscheuchen. In den Richtschmuck wurde zudem ein Vogel aus Holz oder Torf eingearbeitet. Er sollte den Frieden symbolisieren, der in das neue Haus einziehen sollte.

Am Richtpfahl wurde oft auch eine Flasche mit Wasser befestigt, die die Bauherrenfamilie und der Chef-Handwerker treffen mussten. Zum Richtfest waren einst auch nur die Personen geladen, die tatsächlich am Hausbau beteiligt waren. Auch auf eine feste Sitzordnung wurde Wert gelegt.

Häufig hat man beim Richtfest früher auch einen „Hausbaum“ gepflanzt. Vor allem im 19. Jahrhundert war diese Tradition weit verbreitet. Der „Hausbaum“ diente als Andenken an das Fest und sollte gleichzeitig die Bewohner schützen. Allerdings muss eine solche Pflanzung wohl durchdacht sein, denn im Laufe der Jahre wächst der Baum, spendet zwar wohltuenden Schatten, kann aber auch wertvolles Licht im Haus nehmen, wenn er zu nah an dieses gepflanzt wird. Typisch waren Apfelbäume, Ahornbäume, Zierkirschen oder Linden, die beim Richtfest gepflanzt wurden.

 

Heutige Bräuche beim Richtfest

Heute ist es beim Richtfest üblich, einen Richtschmuck aufzuhängen und einen Richtspruch zu halten. Auch der letzte Nagel, den der Bauherr selbst einschlagen muss, ist eine beliebte Tradition. Meist handelt es sich um einen sehr langen Nagel oder gar einen Zimmermannsnagel, der auch als „Rattenschwanz“ bezeichnet wird. Dieser muss mit einem meist ungeeigneten Hammer in ein zu klein vorgebohrtes Loch eingeschlagen werden. Jedes Mal, wenn der Bauherr den Nagel dabei krumm schlägt, muss er eine Runde Schnaps ausgeben. Auch für jeden Hammerschlag, den er fürs Einschlagen benötigt, wird eine Runde Schnaps fällig. Hinzu kommt eine Schmährede, die der Bauherr über sich ergehen lassen muss.

Ein beliebter Brauch ist es auch, dass der Chef-Handwerker nach dem Richtspruch sein Glas wirft, zerbricht es dabei, sollen die Scherben Glück bringen. Mitunter gibt es sehr traditionsbewusste Handwerker, die sich auch heute noch für das Richtfest in ein traditionelles Gewand kleiden. Nicht zuletzt gibt es den Zimmerklatsch, der auch als Gerüstbauerlied bekannt ist. Dabei klatschen sich zwei Gesellen auf traditionelle Art und Weise ab. Das Ganze erinnert ein wenig an den Schuh-Plattler.

 

Wer aufs Richtfest verzichtet, schürt den Zorn der Handwerker

Zu den Bräuchen beim Richtfest gehört auch eine kleine Strafe der Handwerker, wenn der Bauherr zu geizig ist und darauf verzichtet. So war es früher üblich, den Bauherrn vor den Nachbarn bloßzustellen, indem etwa ein alter Besen oder ein kahler Baum mit einem Fisch ans Haus oder aufs Dach gehängt wurde. Im schlimmsten Fall haben die Handwerker leere Flaschen in den Giebel zwischen die Dachsparren eingebaut. Dann dient das Heulen des Windes auch viele Jahre später noch als Mahnung an den Bauherrn, dass er aufs Richtfest verzichtet hat.

 

Kein Richtfest ohne Richtspruch

In der Regel wird der Richtspruch vom Chef-Handwerker gesprochen, so dass diesem auch die Wahl obliegt. Wenn aber, was gerade bei Fertighäusern oft der Fall ist, das Richtfest ohne Handwerker begangen wird, ist der Bauherr angehalten, einen Richtspruch zu sprechen. Dann stellt sich die Frage, welcher der Richtige ist. Im Internet gibt es viele mögliche Ideen, eine davon ist etwa folgende:

 

Heute jubeln wir,

das Haus steht fertig da,

an jener Stelle hier,

wo einst nur Erde war.

 

Die Mauern und die Balken,

gebaut von fleißigen Händen,

die werden alles halten

und Unheil stets abwenden.

 

Es mögen Sturm und Regen,

euch nie gefährlich sein,

und Friede soll sich legen

über euer neues Heim!

 

Natürlich gibt es auch längere Richtsprüche, hier lohnt es sich, ein wenig zu stöbern, um einen Richtspruch zu finden, der am ehesten den eigenen Bedürfnissen entspricht.

 

Die Rede des Bauherrn beim Richtfest

Ob ein klassisches Richtfest gefeiert wird, bei dem der Chef-Handwerker den Richtspruch hält oder der Bauherr diese Aufgabe übernimmt – eine Rede halten sollten die Bauherren in jedem Fall. Am besten sollte man sich dabei kurz halten, um die Gäste nicht zu lange aufs Essen warten zu lassen. Begrüßt werden sollten zuerst alle berufsmäßigen Helfer, erst im Anschluss Freunde und Familie. Wichtig ist, dass man sich in der Rede für die Hilfe beim Hausbau bedankt, am besten mit Anekdoten von der Baustelle, die gerne auch etwas witzig verpackt sein dürfen.

 

Redewendungen und Wortspiele können die Rede lockerer gestalten und sorgen dafür, dass sich die Gäste gut unterhalten fühlen. Das Ganze darf natürlich auch mit etwas Humor und Witz gespickt sein, sollte aber nicht zu sehr ausufern.

 

Richtfest organisieren – darauf kommt es an

Damit das Richtfest zum vollen Erfolg wird, muss es gut organisiert werden. Zunächst sollte man mit dem Bauleiter den passenden Termin abstimmen und anschließend die wichtigsten Ausstattungsdetails besorgen. Dazu gehören:

 

  1. Speisen und Getränke – bei Bedarf kann ein Caterer helfen
  2. Bierzeltgarnitur als Sitzgelegenheit
  3. Pavillon für schlechtes Wetter
  4. Strom und Verlängerungskabel sowie Musikanlage für die musikalische Umrahmung
  5. Heizpilze für ein Richtfest im Winter
  6. Möglichkeiten zur Eislagerung für das Richtfest im Sommer
  7. Miettoiletten bei Bedarf
  8. Dekorationen, wie Richtkranz/-krone/-baum, Lampions, Fackeln usw.

 

Das richtige Essen fürs Richtfest

Beim Richtfest geht es eher rustikal zu und das sollte sich auch beim Essen widerspiegeln. Statt Canapés und Co. stehen eher einfache Speisen auf dem Plan. Grillen ist eigentlich immer eine gute Wahl, alternativ dazu kann man auch eine Gulaschkanone mieten. Salate und Beilagen, Knabbereien, Obst und Süßigkeiten bilden in der Regel eine optimale Grundlage. Dabei sollte man auch immer an die Vegetarier unter den Gästen denken und ihnen mindestens eine Alternative anbieten, etwa gegrilltes Gemüse.

Bei den Getränken darf der berühmt-berüchtigte Schnaps nicht fehlen. Auch Bier gehört zum Richtfest dazu. Wein kann, muss aber nicht serviert werden. Saft und Saftschorlen sind gut für etwaige Kinder, die zu Gast sind, geeignet, ebenso wie Wasser.

 

Dank an die Handwerker

Zentraler Bestandteil des Richtfestes ist es, den Handwerkern seinen Dank auszusprechen. Am besten eignet sich ein Trinkgeld, das idealerweise vor dem Richtfest gegeben wird. So steigert man die Motivation der Bauarbeiter. Geschenke an sich sind nicht nötig, allerdings freuen sich die Handwerker, wenn Speisen und Getränke während der Arbeit zur Verfügung gestellt werden und ein Fläschchen Schnaps oder Bier für den Feierabend ist ebenfalls gerne gesehen. Das muss aber alles nicht direkt zum Richtfest überreicht werden.

 

Mit welcher Dauer sollte ich für das Richtfest rechnen?

Wie lange das Richtfest dauert, ist individuell verschieden. Da es in der Regel unter der Woche stattfindet, werden die Gäste, die am nächsten Tag zur Arbeit müssen, wohl kaum allzu lange bleiben. Die Handwerker selbst verabschieden sich meist als erstes, weil sie ihren wohlverdienten Feierabend dringend brauchen.

Abhängig ist die Dauer der Feier aber auch von der Jahreszeit. Im Sommer werden die Gäste an lauen, hellen Abenden länger bleiben, als im Winter, wenn es frühzeitig dunkel wird. Im Schnitt sollte man mit drei bis fünf Stunden rechnen, die die Partygäste bleiben werden.

 

Sicherheit auf dem Richtfest

Wichtig ist es auch, dass der Bauherr beim Richtfest für Sicherheit sorgt. Er ist für jeden Schaden an Leib, Leben und Eigentum Dritter haftbar zu machen. Daher sollten etwaige Gefahrenquellen bereits vor dem Richtfest soweit möglich ausgeschaltet werden. Dazu gehört es, Baugruben, Treppenaufgänge und Co. abzusichern bzw. abzusperren.

 

Dies ist beim Richtfest besonders wichtig, da viele Gäste dem Alkohol zusprechen und sicher auch einige Kinder mit vor Ort sein werden. Um dennoch für alle Fälle gewappnet zu sein, sollte noch ein Blick in die Bauherren-Haftpflichtversicherung geworfen werden. In der Regel sind die Schäden auf dem Richtfest zwar mit versichert, im Einzelfall sollte man den Vertrag aber genau prüfen. Diese Versicherung sollte man als Bauherr ohnehin stets abschließen, da sie vor vielen Gefahren schützt.

 

Mit welchen Kosten muss ich für das Richtfest rechnen?

Natürlich ist der Hausbau schon als solches ein finanzieller Kraftakt, so dass sich die Frage stellt, ob es wirklich sein muss, ein Richtfest auszurichten. Wie oben erwähnt, kann der Verzicht auf das Fest jedoch böse Überraschungen mit sich bringen.

Dennoch kann man natürlich auch beim Richtfest einsparen, wenn man clever plant und vielleicht auch ein paar Gäste Salate und Co. mitbringen lässt. Dies gilt vor allem für Freunde und Familie, die bisher wenig zum Hausbau beigetragen haben.

Trotzdem werden schnell Kosten von mehreren Hundert bis über 1.000 Euro für ein zünftiges Richtfest erreicht. Die dürfen aber als Baunebenkosten steuerlich geltend gemacht werden. Es lohnt sich also, die Belege aufzubewahren. Selbst die Trinkgelder für die Handwerker können steuerlich abgesetzt werden, wenn sie „im üblichen Rahmen“ ausfallen.

 

Zu Gast auf dem Richtfest – was muss ich wissen?

Wer noch nie auf einem Richtfest war, der stellt sich viele Fragen. Muss man Geschenke mitbringen, wie sollte ich mich kleiden? Die wichtigsten Infos folgen hier.

 

Richtfest – muss ich ein Geschenk mitbringen?

Wer als Gast zum Richtfest eingeladen ist, stellt sich natürlich die Frage, ob er ein Geschenk mitbringen sollte. Es gehört sich einfach, alleine aus der Tradition heraus, dem Gastgeber ein kleines Geschenk mit zu bringen. Wer bisher noch nicht viel beim Hausbau mit geholfen hat, darf dabei auch durchaus etwas tiefer in die Tasche greifen.

 

Schöne Geschenkideen sind zum Beispiel:

 

  • Brot und Salz als Klassiker
  • Präsentkörbe
  • Fotobücher mit Bildern vom Hausbau als bleibende Erinnerung, die das Entstehen des Hauses dokumentieren

 

Praktisch sind dagegen Geschenke für später, wie eine Hausnummer, ein Briefkasten, ein Grill oder ein Vogelhaus für den Garten. Für größere Einrichtungsgegenstände können die Gäste auch sammeln und einen entsprechenden Gutschein schenken oder einfach Geld. Gutscheine für Gartencenter und Möbelhäuser sind ebenfalls eine Möglichkeit, dem Gastgeber eine Freude zu bereiten.

 

Die richtige Kleidung fürs Richtfest

Auch wenn das Richtfest durchaus ein feierlicher Anlass ist: Festtagskleidung gehört nicht hierher. Das Richtfest findet nun mal auf einer Baustelle statt, wo viele Möglichkeiten bestehen, sich dreckig zu machen. Bequeme, lässige Freizeitkleidung ist also die ideale Wahl. Wer auf den Anzug nicht verzichten will, sollte ihn wenigstens angemessen mit Gummistiefeln und Bauhelm kombinieren.

 

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