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Das neue Eigenheim einbruchsicher planen

von Marc Hammermeister

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Das neue Eigenheim einbruchsicher planen

von Marc Hammermeister

Wer ein eigenes Haus samt Grundstück besitzt, befasst sich meist schon kurz nach dem Kauf oder Bau der großen Immobilie mit kleineren Eigenbauten. Das Carport mit Fahrradgarage, der Schuppen für Gartengeräte oder die Blockhütte für Feste. Auch die Eigenbauten sollten schon bei der Planung gegen Diebstahl gut gesichert sein.

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Auch wenn es nicht so scheint, können bereits einfache Vorhängeschlösser den Dieben einen Einbruch erschweren. Je länger ein potenzieller Einbrecher am Eindringen gehindert wird, desto wahrscheinlicher wird das Vorhaben abgebrochen.

Warum der Schutz vor Einbrechern so wichtig ist

Grundsätzlich möchte niemand Opfer von Einbrechern werden, weil dies weitreichende Folgen für das eigene Leben hat: Einerseits fehlen Wertgegenstände und die beraubten Personen müssen viele Gespräche, Telefonate und auch den Schriftverkehr mit Polizei und Versicherungen bewältigen. Andererseits sind die psychischen Folgen nicht zu unterschätzen, wenn sich Fremde Personen Zutritt in die privatesten Räume verschafft haben.

Ein Einbruch ist ein tiefgehender Eingriff in die Privatsphäre, wo Menschen sich eigentlich geborgen und sicher fühlen sollen. Neben den reinen Sachschäden gehören Hilflosigkeit, Scham und Erniedrigung zu den häufigsten Folgen, unter den Einbruchsopfer psychisch lange leiden.

Quellen wie das Bundeskriminalamt weisen für das Jahr 2020 in der polizeilichen Kriminalstatistik einen Tiefststand für den Bereich Wohnungseinbruch aus. Hier zeigen sich regional starke Unterschiede, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für einen Einbruch ist. Gerade in NRW und im Norden Deutschlands liegen die Quoten signifikant höher. Insgesamt wurden 75.023 Einbrüche verzeichnet – im Vergleich zu rund 165.000 Einbrüchen im Jahr 2015 also eine eher beruhigende Entwicklung.

Hausbesitzer, aber auch Mieter tun dennoch gut daran, ihr Hab und Gut bestmöglich vor Einbrechern zu sichern. Dazu gehören auch Fahrzeuge wie teure E-Bikes, die häufig lediglich durch ein simples Schloss unter dem Carport gesichert werden. Auch Wertgegenstände in Blockhütten wie Stereoanlage oder Fernseher sollten nach Möglichkeit mindestens mit einem Vorhängeschloss gesichert werden. Es gibt ziemlich viele, bezahlbare Sicherheitsvorrichtungen, mit denen sich auch Eigenbauten besser schützen lassen.

Vorgehensweise nach einem Einbruch

Sollte es trotz großer oder nur geringer Vorkehrungen gegen Diebstahl dennoch zu einem Einbruch gekommen sein, sollten Sie folgendermaßen vorgehen:

  • Polizei verständigen und Tatortaufnahme durchführen lassen: Sobald eine aufgebrochene Tür o.ä. bemerkt wird, sollte die Polizei angerufen werden. Am Tatort sollte nichts verändert werden, damit die Spurensicherung Hinweise auf die Täter entdecken kann. So peinlich die durchwühlte Wäsche auch sein mag – Scham vor der Polizei ist an dieser Stelle unangebracht.
  • Verständigung der Versicherung: Nachdem die Polizei alle Spuren gesichert und den Einbruchdiebstahl aufgenommen hat, sollten Opfer des Einbruchs ihre Versicherung verständigen. Damit die Versicherung Schäden überhaupt erst ersetzen kann, muss vorher die Polizei innformiert worden sein. Die Versicherung benötigt die sogenannte Tagebuchnummer der Polizei für den jeweiligen Vorgang. Der Versicherte muss nun Dokumente zusammenstellen, die den Wert der verlorenen Gegenstände dokumentieren.
  • Handwerker beauftragen: Sobald die Polizei und auch die Versicherung ihre Arbeiten abgeschlossen haben, kann ein Handwerker zur Ausbesserung der Schäden beauftragt werden. Schäden an Türen oder Fenstern werden in vielen Fällen ebenfalls von der Versicherung gedeckt, weshalb der Handwerker diese nach Vorgaben der Versicherung reparieren muss. In vielen Fällen kann der Betrieb praktische Tipps und Verbesserungen anbieten, mit denen der Wohnraum zukünftig besser vor Einbrechern geschützt ist.
  • Beratung und Hilfe: Schon die Polizei kann Betroffenen Kontakte zu Hilfsorganisationen vermitteln, die sich um die psychischen Folgen eines Einbruchs kümmern. Hier sollte sich niemand zu stark oder zu stolz fühlen, um die Erlebnisse gemeinsam mit Profis oder anderen Betroffenen zu verarbeiten.

Hilfe und Beratung können auch Tage und Wochen nach dem eigentlichen Einbruch in Anspruch genommen werden. Viele Opfer stehen zunächst unter Schock und sind mit den Tätigkeiten rund um die Abwicklung mit Polizei, Versicherung und Handwerkern gut beschäftigt. Ist dann alles erledigt und es kehrt wieder Ruhe ein, zeigen sich vielfach die psychologischen Spätfolgen in Form von Alpträumen oder Angstzuständen. Diese sollten in jedem Fall ernst genommen und nicht verdrängt werden.

Absicherung von Immobilie und Eigenbauten

Die Installation einer umfangreichen Diebstahlsicherung kann schnell einige tausend Euro kosten. Wer nicht bereist beim Bau des Hauses und des Eigenbaus auf Auffahrt und im Garten an Diebstahlsicherung gedacht hat, der kann nachträglich für mehr Sicherheit sorgen. Robuste Bügel mit einem Sicherheitsschloss schrecken beispielsweise Einbrecher schon im Vorfeld ab. Denn wer weder großes Schneidgerät noch Säge oder Brecheisen dabeihat, wird bereits von mechanischen Diebstahlsicherungen zuverlässig abgeschreckt.

Auch Kamera-Attrappen bieten einen teilweise recht wirksamen Schutz gerade vor nicht professionellen Einbrechern. Licht und Beleuchtung in Kombination mit Bewegungsmeldern sind im Vergleich zu einer echten Alarmanlag ebenfalls perfekt geeignet, um Unbefugte am Betreten des Grundstücks zu hindern. Die Kosten sind wesentlich geringer und als Heimwerker sind die handwerklichen Arbeiten schnell ausgeführt. Bei der Installation von Bewegungsmeldern sollte allerdings immer auch beachtet werden, dass Laub und Gartentiere die Beleuchtung ebenfalls auslösen können, was teilweise störend ist.

Auch die Aufbewahrung von Wertgegenständen in der Immobilie selbst kann so gestaltet werden, dass Einbrecher Schmuck oder Gold nicht einfach mitnehmen können. Ein robuster Safe oder wirklich clevere Verstecke können hier für mehr Sicherheit sorgen.

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Gerade in älteren Häusern sind die Voraussetzungen für Smart-Home und Überwachung oft nicht gegeben. Aber immer mehr Systeme kombinieren bezahlbare Kameras mit Apps, die Eigentümern mehr Sicherheit auch unterwegs geben.

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