Grunderwerbsteuer Berlin 2017

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer Berlin?

Auch wer in Berlin bauen will, muss die anfallenden Baunebenkosten berücksichtigen und zu diesen zählt unter anderem die Grunderwerbsteuer. Diese betrug in Berlin seit 1998 3,5 Prozent.

Danach fanden zwei weitere Anpassungen statt:

  • Anpassung vom 01.01.2007: Grunderwerbsteuer beträgt 4,5 %
  • Anpassung vom 01.04.2012: Grunderwerbsteuer beträgt 5,0
  • Anpassung vom 01.01.2014: Grunderwerbsteuer beträgt 6,0 %

Damit gehört auch Berlin zu den Ländern, die fast die höchste Grunderwerbsteuer in ganz Deutschland berechnen.

Faktisch heißt das für Bauherren, wenn sie ein Grundstück kaufen, dass folgende Zusatzkosten auf sie zukommen:

Beispielrechnung:

Grundstückspreis: 180,00 € / qm
Grundstücksgröße: 482 qm
Gesamtkosten Grundstück: 86.760,00 €
Grunderwerbsteuer: 86.760,00 € * 6,0 % = 5.205,60 €

Wird das gleiche Grundstück direkt vom Bauträger gekauft, der darauf ein Massivhaus errichten soll, ergeben sich veränderte Zahlen:

Kosten Massivhaus:152.900,00 €
Gesamtkosten Grundstück + Haus: 239.660,00 €
Grunderwerbsteuer: 239.660,00 € * 6,0 % = 14379,60 €

Mithin sind 9174,00 € mehr Grunderwerbsteuer alleine aufgrund der Tatsache, dass das Grundstück vom Bauträger gekauft wird, zu entrichten. Dies liegt daran, dass immer der Kaufpreis für die Berechnung der Grunderwerbsteuer berücksichtigt wird und beim Kauf vom Bauträger wird eben der Hauspreis mit einbezogen. Deshalb ist es stets ratsam, das Grundstück eben von privat oder einer anderen dritten Person / Gesellschaft zu erwerben.

Infografik Grunderwerbsteuer für das Bundesland Berlin.
Infografik Grunderwerbsteuer für das Bundesland Berlin.

Kann die Grunderwerbsteuer umgangen werden?

Im Gesetz gibt es einige Ausnahmeregelungen. Sie ermöglichen das Umgehen der Grunderwerbsteuer. Unter anderem zählen hierzu folgende Fälle:

 

  • Gesamtkosten liegen unter 2.500,00 €. Das kommt in der Praxis sehr selten vor. Zudem handelt es sich hierbei um eine Freigrenze und keinen Freibetrag. Sobald also das Grundstück 2.501,00 € kostet, wird die Grunderwerbsteuer für den gesamten Betrag fällig.
  • Grundstück wird vom Ehe- oder Lebenspartner erworben. Auch hier wird keine Grunderwerbsteuer berechnet.
  • Grundstück wird ebenfalls vom Ehe- oder Lebenspartner erworben, allerdings im Rahmen der Vermögensauseinandersetzung, sprich bei Scheidung / Trennung.
  • Grundstück wird von Personen erworben, mit denen eine geradlinige Verwandtschaft besteht (Kinder, Eltern, Großeltern usw.).

 

In allen anderen Fällen muss die Grunderwerbsteuer gezahlt werden.

 

Wann muss die Grunderwerbsteuer gezahlt wer

Bei der Grunderwerbsteuer handelt es sich um eine so genannte Verkehrssteuer. Das heißt, dass eine Stundung der fälligen Steuern grundsätzlich nicht möglich ist. Der Steuerbescheid ergeht in der Regel, nachdem der Kaufvertrag rechtskräftig abgeschlossen wurde. Das heißt, dass es ausreicht, dass beide Vertragspartner den Vertrag vor einem Notar unterzeichnet haben. Ob der Kaufpreis bereits gezahlt wurde, spielt hingegen keine Rolle für den Fiskus.

Ab dem Zugang des Steuerbescheids bleiben dem Steuerpflichtigen regelmäßig 30 Tage Zeit, um die Steuerschuld zu begleichen. Allerdings hat das Finanzamt einen gewissen Spielraum, so dass auch längere Zeiten vereinbart werden können. In der Praxis findet diese Vorgehensweise jedoch kaum Umsetzung.

Werden nachträglich Mängel festgestellt, die zu einer Minderung des Kaufpreises führen, so ist dies dem Finanzamt ebenfalls mitzuteilen. In diesen Fällen kann der Bescheid über die Grunderwerbsteuer nämlich geändert werden. Mithin sind zu viel entrichtete Beträge auch an den Steuerpflichtigen zurückzuzahlen. Allerdings ist hierbei zu berücksichtigen, dass die Rückzahlung nur binnen maximal zwei Jahren nach Entstehen der Steuerschuld möglich ist.

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