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Wohncontainer auf der Baustelle: Das müssen Sie beachten

von Marc Hammermeister

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Wohncontainer auf der Baustelle: Das müssen Sie beachten

von Marc Hammermeister

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Der Bau eines Hauses ist ein echtes Großprojekt, an dem viele Menschen beteiligt sind. Nicht nur Architekten, Bauleiter, Brandschutzplaner und andere haben ihre Aufgaben, sondern auch die Handwerker. Sie sind mit der Umsetzung und dem eigentlichen Bau des Hauses betraut und verbringen wohl die meiste Zeit am Bau. Nicht selten müssen sie, um ihre Arbeit aufzunehmen, recht weite Wege zurücklegen. Um diesen Aufwand zu minimieren, lassen sich sogenannte Wohncontainer auf einer Baustelle einrichten. Vor allem auf Großbaustellen sind sie Gang und Gäbe. Doch der Aufbau der Container ist an verschiedene Voraussetzungen geknüpft.

Wohncontainer: Was ist das eigentlich?

Je nach Auftrag und Baustelle müssen Handwerker nicht selten mehrere Hundert Kilometer zu ihrem Arbeitsplatz reisen. Dann kann ein Wohncontainer sinnvoll sein, um die Arbeit auf dem Bau zu erleichtern und unter Umständen auch günstiger zu machen. Denn es müssen immerhin keine separaten Zimmer angemietet werden, weshalb sich ein Container vor allem für Baufirmen rechnen kann.

Im Prinzip handelt es sich dabei um Container mit einem rechteckigen Grundriss. Sie bestehen aus Stahl und bieten im Inneren ein bis zwei Räume. Sie sollten mit Betten, Tischen, Schränken und anderen Möbeln ausgestattet sein. Sanitäre Anlagen sind ebenfalls ein Muss. Daneben sind natürlich nur luxuriösere Ausstattungen möglich.

Wann werden sie benötigt?

Wohncontainer werden dann auf der Baustelle gebraucht, wenn sie sehr abgelegen liegen und nicht mit den herkömmlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Wie bereits erwähnt, werden die Container jedoch auch dann benötigt, wenn schlichtweg die Anreise der Handwerker ansonsten viel zu lange wäre.

Herkömmliche Unterkünfte, wie etwa ein Hotel, könnten sich über einen längeren Zeitraum als zu kostspielig herausstellen. Zwar gibt es in vielen Orten Unterkünfte für Handwerker und Monteure, allerdings sind die nicht immer vorhanden oder verfügbar.

Neben einem Wohncontainer werden Container noch für weitere Zwecke benötigt:

  • sanitäre Anlagen
  • Büroräume
  • Aufenthaltsräume
  • zur Aufbewahrung von Materialien
  • Arbeitsraum für den Bauleiter

Ein Container für erste Hilfe ist ebenfalls auf fast jeder Baustelle vorhanden, da hier das Risiko einen Arbeitsunfall zu erleiden ziemlich hoch ist. Oft findet sich die Ausstattung auch im Container des Bauleiters.

So groß sollten Wohncontainer sein

Hier gibt es einige Richtlinien, wie die Container im Innern gestaltet sein sollten. Jede Person, die dort, wenngleich nur zeitweise, wohnt, benötigt mindestens eine Fläche von 8 Quadratmetern. Die Raumhöhe muss dabei mindestens 2,50 Meter betragen.

Zur Raumaufteilung: Wohncontainer müssen je nach Belegung mit folgenden Bereichen ausgestattet sein.

  • Wohn- und Schlafbereiche
  • Essbereich mit Spülmöglichkeit und Kühlschrank
  • sanitäre Einrichtungen
  • je nach Dauer der Arbeiten: Waschmaschinen und Trockner

Wichtig dabei ist, dass die Toiletten, Waschmöglichkeiten und Duschen von den Schlafräumen aus erreichbar sind, ohne den Witterungsverhältnissen ausgesetzt zu sein. Sind mehr als 50 Personen hier untergebracht, muss ein separater Raum verfügbar sein, um Erkrankte unterzubringen.

Sind Anschlüsse für Strom, Wasser und Abwasser vorhanden?

Damit der Wohncontainer auch wirklich genutzt werden kann, ist es wichtig, dass das Grundstück bereits erschlossen ist, also die Anschlüsse für Strom, Wasser und Abwasser vorhanden sind. Sollte das nicht der Fall sein, muss unter anderem ein sogenannter Fäkalientank für das Abwasser her. Der darf jedoch nicht ohne Weiteres aufgestellt werden. Im Vorfeld muss eine Genehmigung eingeholt werden.

Am besten informieren sich Bauunternehmer, beziehungsweise Bauherren bereits im Vorfeld über ihre Möglichkeiten. Eine detaillierte Planung des Container-Aufbaus ist wichtig, damit der gesamte Bauplan nicht in Verzug gerät.

Platzierung der Wohncontainer

Die Container, in denen die Handwerker untergebracht sind, sollte nicht an Lärmquellen, wie Hauptverkehrsstraßen aufgebaut werden. Auf diese Weise können sie sich am Abend nach getaner Arbeit entsprechend erholen.

Gleichzeitig müssen Sie darauf achten, dass die Wege möglichst kurz gehalten sind. Idealerweise wird der Wohncontainer deshalb direkt vor Ort an der Baustelle aufgebaut. Sollte das nicht möglich sein, gibt es jedoch noch andere Möglichkeiten.

Beispielsweise können Sie bei Ihrer Kommune nach einem geeigneten Ort zum Ausweichen fragen. Dabei werden dann Plätze vermittelt, die  nur wenige Minuten von der Baustelle entfernt liegen.

An einer guten Infrastruktur sollte es dabei nicht fehlen. Ärzte, Lebensmittelgeschäfte und andere Geschäfte des täglichen Bedarfs sollten in der Nähe zu finden sein.

Bauantrag nicht vergessen

Bei einem Container handelt es sich letztlich um ein feststehendes Gebäude. Deshalb wird zusätzlich zum Bauantrag des Hauses ein Antrag für den Container bei der zuständigen Bauaufsichtsbehörde fällig, wenn er länger als 14 Tage vor Ort benötigt wird. Im Vorfeld sollten Sie sich jedoch unbedingt die nötigen Informationen beim Amt einholen, da das Baurecht in Deutschland von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt ist.

Container oft günstiger für Handwerker und Bauunternehmen

Eine Alternative zum Wohncontainer können Hotels oder Pensionen sein. Allerdings sind die Kosten hier deutlich höher als etwa bei einer Unterbringung in einem Wohncontainer. Gerade für Baufirmen, die mit festen Handwerkern arbeiten, lohnt sich die Anschaffung entsprechender Container, da sie nach jedem Auftrag abgebaut und für den nächsten Einsatz genutzt werden können.

Fazit

Handwerker müssen sich nach einem harten Tag auf der Baustelle erholen können. Dabei hilft ein Wohncontainer ungemein. Er wird direkt neben oder in der Nähe der Baustelle aufgebaut, sodass die Handwerker nur kurze Wege zurücklegen müssen. Allerdings ist der Wohncontainer auch an bestimmte Voraussetzungen geknüpft. Hier sollten sich Bauherren und Baufirmen, die solche Container nutzen wollen, im Vorfeld informieren.

Bild: pixabay.com, © Antranias, CC0 1.0

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