Grunderwerbsteuer Niedersachsen 2019

Grunderwerbsteuer Niedersachsen 2019

Zu den bekanntesten Baunebenkosten gehört die Grunderwerbsteuer. Sie wird generell bei jedem Immobilienkauf in Deutschland fällig. Seit 1998 sah der Gesetzgeber eine bundesweit einheitliche Grunderwerbsteuer in Höhe von 3,5 Prozent vom Kaufpreis vor. Seit 2007 aber können die Länder die Höhe der Steuer selbst festlegen. In Niedersachsen nutzte man die Chance erstmals zum 01.01.2011 und setzte eine Grunderwerbsteuer von 4,5 Prozent fest. Nur drei Jahre später, per 01.01.2014 wurde die Grunderwerbsteuer nochmals angehoben, auf nunmehr fünf Prozent. Damit liegt Niedersachsen im bundesdeutschen Mittelfeld.

Diese Grunderwerbsteuer fällt in Niedersachsen an!

Nun sind Prozentangaben immer etwas theoretisch gehalten und man kann sich nicht vorstellen, wie viel diese ausmachen. Deshalb soll ein Beispiel weiterhelfen. Dabei nehmen wir beispielhaft nur unbebaute Grundstücke an, auf denen ein Massivhaus errichtet werden soll. Im Fall 1 wird das Grundstück von einem privaten Verkäufer erworben, im Fall 2 von dem Bauträger, der später das Massivhaus bauen soll. Dies ist wichtig, weil es hier eine Besonderheit gibt – und zwar wird die Grunderwerbsteuer aus dem Gesamtpreis von Grundstück und Haus errechnet.




Als Beispiel nehmen wir ein Grundstück in der Kreisstadt Northeim:

 BerechnungsformelFall 1Fall 2
Grundstücksgröße522 m²522 m²
Kosten / m²62,60 €62,60 €
Gesamtkosten Grundstück522 m² * 62,60 €32677,20 €32677,20 €
Kosten Massivhaus129.900,00 €129.900,00 €
Gesamtkosten Haus + Grundstück129.900,00 € + 32677,20 €162.577,20 €162.577,20 €
Grunderwerbsteuer32677,20 € * 5,0 %
162.577,20 * 5,0 %
1.633,86 €8.128,86 €

Tipp: Die Unterschiede in der Grunderwerbsteuer belaufen sich somit auf mehr als 6.495 Euro, so dass es sich immer lohnt, ein bauträgerfreies Grundstück zu kaufen.

 

Grunderwerbsteuer Niedersachsen – Wann muss NICHT gezahlt werden?

Generell ist die Grunderwerbsteuer bei jedem Immobilienverkauf zu zahlen, der eine Immobilie innerhalb Deutschlands betrifft.

Ausnahmen gelten bei bestimmten Personengruppen, wie

  • Verwandten ersten Grades und
  • Ehe- bzw. Lebenspartnern.

Werden Immobilien von diesen Personen erworben, entfällt die Grunderwerbsteuer. Auch bei geschiedenen Ehepartnern bzw. bei Lebenspartnern, deren Lebenspartnerschaft aufgelöst wurde, kann die Grunderwerbsteuer entfallen. Voraussetzung dafür ist, dass der Kaufvertrag im Rahmen der Vermögensauseinandersetzung geschlossen wird.

Zusätzlich sind Immobilien mit extrem geringem Wert von der Grunderwerbsteuer ausgeschlossen, die jedoch in der Praxis kaum erworben werden. Der Grenzwert beträgt hierbei 2.500,00 Euro. Wird dieser nicht überschritten, fällt auch keine Steuer an. Bei Überschreitung dieser Freigrenze selbst nur um einen Euro, muss sofort der gesamte Betrag versteuert werden.

Grunderwerbsteuer Niedersachsen

Fälligkeit der Grunderwerbsteuer

Wenn sich Käufer und Verkäufer auf einen Kaufpreis geeinigt haben, wird in der Regel der Kaufvertrag beim Notar aufgesetzt. Sobald dieser unterzeichnet ist, kann der Fiskus den Steuerbescheid erstellen. Dabei ist es unerheblich, ob die Zahlung des Kaufpreises bereits erfolgt ist oder nicht. Nach Zugang des Steuerbescheids bleibt dem Steuerschuldner eine Frist von einem Monat zum Begleichen der Schuld. Zwar liegt es im Ermessen des zuständigen Finanzamts auch längere Zahlungsfristen zuzulassen, doch wird von diesem Recht in der Praxis kaum Gebraucht gemacht.

Allerdings kann die Grunderwerbsteuer innerhalb von zwei Jahren nach Abschluss des Kaufvertrags gesenkt werden, sofern sich Käufer und Verkäufer auf eine Kaufpreisminderung einigen bzw. diese aufgrund von Sachmängeln notwendig wird. Für die Reduzierung der Steuer muss ein schriftlicher Antrag beim zuständigen Finanzamt gestellt werden. Dabei ist die Zwei-Jahres-Frist einzuhalten.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?
  • 4,8
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
(14 Bewertungen, Ø 3,9)
3,9 von 5 Sternen
5 Sterne
4
4 Sterne
7
3 Sterne
2
2 Sterne
0
1 Stern
1