Massivhaus Fertighaus – Vorteile Nachteile

Das Grundstück ist gefunden, jetzt gilt es nur noch, ein passendes Haus zu bauen. Dabei stehen viele Bauherren vor einer grundlegenden Frage – soll es ein Massivhaus oder ein Fertighaus sein, das errichtet wird? Beide Hausbauvarianten haben hierzulande Tradition und konnten sich am Markt bereits mehrfach durchsetzen. Doch welcher Hausbauvariante sollte letzten Endes tatsächlich der Vorzug gegeben werden?

Massivhaus Fertighaus – Die Größten Unterschiede

Massivhaus Fertighaus - Massivhaus im Bau!
Massivhäuser zeichnen sich dadurch aus, dass sie aus massiven Materialien hergestellt werden.

Um diese Frage zu beantworten, sollte man sich die grundlegenden Unterschiede zwischen beiden Varianten einmal genauer anschauen. Massivhäuser zeichnen sich dadurch aus, dass sie aus massiven Materialien hergestellt werden. Dies gilt sowohl für die äußeren Wände, wie auch für die tragenden Wände.

Als Materialien kommen dabei

  • Porenbeton,
  • Kalksandstein oder
  • Ziegel

und viele mehr in Betracht.

Wichtig hierbei:

Die Materialien für das Massivhaus müssen in der Grundsubstanz aus Materialien bestehen, die auch natürlich vorkommen, wie etwa Ton oder Gips und Kalk.

Fertighausteile werden direkt auf der Baustelle montiert!
Fertighausteile werden direkt auf der Baustelle montiert!

Fertighäuser hingegen zeichnen sich dadurch aus, dass die Grundkonstruktion vorgefertigt ist. Sie kann beispielsweise als Holzkonstruktion gefertigt sein, was am häufigsten der Fall ist.

Die einzelnen Elemente werden zur Baustelle geliefert und dort zusammengesetzt. Die Gestaltung der Grundrisse und die Architektur sind zudem vorgegeben und lassen sich nur gegen entsprechenden Kostenaufwand verändern.

 

Die Individualität bei Massivhäusern und Fertighäusern

Es ist zu beachten, dass es das Fertighaus mittlerweile sogar in Massivbauweise gibt. In diesem Fall werden massive Baustoffe verwendet, mit denen die Vorteile des Massivhauses realisiert werden können. Die Bauteile werden dann zwar ebenfalls vor Ort zusammengesetzt, können aber durchaus auch mit Beton vergossen werden.

Folgende Aufstellung beziehen sich weitestgehend auf die Fertighäuser in Holzständerbauweise:

Massivhaus

Fertighaus / Holzständerbauweise

Individuelle Planung durch den Architekten ist jederzeit möglich. Die Gegebenheiten des Grundstücks, sowie die Anpassung an die individuelle Wohnsituation sind denkbar. Auch spätere Anpassungen bei Veränderungen der Wohnsituation, wie Anbauten und Co. sind jederzeit möglich.Immer mehr Fertighäuser (mehr als 2/3 werden heute individuell geplant). Veränderungen an standardisierten Haustypen ziehen neue Statikberechnungen und Co. nach sich, die mit vermehrten Kosten zu Buche schlagen. Allerdings ist die Auswahl der Fertighäuser mittlerweile deutlich angestiegen, so dass ein gewisses Maß an Individualität gegeben ist.

 

Schallschutz, Wärmespeicherung und Co. bei Massivhäusern und Fertighäusern

Ebenfalls zeigen sich Unterschiede hinsichtlich Schallschutz, Wärmespeicherung und Co.

Massivhaus

Fertighaus / Holzständerbauweise

Hinweis: Hinsichtlich Wärme, Atmung und Schallschutz stehen Fertighäuser in massiver Bauweise den reinen Massivhäusern in nichts nach!
Vorteil: Luft- und Trittschallschutz durch sehr schwere, verwendete Materialien hervorragendNachteil:Man unterscheidet grundsätzlich zwischen der Hoilzständerbeuweise und der massiven Fertigbauweise. Bei einem Fertighaus in Holzständerbauweise ist der Schallschutz aufgrund der dünneren Außenwände deutlich geringer.
Vorteil: Wärmespeicherung durch dicke Außenwände sehr gut, Wärme wird gespeichert und nach und nach zurück an die Raumluft gegebenNachteil: thermisch geschlossene Außenhülle – Wärme und Kälte können nicht entweichen, allerdings ist auch ein Luftaustausch nicht möglich
Vorteil: sehr gutes Wohnklima aufgrund der Verwendung von Naturprodukten – Wasserdampf wird sowohl absorbiert, als auch wieder abgegeben, so dass sich das Raumklima auf natürliche Weise regulieren lässtNachteil: oft sehr trockenes Raumklima
Vorteil: hervorragende FeuerbeständigkeitNachteil: Beständigkeit gegenüber Feuer durch Holzkonstruktionen wesentlich geringer
Vorteil: Wände lassen sich sogar nach Wasserschäden vergleichsweise einfach wieder herstellenNachteil: Trocknung nach Wasserschäden durch Holzkonstruktion schwieriger

 

Preise und Kosten unterscheiden sich deutlich

Ebenfalls unterscheiden sich die Fertighaus und Massivhäuser hinsichtlich der preislichen Faktoren sehr deutlich voneinander, wie die folgende Auflistung beweist:

Massivhaus

Fertighaus / Holzständerbauweise

Vorteil: Banken ermöglichen in der Regel höhere Beleihungsgrenzen, da der Wiederverkaufswert vergleichsweise höher liegt als beim FertighausNachteil: Wiederverkaufswert liegt oft 20 % - 40 % unter dem des Massivhauses
Nachteil: kostenintensive Herstellung und Planungggf. Vorteil: geringe Kosten für die Herstellung dank vorgefertigter Bauteile in großen Stückzahlen (Gilt in der Regel nicht für individuell geplante Fertighäuser)
Nachteil: lange Bau- und Trocknungszeiten, die länger andauernde Mietzahlungen nach sich ziehenVorteil: kurze Bauzeiten – mitunter nur wenige Tage
Nachteil: Bau meist nur in trockenen Monaten möglichVorteil: Bau auch im Winter oder feuchten Herbstmonaten möglich
Vorteil: Hohe Wertbeständigkeit, da die Wände und Decken im wesentlichen aus Mauerwerk, Beton oder Ziegeln bestehen.Nachteil: geringere Wertbeständigkeit, da die Lebensdauer etwas geringer eingeschätzt wird

Lesen Sie dazu unsere beiden aktuellen Artikel:

 

Was gilt es sonst noch zu beachten?

Vielfach werden auch die Eigenleistungen, die erbracht werden können, beim Massivhaus als Vorteil bezeichnet. Grundsätzlich kann hier ein Mehr an Eigenleistungen realisiert werden. Aber selbst das Fertighaus gibt es längst in verschiedenen Ausbaustufen. So kann der künftige Eigenheimbesitzer genauso entsprechende Eigenleistungen mit einbringen.

Bei Fertighäusern werden Heizung, Lüftungsanlage und Co. eingesetzt, die schon etliche Male erprobt wurden. Die Dimensionierung ist also optimal auf das jeweilige Haus abgestimmt. Bei Massivhäusern gibt es zwar ebenfalls Erfahrungswerte, wie groß zum Beispiel die Heizkörper ausgelegt werden müssen, damit sie eine optimale Leistung erbringen, allerdings wird sich erst nach vollendetem Bau zeigen, ob diese Dimensionierungen auch tatsächlich so agieren, wie ursprünglich erhofft.

Fertighäuser, die mit einer Holzkonstruktion angefertigt wurden, erfreuen sich großer Beliebtheit. Der natürliche Baustoff ist nachhaltig und leicht zu bearbeiten. Mit Hilfe leistungsstarker Wärmedämmsysteme lassen sich diese Häuser ebenfalls entsprechend der aktuellen Vorgaben der Energieeinsparverordnung realisieren, sogar als reine Holzhäuser. Eine natürliche Luftschadstoffaufnahme des Materials Holz sorgt zudem dafür, dass Allergiker aufatmen können. Allerdings kann das reine Holzhaus auch anfälliger gegenüber dem Befall mit Ungeziefer sein, so dass hier die Bausubstanz beschädigt werden kann.

 

Weitere Hausbauvarianten

Neben dem Massivhaus und dem Fertighaus als häufigste Vertreter der Hausbauvarianten finden sich noch einige weitere am Markt, so etwa die Selbstbausätze für den Hausbau. (Was ist ein Bausatzhaus?) Hier gibt es ebenfalls einige Vor- und Nachteile zu berücksichtigen.

Bei dieser Variante werden die kompletten Materialien für den Hausbau in Bausteinen zur Verfügung gestellt. Dabei haben diese bereits die richtigen Abmessungen und werden auch in der korrekten Menge angeliefert. Eine Einführung für den Aufbau gibt es bei Anlieferung ebenfalls.

Als Materialien kommen unter anderem

  • Schalungssteine aus Styropor (sehr leicht),
  • Porenbetonsteine und
  • Steine aus Holz

in Frage. Mit etwas handwerklichem Geschick kann man sich den Rohbau des Hauses so komplett selbst aufbauen. Durch diese erbrachten Eigenleistungen lässt sich zudem reichlich Geld sparen. Allerdings sollte man den Zeitfaktor nicht außer Acht lassen. Selbst wenn Freunde und Familie mit eingespannt werden, bleibt oft nur nach Feierabend oder an den Wochenenden Zeit für den Hausbau. Unvorhergesehene Ereignisse können selbst einen großzügig berechneten Zeitplan aus dem Takt bringen. Besonders schwierig ist dies, wenn die bisherige Mietwohnung bereits gekündigt wurde und man definitiv zu einem fixen Termin sein Haus fertig haben muss.

Die zweite Variante sind reine Holzhäuser, die ebenfalls in Fertigbauweise, als Bausatzhaus oder sogar als massives Blockbohlenhaus zur Verfügung gestellt werden. Die rustikale Bauweise erfreut sich einer großen Beliebtheit und kann auch hierzulande immer mehr Anhänger für sich verbuchen.

 

Fazit: Welche Bauweise ist besser? Massivhaus oder Fertighaus?

Zusammenfassend lässt sich folgendes Fazit ziehen, wenn man sich für das Massiv- oder Fertighaus entscheidet:

Massivhaus

Fertighaus / Holzständerbauweise

+ höhere Individualität und Anpassungsfähigkeit- geringere Individualität und Anpassungsfähigkeit
+ höhere Wertbeständigkeit- geringere Wertbeständigkeit
+ höhere Lebensdauer- geringere Lebensdauer
+ höhere Beleihungsgrenzen- geringere Beleihungsgrenzen
+ besserer Schallschutz- geringerer Schallschutz
+ angenehmes Raumklima- trockenes Raumklima
+ ggf. höhere Baukosten+ geringere Baukosten
- längere Bauzeit (3-6 Monate)+ kürzere Bauzeiten (3-5 Tage)
- schwierige Optimierung der technischen Ausrüstung+ optimale Ausstattung und Dimensionieren mit technischen Anlagen
+ Besichtigung von Musterhäusern denkbar+ Besichtigung von Musterhäusern denkbar

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