Eternitplatten entsorgen – Achtung Falle

Eternitplatten entsorgen

In vielen Häusern sind auch heute noch Eternitplatten verbaut. Dabei steht die Bezeichnung als Markenname für einen Zement, der mit haltbaren Fasern gemischt wurde. Die Eternitplatten sind in den unterschiedlichsten Größen und Formen erhältlich, ob als kleine, quadratische Dachschindel oder als Großplatte mit einer Seitenlänge von mehr als einem Meter.

Typischerweise bestanden Eternitplatten aus Asbestfasern und Zement. Diese wurden bis etwa 1993 eingesetzt. Heute wird der Zement mit Glas- oder Kunststofffasern gemischt. Dadurch können moderne Eternitplatten bedenkenlos eingesetzt werden. Allerdings gibt es auch noch einige Anbieter auf dem Markt, vor allem außerhalb Europas, die noch asbesthaltige Eternitplatten anbieten. Ebenso ist Obacht geboten, wenn gebrauchte Eternitplatten gekauft werden. Generell gilt in Deutschland nämlich ein Verbot der Montage asbesthaltiger Baustoffe.

Allerdings finden sich oft bei der Renovierung des eigenen Hauses noch Altbestände, da Eternitplatten mit Asbestfasern früher sehr häufig verbaut wurden. Der gesundheitsschädliche Asbeststaub wird jedoch bei jedem noch so kleinen Bruch der Platten freigesetzt und kann somit großen Schaden anrichten. Deshalb ist die Entsorgung der alten, gesundheitsschädlichen Eternitplatten auch nicht ganz einfach.

Eternitplatten entsorgen - Eternitplatte auf einem Dach
Eternitplatte auf einem Dach. Die Entsorgung ist nicht ungefährlich und sollte nur mit Schutzanzügen oder von Fachleuten durchgeführt werden!

Eternitplatten nur im Ganzen entsorgen

So sieht der Gesetzgeber vor, dass Eternitplatten, egal, welcher Art und Größe, nur im Ganzen entsorgt werden dürfen. Sie müssen in der ursprünglichen Größe auf die öffentlichen Wertstoff- oder Schadstoffhöfe gebracht werden. In einigen Regionen ist es sogar vorgeschrieben, dass nur professionelle und spezialisierte Entsorgungsunternehmen die Eternitplatten entsorgen dürfen. Welche Regeln und Vorschriften vor Ort gelten, darüber sollten sich Eigenheimbesitzer vor der Demontage und Entsorgung informieren.

 

 

In der Regel wissen die kommunalen Abfallbehörden Antwort auf alle Fragen rund um die Entsorgung der asbesthaltigen Baustoffe und auch, welche Kosten auf den Entsorger zukommen. Viele Entsorgungsfirmen bieten zudem ein Gesamtpaket für die Entsorgung an. Dieses besteht aus

 

  • Demontage der Eternitplatten,
  • Transport zum nächsten Wertstoffhof und
  • fachgerechter Entsorgung der Eternitplatten.

 

Allerdings lauern hier Gefahren für den Laien. Denn längst nicht alle Dienstleister in diesem Bereich arbeiten seriös. Damit die Eternitplatten gesetzeskonform entsorgt werden können, ist es erforderlich, dass das Unternehmen behördlich zugelassen ist. Zudem muss eine Genehmigung nach der technischen Regel für Gefahrstoffe 517 (TRGS 517) vorliegen. Im Zweifel kann man Auskünfte darüber bei der Stadtverwaltung erhalten.

 

Muss ich auch für kleine Mengen ein Unternehmen beauftragen?

Nein, grundsätzlich können kleinere Eternitplatten auch selbst entsorgt werden. In der Regel bieten die Abfallbehörden dafür spezielle Plastiksäcke und –folien an. Die demontierten Eternitplatten müssen sofort nach der Demontage in diese Säcke bzw. Folien gefüllt werden. Auch können versierte Heimwerker die Eternitplatten selbst demontieren, sollten dabei aber die Sicherheitsvorschriften beachten. Zu diesen zählt vor allem die passende Schutzkleidung, bestehend aus einer Atemmaske und ärmeldichten Handschuhen.

 

Welche Kosten kommen beim Entsorgen asbesthaltiger Eternitplatten auf mich zu?

Die Kosten für die Entsorgung der Eternitplatten können sehr unterschiedlich ausfallen. Je nach Unternehmen und angefragter Leistung ergeben sich große Unterschiede. Diese können vor allem auch regional sehr extrem ausfallen, so dass sich hier in jedem Fall ein Vergleich lohnt. Dadurch lässt sich eventuell sogar der Aufwand bei der Entsorgung der Eternitplatten reduzieren. Solange es sich um haushaltsübliche Mengen der Eternitplatten handelt, halten sich die Kosten in Grenzen. Man geht bei einer bis zu dreifachen Kofferraumbeladung eines PKWs von einer haushaltsüblichen Menge aus.

Video von der Eternit Entsorgung

Alte Eternitplatten ersetzen

Auch wenn es trotz des seit Jahrzehnten geltenden Verbots von Asbest nicht möglich ist, neue Eternitplatten mit diesem Material einzubauen, wurde doch nie die Pflicht ausgesprochen, die vorhandenen Eternitplatten auszutauschen. Wer dies nun aber aus gesundheitlichen Gründen tun möchte, benötigt Alternativen für die gesundheitsschädigenden Baumaterialien. Moderne Eternitplatten können dann die richtige Wahl sein.

Sie werden, wie eingangs erwähnt, mit Glas- oder Kunststofffasern versehen. Angeboten werden die modernen Eternitplatten im Bau- und Baustoffmarkt, im Internet und direkt vom Hersteller. Ein Preisvergleich ist hier durchaus empfehlenswert, da die Unterschiede sehr hoch ausfallen können. Ebenfalls kann man beim Dachdecker nach modernen Eternitplatten fragen. Dieser kann oft sehr günstige Preise durch große Abnahmemengen beim Hersteller gewähren. Zudem kann der Dachdecker ein Angebot unterbreiten, das neben den eigentlichen Eternitplatten auch den Transport, das passende Zubehör und die Montage beinhaltet. So entsteht häufig ein sehr günstiges Gesamtpaket.

Insbesondere beim Transport sollten Käufer moderner Eternitplatten Obacht geben. Der kann nämlich schnell teuer werden. Ein Quadratmeter der Eternitplatten bringt bereits 15 Kilogramm Gewicht auf die Waage. Demnach wird für den Transport entweder ein professioneller Baustoffspediteur benötigt oder aber ein Transportfahrzeug, das speziell auf diese Transportart ausgerichtet ist, muss angemietet werden. Das sollten Heimwerker vor dem Kauf berücksichtigen.

 

Was kosten moderne Eternitplatten?

Vielfach setzen Heimwerker auf eher kleine Eternitplatten mit Überlappungen. Wie viele von ihnen pro Quadratmeter Fläche benötigt werden, ist jedoch sehr unterschiedlich. Als Faustregel gilt hier: Je flacher die Neigung, auf der die Eternitplatten angebracht werden sollen, desto mehr von ihnen werden für die gleiche Fläche benötigt.

 

 

Die Kosten variieren bei den Eternitplatten ebenfalls sehr stark. Preiswerte Exemplare in quadratischer Schindelform sind bereits ab etwa 1,40 Euro pro Stück erhältlich. Man geht hier von einem Seitenmaß von etwa 30 Zentimetern aus. Sollen die Eternitplatten an einer senkrechten Wand angebracht werden, benötigt man pro Quadratmeter Fläche etwa 20 Stück. Liegt die Dachneigung bei mehr als 45 Grad, beläuft sich der Bedarf auf 22 Platten und bei einer Neigung von unter 25 Grad sind es bereits 25 Platten.

 

Dadurch entstehen folgende beispielhafte Kosten:

  • Dachneigung = 45 Grad
  • Dachfläche = 30 m²
  • Eternitplatten als Dachschindel – Seitenmaß 30 cm – Preis: 1,40 Euro/Stück

 

Benötigte Eternitplatten/m² = 22 Stück

22 Eternitplatten/m² * 30 m² = 660 Stück

660 Eternitplatten * 1,40 Euro = 924,00 Euro

 

Für unser 30 Quadratmeter großes Dach entstehen also Kosten von 924,00 Euro für die Eternitplatten. Damit sind jedoch lediglich die Kosten für das Material gemeint, nicht etwa für die Montage, das nötige Zubehör und den Transport. Diese können noch einmal mehrere Hundert Euro in Anspruch nehmen.

 

Wird dagegen ein gleich großes Flachdach mit Eternitplatten gedeckt, sinkt der Preis wie folgt:

20 Eternitplatten/m² * 30 m² = 600 Eternitplatten

600 Eternitplatten * 1,40 Euro = 840,00 Euro

 

Legt man ein Dach mit weniger als 25 Grad Neigung zugrunde, entsteht folgende Rechnung:

25 Eternitplatten/m² * 30 m² = 750 Eternitplatten

750 Eternitplatten * 1,40 Euro = 1.050,00 Euro.

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