Zwergmispel Arten Standort Vermehrung

Zwergmispel – alles, was Sie wissen müssen

Zu den beliebtesten Pflanzen in deutschen Gärten gehört zweifelsohne die Zwergmispel. Die Pflanze kommt als buschiger Strauch daher und überzeugt mit den kräftigen Farben. Gleichzeitig ist sie in der Lage, das gefürchtete Unkraut im Garten zu bekämpfen und selbst recht wenige Ansprüche zu stellen. Die Zwergmispel gehört zu den Kernobstgewächsen und zur Familie der Rosengewächse. Da sie nur wenig Pflege benötigt und geringe Ansprüche an Boden und Standort stellt, eignet sie sich ideal für den Hobbygärtner mit wenig Zeit oder den Anfänger im Garten.

Zwergmispel
Die Zwergmispel kommt als buschiger Strauch daher und überzeugt mit den kräftigen Farben.

 

Zwergmispel bringt große Artenvielfalt mit sich

Aufgrund der vielen verschiedenen Untergattungen der Zwergmispel kann sie sowohl als immergrüne, als auch als sommergrüne Pflanze daher kommen. Seltener sind die Arten, die nicht als buschiger Strauch, sondern als Baum wachsen. Ebenfalls finden sich niederliegende Arten, sie erreichen eine Höhe von bis zu 15 Zentimetern. Größere Varianten der Zwergmispel, die botanisch auch als Cotoneaster bezeichnet wird, können Höhen bis zu 15 Metern erreichen.

Allerdings ist zu beachten, dass die Zwergmispel auch schwach giftig ist. Vor allem die Früchte enthalten Gifte, weshalb die Pflanzen ungeeignet für Gärten mit Kindern oder Haustieren sind, sofern diese nicht ständig unter Aufsicht stehen.

Ursprünglich stammt die Pflanze aus Europa, ist aber auch in Nordafrika beheimatet. Selbst in den Gebirgen von Südwestchina oder im Himalaya finden sich einige Arten der Zwergmispel. Diese unterscheiden sich jedoch von den hierzulande heimischen Arten, weil sie frostfest sind und sich dem Klima an ihrem Standort angepasst haben.

 

Insgesamt zählt man 90 verschiedene Arten der Zwergmispeln. Man unterscheidet diese grob in

  • niederliegende,
  • kriechende,
  • kugelige,
  • buschige oder
  • überhängende

 

Varianten. Durch diese Artenvielfalt kann man die Zwergmispel im Kübel ebenso anpflanzen, wie als Hecke oder gar Rasenersatz. Da die Zwergmispeln keine Stacheln aufweisen, sind Pflege und der hin und wieder nötige Rückschnitt problemlos zu realisieren. Die Blätter sind wechselständig angeordnet und ungeteilt. Sie können sich mit zunehmendem Alter, das an einer dunkelgrünen Färbung einfach zu erkennen ist, in den Herbstmonaten kräftig gelb oder rot verfärben.

Die Blüten entstehen zwischen Mai und Juni, abhängig von der Unterart. Sie sind sehr klein, weiß oder auch hellrosa eingefärbt. Sie erscheinen in Schirmtrauben oder –rispen und sind ein Anziehungspunkt für Bienen. Im Laufe des Sommers entwickeln sich aus den Blüten die kleinen Beeren, die ab Herbst ihre Farbe verändern. Sie können von orangerot bis schwarz gefärbt auftreten. Bis zum Februar halten sich die Früchte bei einigen Arten, so dass sich die Zwergmispel nicht nur ideal als Zierpflanze für den eigenen Garten eignet, sondern auch vielen Vögeln im Winter als Nahrung dient.

 

Welche Zwergmispel-Arten sind in Deutschland beliebt?

In Deutschland ist man nicht festgelegt auf eine bestimmte Art der Zwergmispel, sondern es gibt zahlreiche verschiedene Cotoneaster-Arten, die sich bewährt haben. Folgende Tabelle gibt einen kleinen Überblick über die hierzulande begehrten Sorten:

ArtBlätterWuchsBesonderheiten
Cotoneaster dammeri – Coral BeautyDunkelgrün glänzend, bunte Färbung im HerbstNiederliegend und bogig überhängend bis 70 cm hoch- 5 bis 7 Pflanzen pro m²
- Sonnige bis schattige Standorte
Cotoneaster dammeri – Golden SpringDunkelgrün glänzend, junge Blätter gelbgrün und gesprenkeltFlach und teppichbildend, bis 20 cm hoch8 bis 12 Pflanzen pro m²
Sonnige bis schattige Standorte
Cotoneaster dammeri – Streibs FindlingDunkelgrün glänzend mit bunter Färbung im HerbstEher schwacher und kompakter Wuchs bis 15 cm hoch13 bis 18 Pflanzen pro m²
Sonnige bis halbschattige Standorte
Cotoneaster dammeri – EichholzBlaugrün gefärbt mit rotem AustriebNiedrig überhängender Wuchs bis 50 cm hoch5 bis 7 Pflanzen pro m²
Sonnige bis halbschattige Standorte
Cotoneaster dammeri – RadicansDunkelgrün glänzendFlach und teppichbildend bis 20 cm hoch8 bis 12 Pflanzen pro m²
Sonnige bis schattige Standorte
Cotoneaster dammeri – Hachmanns WinterjuwelDunkelgrün glänzendNiedrig und überhängend, bis 50 cm hoch5 bis 7 Pflanzen pro m²
Sonnige, bis schattige Standorte
Cotoneaster dammeri – Frieders EvergreenDunkelgrün glänzendSchwacher, kompakter Wuchs bis 15 cm8 bis 12 Pflanzen pro m²
Sonnige bis halbschattige Standorte
Cotoneaster horizontalis – FächerzwergmispelGlänzend, rundlich, dunkelgrünBodendeckerKräftig rote Früchte mit starkem Kontrast zum Laub
Cotoneaster salicifolius – weidenblättrige ZwergmispelDunkelgrün auf der Oberseite, filzig auf der UnterseiteKann bis zu fünf Meter hoch werdenDoldenrispen ab Juni, sehr stark duftend und weiß gefärbt
Cotoneaster bullatus – Runzlige Zwergmispel/AmselbrotbaumDunkelgrün mit orange bis bräunlicher Färbung im HerbstStrauch bis zu drei Meter hochSehr aufrechter, breiter Wuchs
Windfest
Winterhart
Cotoneaster multiflorus – Vielblütige ZwergmispelMittelgrün mit bunter HerbstfärbungAufrecht und trichterförmig mit überhängendenSonnige bis halbschattige Standorte

 

Welche Ansprüche stellt die Zwergmispel an ihren Standort?

Die Zwergmispel gehört zu den pflegeleichten und anspruchslosen Pflanzen. Dennoch bevorzugt sie kalkhaltige durchlässige Böden, die am besten gut drainiert sind. Allerdings gedeiht die robuste Zwergmispel ebenfalls auf sauren bis alkalischen Böden sehr gut. Lediglich die Staunässe verträgt die Zwergmispel nicht, doch diese ist den allermeisten Pflanzen ein Graus. Ob ein sonniger oder halbschattiger, ja sogar schattiger Standort gewählt wird, ist der Pflanze fast gleichgültig. Jedoch sollten die Hobbygärtner hier einen Blick auf die genaue Beschreibung der jeweiligen Unterart werfen.

Die Pflege ist bei der Zwergmispel sehr einfach zu handhaben. Für einen kräftigen Wuchs sollte im Frühjahr eine Grunddüngung in den Boden gebracht werden. Ideal geeignet ist ein stickstoff- und kaliumhaltiger Dünger. Einige Zwergmispeln leiden unter Eisenmangel, den so genannten Chlorosen. Er lässt sich vor allem am Laub der Kleinsträucher erkennen, kann aber mit einer einfachen Auflockerung des Bodens schnell behoben werden. Vor dem Anpflanzen der Zwergmispel sollte der Standort von Unkraut befreit werden. Ist die Pflanze dann kräftig gewachsen, hat Unkraut an diesem Standort aber keine Chance mehr.

Die tägliche Pflege hält sich ebenfalls in Grenzen. Natürlich sollte die Pflanze in der Wachstumsphase gegossen werden, doch ist das erst nötig, wenn das Substrat ausgetrocknet ist. Es kann vorkommen, dass der Wurzelballen der Zwergmispel austrocknet, doch das schadet der Pflanze nicht. Zu starkes Gießen sollte aufgrund der Gefahr von Staunässebildung vermieden werden.

In den Wintermonaten können Zwergmispeln im Garten bleiben, sie sind frosthart. Trotzdem ist es sinnvoll, sie mit Mulch abzudecken, um ihnen einen gewissen Grundschutz gegen den Frost zu bieten. Auch Pflanzenvlies kann zum Schutz verwendet werden.

 

Der aufwändigste Pflegeschritt für die Cotoneaster-Arten ist der Rückschnitt, der regelmäßig erfolgen sollte. Bei bodendeckenden Arten ist ein radikaler Rückschnitt angezeigt. Wann der Rückschnitt erfolgen sollte, ist ebenfalls abhängig von der Unterart. Bei laubabwerfenden Arten hat sich der Rückschnitt in den Wintermonaten bewährt. Immergrüne Arten der Zwergmispel werden dagegen am besten im Frühjahr zurückgeschnitten und heckenartige Zwergmispeln lassen sich idealerweise im August in Form schneiden.

Wie kann ich Zwergmispeln vermehren?

Um die Zwergmispeln zu vermehren, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen lassen sich die reifen Beeren aussäen, aber auch Absenker, Ableger und Stecklinge der halb oder vollständig ausgereiften Triebe sind zur Vermehrung geeignet.

Die so entstandenen Pflanzen können von Oktober bis Mai ausgepflanzt werden. Wichtig ist lediglich, dass beim Auspflanzen kein starker Frost auftritt. Bei der Vermehrung mittels Stecklingen werden etwa acht Zentimeter lange Triebe in die Erde gesetzt, wo sie einwurzeln und wachsen können. Damit das Wachstum zusätzlich unterstützt wird, kann man durch das Abdecken der Stecklinge mit einer Plastikhaube für eine erhöhte Luftfeuchtigkeit sorgen.

 

Welche Schädlinge befallen die Zwergmispel?

Die Zwergmispel wird im Wesentlichen von drei Schädlingen befallen:

 

  1. Blutläuse
  2. Schildläuse
  3. Feuerbrand

 

Die Blutläuse zählen zu den Blattläusen und stammen ursprünglich aus Amerika, sind aber schon vor langer Zeit nach Deutschland eingeschleppt worden. Vor allem Ziergehölzen widmen Blutläuse ihre Aufmerksamkeit. Als Ursachen gelten eine Überdüngung mit Stickstoff oder ein genereller Nährstoffmangel der Pflanzen. Um die Blutläuse auf natürlichem Wege loszuwerden, lohnt es sich,

  • Marienkäfer,
  • Gallmücken,
  • Schlupfwespen,
  • Weichkäfer,
  • Spinnen,
  • Blutlauszehrwespen oder die
  • Larven der Florfliegen

 

einzusetzen. Sie alle zählen zu den natürlichen Fressfeinden der Blutläuse, ebenso wie Vögel. Wer auf diese Bekämpfung verzichten will, kann die Blutläuse auch absammeln. Dies muss aber geschehen, bevor sich das Wachsgespinst vollständig gebildet hat. Ist dieses bereits vorhanden, kann man lediglich mit einem scharfen Wasserstrahl, mit Pflanzenöl-Emulsionen, Ammoniak- oder Natronlösungen gegen die Schädlinge vorgehen.


Die Schildläuse sind vor allem durch eine Verfärbung der Blätter oder abgestorbenes Gewebe in diesen erkennbar. Sie geben ein Gift ab, das genau zu diesen Veränderungen an den Pflanzen führt. Die natürlichen Feinde sind auch hier Schlupfwespen und Marienkäfer. Wird ein Befall mit Schildläusen entdeckt, sollten die befallenen Zwergmispeln auf jeden Fall von den gesunden Pflanzen isoliert werden, um ein Übergreifen des Befalls zu vermeiden.

Der Feuerbrand als dritter großer Schädling für die Zwergmispel tritt erst seit 1981 in Deutschland auf. Es handelt sich bei einem Befall um eine besonders gefährliche Bakterienkrankheit für Gehölze aller Art. Insbesondere Kernobstbäume sind davon stark betroffen. Wird ein Befall mit Feuerbrand entdeckt, muss in Deutschland zudem eine Meldung beim Pflanzenschutzamt erfolgen.

 

Die 5 wichtigsten Fragen zur Zwergmispel

  1. Baum oder Strauch?

Aufgrund der vielen Unterarten gibt es mittlerweile auch Zwergmispeln, die als Baum auftreten. Generell handelt es sich jedoch um einen Strauch, der allerdings eine Höhe von bis zu 15 Metern erreichen kann. Auch Bodendecker sind übrigens möglich.

 

  1. Wie giftig ist die Zwergmispel?

Die Zwergmispel ist giftig, wobei dies auch abhängig von der gewählten Unterart ist. Die enthaltene Blausäure macht die Zwergmispel toxisch, wobei Vergiftungserscheinungen erst nach dem Verzehr von etwa zehn bis 20 Früchten auftreten, in denen besonders viel Blausäure enthalten ist. Diese Vergiftungserscheinungen können in Form von Magenbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen auftreten, aber auch durch ein Brennen im Mund oder angeschwollene Lippen charakterisiert werden. Da aber nicht nur die Früchte selbst die Blausäure enthalten, sondern auch andere Pflanzenbestandteile, sollten Kinder und Haustiere stets auf Abstand zur Zwergmispel gehalten werden.

 

  1. Wie pflanzt und pflegt man die Zwergmispel?

Die Zwergmispel kann in unterschiedlichen Pflanzabständen in die Erde eingebracht werden, wobei dies von der jeweiligen Unterart abhängig ist. Als Faustregel kann man davon ausgehen, dass die Pflanze pro Jahr zehn Zentimeter an Ausmaß zunimmt. Bei den jungen Pflanzen sollten wenigstens 60 Zentimeter Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen eingehalten werden. Die Pflege ist sehr einfach und es bedarf lediglich eines regelmäßigen Rückschnitts und etwas Düngung für den Boden zu Beginn der Wachstumsphase. Der Rückschnitt erfolgt ebenfalls abhängig von der gewählten Unterart im Winter, im Frühjahr oder Spätsommer.

 

  1. Wie lassen sich Zwergmispeln vermehren?

Zwergmispeln lassen sich am einfachsten durch Stecklinge vermehren. Sie entstehen aus mehreren Zentimeter langen Trieben, die in die Erde gepflanzt werden. Abgedeckt mit einer Plastikhaube entwickelt sich eine hohe Luftfeuchtigkeit, die für eine gute Wurzelausbildung sorgt.

 

  1. Wann kann man die Zwergmispel pflanzen?

Generell kann die Zwergmispel von Oktober bis Mai ausgepflanzt werden, wobei jedoch nicht zu starker Frost herrschen sollte. Bei Jungpflanzen, die wurzelnackt sind, empfiehlt sich vor dem Auspflanzen das Einschlämmen. Die Pflanze wird für eine Stunde in einen zähflüssigen Schlamm getaucht und anschließend in ein Pflanzloch gepflanzt. Dabei sollten die Wurzeln ausgebreitet werden, damit die Pflanze gut gedeihen kann. Der Boden sollte vorab gut aufgelockert werden. Mit Humuserde und Erdaushub wird das Pflanzloch wieder befüllt und anschließend kräftig angegossen. So steht einem gesunden Wachstum der Pflanze nichts im Wege.

Datei: #74411690 | Urheber: Hans und Christa Ede

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