Grunderwerbsteuer NRW 2017

Grunderwerbsteuer NRW 2016 – Eine Übersicht

Eine der größten finanziellen Belastungen beim massiv Hausbau ist die Grunderwerbsteuer. Sie wird zu den klassischen Nebenkosten beim Hausbau gezählt. Gerade diese Nebenkosten werden von vielen angehenden Bauherren jedoch vergessen. Deshalb ist es wichtig, diese von Anfang an zu berücksichtigen und in die gesamte Finanzierungskalkulation für den Hausbau mit einzubeziehen.



Um die Grunderwerbsteuer kommt man nicht herum, sofern man ein Massivhaus oder ein Grundstück kauft. Die Höhe der Steuer richtet sich nach dem Bundesland, in dem gebaut wird.

  • In Nordrhein-Westfalen galt von 1998 bis 2011 eine Grunderwerbsteuer von 3,5 Prozent.
  • Mit Wirkung zum 01.10.2011 wurde sie auf 5,0 Prozent angehoben.
  • Mit Wirkung zum 01.01.2015 wurde sie auf 6,5 Prozent angehoben.

Damit muss in NRW einer der höchsten Grunderwerbsteuersätze aufgebracht werden, überschritten wird dieser nur noch vom Saarland, wo die Grunderwerbsteuer seit 01.01.2015 bei 6,5 Prozent liegt.

Grunderwerbsteuer NRW

Grunderwerbsteuer NRW – Was kostet die Steuer konkret?

Prozentzahlen sagen meist wenig über die tatsächlich anfallenden Kosten aus. Deshalb soll folgende Beispielrechnung verdeutlichen, welche Grunderwerbsteuer beim Bau eines Massivhauses in NRW konkret anfällt. Zu berücksichtigen ist hierbei, dass als Bemessungsgrundlage der Wert des Grundstücks herangezogen wird. Wird das Grundstück jedoch direkt vom Bauträger gekauft, der später auch das Haus errichten soll, so sieht der Fiskus die Kosten für Grundstück und Haus als Bemessungsgrundlage an.

Daraus ergibt sich folgende Beispielrechnung:

  • Grundstückspreis 55.000 €
  • Hauspreis 138.900 €

 Kosten (Grundstück wird frei gekauft)Kosten (Grundstück wird mit Haus gekauft - da bauträgergebunden)
Bemessungsgrundlage55.000 €193.900 €
Grunderwerbsteuer 6,5%3.575 €12.603,50 €

Es ergibt sich demzufolge eine wesentlich höhere Belastung, wenn das Grundstück vom Bauträger gekauft wird. Diese darf keinesfalls unterschätzt werden.

 

Lässt sich die Grunderwerbsteuer umgehen oder senken?

Wie im deutschen Recht so oft zu finden, gibt es auch bei der Grunderwerbsteuer einige Ausnahmen. Diese fällt unter anderem dann nicht an, wenn

  • der Grundstückswert 2.500 Euro nicht überschreitet*,
  • das Grundstück mit der Auflage eines Nießbrauchs verschenkt wird
  • das Grundstück von Miterben erworben wird, um die Teilung des Nachlasses voranzubringen,
  • das Grundstück vom Ehegatten des Verkäufers erworben wird,
  • das Grundstück vom Ex-Ehegatten des Verkäufers erworben wird und dies im Rahmen der Vermögensauseinandersetzung nach der rechtlich einwandfreien Scheidung erfolgt,
  • das Grundstück von einer Person, die mit dem Verkäufer in gerader Linie verwandt ist, erworben wird**.

* Die 2.500 Euro gelten als Freigrenze, nicht jedoch als Freibetrag. Wird das Grundstück für 2.501 Euro verkauft, so ist auf diesen Betrag die Grunderwerbsteuer zu zahlen. Wird das Grundstück für 2.500 Euro verkauft, fällt keine Grunderwerbsteuer an.

** Eine geradlinige Verwandtschaft besteht bei Kindern, Enkeln, Adoptivkindern und den Ehegatten bzw. Kindern dieser Verwandten.

 

Senkung der Grunderwerbsteuer nachträglich möglich

Ebenfalls kann die Grunderwerbsteuer nachträglich gesenkt werden. Dies ist etwa dann der Fall, wenn nachträglich eine Kaufpreisminderung vereinbart wurde. Sie muss jedoch beurkundet werden. Die Steueränderung ist jedoch nur binnen zwei Jahren nach Entstehung der Steuerschuld und ausschließlich auf schriftlichen Antrag möglich. In diesem Fall wird ein Bescheid über die Steueränderung zugestellt und das zu viel gezahlte Geld wird erstattet.

Längerfristig kann die Grunderwerbsteuer gesenkt werden, wenn eine Kaufpreisminderung aufgrund eines Sachmangels vereinbart wurde. Dabei muss der Sachmangel entsprechend § 437 BGB vorgelegen haben.

Quelle Massivhaus.de

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