Fußbodenheizung Vorteile & Nachteile

Fußbodenheizung Vorteile & Nachteile

Die Fußbodenheizung gehört zu den heute sehr beliebten Heizsystemen. Sie ist praktisch unsichtbar und verspricht eine gleichmäßige Wärme im Raum. Dem gegenüber stehen jedoch die hohen Kosten, die viele Bauherren abschrecken. Doch was ist dran an den vielen Aussagen zur Fußbodenheizung, die heute getroffen werden? Wo liegen die Vor- und Nachteile dieser Beheizungsart? Wir klären auf.

Diese Vorteile bietet die Fußbodenheizung

Wer sich für die Fußbodenheizung entscheidet, profitiert von zahlreichen Vorteilen. Zu den wichtigsten zählen sicherlich folgende:

  1. Fußbodenheizung ist unsichtbar und raubt keinen Stellraum durch Heizkörper
  2. Fußbodenheizung verspricht behagliche Wärme im gesamten Raum
  3. Fußbodenheizung lässt sich mit Niedrigheizsystemen (z. B. Wärmepumpe/Solarkollektoren) kombinieren und spart so Geld und schont die Umwelt.

 

Mittlerweile ist die Fußbodenheizung aufgrund ihrer vielfältigen Vorteile sogar so beliebt, dass sie in fast jedem zweiten Ein- und Mehrfamilienhaus verbaut ist. Sie kann als Warmwasser- oder Elektro-Fußbodenheizung ausgeführt werden.

Die behagliche Wärme der Fußbodenheizung entsteht durch die sanfte und milde Strahlungswärme, die von unten kommt. Fußkälte ist in einem Haus mit Fußbodenheizung nicht mehr vorhanden, auch barfuß laufen, die gesündeste Form des Laufens, ist wieder ein Genuss. Die Wirtschaftlichkeit der Fußbodenheizung ist ebenso wenig von der Hand zu weisen. Aufgrund der großen Fläche, über die die einzelnen Elemente für diese Form der Heizung verlegt werden, lässt sich die Betriebstemperatur um bis zu zwei Grad Celsius absenken, ohne dass man auf die gewünschte Wärme verzichten muss. Dadurch lassen sich bis zu zwölf Prozent Energie einsparen.

 

 

Ebenfalls sorgt die Fußbodenheizung für umweltfreundliche Heizungslösungen. So lässt sie sich problemlos mit alternativen Energien betreiben, kann also mit der Wärmepumpe oder Solarkollektoren kombiniert werden. Die alternativen Energien sorgen gleichzeitig für weitere Einsparungen, weil die Energie ja quasi kostenfrei gewonnen wird. Auch Allergiker sind mit einer Fußbodenheizung gut beraten. Bei klassischen Heizkörpern kommt es zur Aufwirbelung von Staub, der sich in den Heizkörpern absetzt und mit der ausgeströmten, aufgewärmten Luft aufgewirbelt wird. Die Fußbodenheizung dagegen ist unter dem Fußboden verlegt, so dass kein Staub aufgewirbelt wird. Gleichzeitig ist die Fußbodenheizung unempfindlicher gegenüber Schimmelbildung.

Kalte Füße adé – Eine Fußbodenheizung sorgt für warme Böden, hat aber auch einige Nachteile.

Weiterhin gilt die Fußbodenheizung als sehr flexibel. Neben den bereits genannten Energiequellen lässt sie sich auch mit zahlreichen anderen Heizsystemen zusammen betreiben. Die Unsichtbarkeit durch die Platzierung unter dem Fußboden ist ebenfalls ein großer Vorteil. Klassische Heizkörper werden meist unter den Fenstern angebracht. Dadurch lassen sich bodentiefe Fenster nicht überall realisieren. Selbst wenn man auf diese verzichten kann, sorgen die Heizkörper doch dafür, dass an der entsprechenden Wandfläche kein Regal oder ähnliches aufgestellt werden kann. Ebenso muss man Obacht geben, dass Sofa, Sessel und Co. nicht zu nahe vor dem Heizkörper aufgestellt werden, weil dann dessen Heizleistung beeinträchtigt werden könnte. Diese Nachteile entfallen bei der Fußbodenheizung.

 

Ebenfalls spricht die Sicherheit für diese Heizungsvariante. Sie erfüllt den Qualitätsstandard des deutschen Normenausschusses, der zu den höchsten in ganz Europa gehört. Zudem erlaubt die Fußbodenheizung entgegen der weit verbreiteten Meinung eine Kombination mit zahlreichen Bodenbelägen. Ob Teppichboden, Kork, Parkett, Naturstein, Fliesen oder Laminat – alle diese Bodenbeläge harmonieren ideal mit der Strahlungswärme aus dem Boden.

 

Ob im Neubau oder Altbau – die Fußbodenheizung lässt sich überall einbauen. Für den Altbau haben die Hersteller sogar spezielle Systeme entwickelt, die eine besonders niedrige Bauhöhe aufweisen. Allerdings muss für die Installation der Fußbodenheizung im Altbau der gesamte Boden entfernt werden, so dass sich das Vorhaben dadurch deutlich aufwändiger gestaltet.

 

Die Nachteile der Fußbodenheizung

Neben den zahlreichen Vorteilen bietet die Fußbodenheizung jedoch auch einige Nachteile, die bei der Auswahl des künftigen Heizsystems nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Zu diesen Nachteilen zählt unter anderem die zeitliche Verzögerung bei Veränderungen der Temperaturregelung. Sanierung und Einbau sind etwas komplexer, aufwändiger und auch kostenintensiver als bei klassischen Heizungsvarianten.

Ein wichtiger Nachteil der Fußbodenheizung besteht in dem „trägen“ Verfahren bei der Beheizung des Raumes. Bis dieser durch die Abgabe der Wärme über den Boden an die Raumluft so weit aufgeheizt ist, wie gewünscht, vergeht mehr Zeit als bei klassischen Heizkörpern. Deshalb sollte die Fußbodenheizung auch über Nacht nicht zu stark heruntergeregelt werden.

Oftmals wird behauptet, dass die Fußbodenheizung sich nicht für einen Belag mit Teppichen eignet. Faktisch war das bis vor einigen Jahren korrekt. Der Teppichboden hemmt den Wärmeaustausch sehr stark. Mittlerweile haben aber auch die Teppichhersteller reagiert und spezielle Teppichböden entwickelt, die für die Verwendung mit Fußbodenheizungen geeignet sind. Diese Teppichböden kosten jedoch etwas mehr Geld und sind meist nur im Fachhandel zu finden.

Einer der wichtigsten und am häufigsten angeführten Nachteile der Fußbodenheizung besteht in den Kosten für Einbau und Reparatur. Diese fallen deutlich höher aus als bei klassischen Heizsystemen. Allerdings haben sich die Kosten mit fortlaufender Entwicklung der Fußbodenheizung mittlerweile bereits reduziert. Unsummen müssen Bauherren also für dieses Heizungssystem auch nicht einplanen.

Allerdings bleibt ein Nachteil der Fußbodenheizung trotzdem bestehen: Nach der Inbetriebnahme muss diese erst „eingeregelt“ werden, und zwar für jeden Raum einzeln. Grund dafür: Das Wohnzimmer weist eine andere Wohlfühltemperatur auf als das Schlafzimmer oder die Küche. Im Wohnraum möchte man es meist kuschelig warm, im Schlafzimmer erfrischend kühl, in der Küche sollte ein Mittelweg gefunden werden, da es hier beim Kochen und Backen ohnehin zu einem Temperaturanstieg kommt.

 

 

Ebenfalls gestaltet sich die Sanierung der Fußbodenheizung nicht ganz einfach. So gibt es vor allem bei älteren Modellen und den damals verwendeten Kunststoffrohren nicht selten das Problem, dass diese verstopfen und ausgetauscht werden müssen. Dafür muss dann aber auch der gesamte Bodenbelag entfernt werden. Zudem sind ältere Kunststoffrohre meist noch nicht diffussionsdicht gegen Sauerstoff gefertigt worden. Dadurch kann es an den metallischen Anlageteilen zu Korrosion kommen und es kann sich im gesamten Heizungssystem Rostschlamm bilden. Die Rohre müssen dann aufwändig gespült werden, doch selbst diese Maßnahme führt nicht immer zum Erfolg. Bei neueren Fußbodenheizungen sind diese Nachteile durch diffussionsdichte Kunststoffrohre allerdings nicht mehr gegeben.

Aufgrund der fehlenden Heizkörper lässt sich noch leicht klamme Wäsche nicht mehr auf diesen trocknen. Besonders im Badezimmer empfehlen Experten deshalb, zumindest einen Handtuchheizkörper zu installieren, um das nach dem Duschen feuchte Handtuch entsprechend zu trocknen.

Außerdem muss bei der Kombination von Wärmepumpe und Fußbodenheizung eine Systemtrennung durchgeführt werden. Dies kann beispielsweise mit einem Plattenwärmetauscher erfolgen, der jedoch zusätzliche Kosten verursacht. Notwendig ist die Systemtrennung, um die Fußbodenheizung vor der Verschlammung zu schützen.

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