Winterbaustelle – Massivhaus im Winter bauen

Winterbaustelle – Massivhaus im Winter bauen

Wer sich den Traum vom Eigenheim mit einem Massivhaus erfüllen will, der sollte im Vorfeld einige Dinge beachten. Einerseits sind hier die Kosten zu beachten, andererseits auch die Bauzeit. Trotzdem lohnt es sich in den allermeisten Fällen, sich für das Massivhaus zu entscheiden.

 

Die Stein-auf-Stein-Bauweise führt zu längeren Bauzeiten

Grundsätzlich wird das Massivhaus Stein auf Stein gebaut. Als Ausgangsmaterialien kommen hier unter anderem Ziegel, Porenbeton oder Kalksandstein infrage. Generell gilt, dass die Baumaterialien für das Massivhaus sich aus in der Natur vorkommenden Materialien zusammensetzen (z. B. Ton, Gips, Kalk).

Durch diese Stein-auf-Stein-Bauweise ergeben sich natürlich längere Bauzeiten (Mehr zu den Massivhaus Bauzeiten) als beispielsweise beim Fertighaus (Mehr zu den Bauzeiten beim Fertighaus). Dafür entstehen jedoch auch viele Vorteile. So gelten Massivhäuser aufgrund der verwendeten massiven Baumaterialien als wertbeständiger, bieten einen besseren Wärme- und Schallschutz und sollen sogar ein besseres Wohnklima ermöglichen.

Als entscheidender Nachteil für die Stein-auf-Stein-Bauweise gilt oft, dass der Hausbau nur in trockenen Witterungslagen ausgeführt werden kann. Damit würde beispielsweise das Haus im Winter gar nicht gebaut werden können. Doch diesen Nachteil haben führende Bauunternehmen längst erkannt. So bietet Viebrockhaus laut eigener Webseite beispielsweise eine Fertigstellung des Massivhauses binnen drei Monaten, selbst im Winter. Dafür werden Winterbaustellen mit einem Bauzelt versehen, so dass der Rohbau unter dem Zelt entstehen kann und dort bestens vor Feuchtigkeit, Frost und Co. geschützt ist.

Bauen unterm Bauzelt
Unter einem Bauzelt bleibt der Rohbau vor Regen, Schnee und Frost geschützt. Quelle: Viebrockhaus

 

Trotzdem wird kein Hausanbieter, der das Massivhaus im Programm hat, einen Bau binnen weniger Tage ermöglichen können. Das liegt schon alleine an den nötigen Trocknungszeiten, die zwingend einzuhalten sind. So müssen folgende beispielhafte Intervalle eingehalten werden:

  1. Bodenplatte – Trocknungszeit mindestens drei Tage
  2. Unterputz – Trocknungszeit mindestens zwei Wochen
  3. Estrich – Trocknungszeit mindestens ein Monat

Daher werden in der Regel für kleinere Einfamilienhäuser mit einfacher Ausstattung Bauzeiten für das Massivhaus von mindestens drei bis vier Monaten angegeben. Bei einer gehobenen Ausstattung sollte man mit sechs Monaten, bei großen Einfamilienhäusern mit gehobener Ausstattung mit Bauzeiten bis acht Monaten rechnen.

 

Bauzeit beim Massivhaus kann stark variieren

Anhand dieser Beispiele wird bereits deutlich, wie stark sich die Bauzeit des Massivhauses unterscheiden kann. Maßgebliche Faktoren, die Einfluss auf die Bauzeit nehmen, sind dabei:

 

  1. Wer wurde mit dem Bau beauftragt?
  2. Welche Ausstattung wurde gewünscht?
  3. Welche Eigenleistungen wurden vereinbart?

 

Entscheidend für die tatsächliche Bauzeit ist zunächst der Anbieter des Massivhauses. Hier kann ein klassisches Massivhausunternehmen, wie etwa Viebrockhaus, gewählt werden, das die Fertigstellung binnen drei Monaten zusagt. Grund dafür ist, dass es Kataloghäuser, ähnlich wie beim Fertighaus gibt, deren einzelne Bestandteile nach standardisierten Verfahren sehr schnell hergestellt werden können. Trotzdem bleibt reichlich Freiraum für individuelle Wünsche und Vorgaben. Alternativ dazu können angehende Eigenheimbesitzer auch einen Architekten damit beauftragen, ihr Haus zu entwerfen. Hier muss jedoch mit deutlich längeren Zeiten von der Idee des eigenen Hauses bis zum Einzug gerechnet werden. Der Architekt erstellt individuelle Pläne, muss diese oftmals nachträglich an die sich verändernden Wünsche der Bauherren anpassen und natürlich auch eine Baugenehmigung erhalten. Außerdem muss für ein frei geplantes Haus die Statik jeweils individuell berechnet werden. Daher fallen hier insgesamt höhere Kosten, aber auch längere Planungszeiten an, wodurch sich die gesamte Bauphase wiederum verlängert.

 

Der zweite Faktor, der die Bauzeit des Massivhauses beeinflusst ist die gewünschte Ausstattung. Soll beispielsweise ein Massivhaus mit Unterkellerung errichtet werden, muss mehr Zeit eingeplant werden, als beim einfachen Gießen der Bodenplatte. Auch hier kommen zusätzlich zu beachtende Trocknungszeiten hinzu. Sind aufwändige Dachgauben und Co. gewünscht, kann dies ebenso zu längeren Bauzeiten führen, wie das Einarbeiten von Wintergärten, Erkern und ähnlichem.

 

Bleibt noch die Frage, welche Eigenleistungen mit dem Anbieter des Massivhauses vereinbart wurden, da auch diese Auswirkungen auf die Bauzeit haben können. Generell können vereinbarte Eigenleistungen nicht nur Kosten beim Massivhausbau einsparen, sondern auch Zeiteinsparungen bei der Bauzeit mit sich bringen. Eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen dafür ist allerdings, dass die Eigenleistungen von einem versierten Handwerker durchgeführt werden und er ausreichend Zeit für deren Ausführung hat. Werden die Eigenleistungen durch einen noch unerfahrenen Laien oder Hobbyheimwerker durchgeführt, können sie die Bauzeit sogar noch deutlich verlängern. Auch besteht die Gefahr, dass bestimmte Arbeiten nicht sachgemäß ausgeführt werden, was wiederum zu Mängeln am Bau selbst führen kann. Darüber hinaus ist der individuelle Zeitfaktor entscheidend. Wer in Vollzeit berufstätig ist, findet für die Arbeiten am Bau nur an den Wochenenden und nach Feierabend Zeit. Das kann ebenfalls zu massiven Verzögerungen beim Hausbau führen.

 

Die Kosten für ein Massivhaus sind nicht pauschal zu benennen

Neben der Bauzeit, die beim Massivhaus anfällt, sind auch die Kosten für selbiges für potenzielle Bauherren ein wichtiges Entscheidungskriterium. Immer wieder heißt es, aufgrund der langen Bauzeit, der Stein-auf-Stein-Bauweise und der damit verbundenen notwendigen fachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Bauarbeiter seien die Kosten beim Massivhaus exorbitant hoch.

Doch auch hier kann keine pauschale Aussage getroffen werden, da die Kosten des Massivhauses so individuell sind, wie das Haus selbst. Wichtige Faktoren, die Einfluss auf den Gesamtpreis nehmen, sind dabei:

 

  • Massivhaus aus dem Katalog oder vom Architekten?
  • Massivhaus-Anbieter & Größe
  • Massivhaus-Ausstattung (gestalterische Elemente, wie Dachgauben und Erker, Bodenplatte oder Unterkellerung)
  • Baunebenkosten

 

Große Massivhausunternehmen, wie Viebrockhaus, bieten Massivhäuser, die im Grunde einem Fertighaus ähneln. Sie werden zwar massiv errichtet, die Grundrisse und Baupläne müssen jedoch nicht eigens erstellt werden, sondern sind bereits vorhanden. Damit fallen geringere Kosten an, als wenn ein Architekt das Massivhaus von Grund auf neu plant. Allerdings geht auch ein wenig Individualität verloren, wobei das Argument dank der Vielzahl der Hausbautypen und der Möglichkeit, diese individuell anzupassen, nicht ganz richtig ist. Finanziell gesehen lohnt sich also in jedem Fall die Nutzung eines Massivhausanbieters mit vorgefertigten Bauplänen.

Dennoch gibt es auch zwischen den Massivhausanbietern (Zur Massivhausanbieter Übersicht) noch große Unterschiede, so dass sich der genaue und individuelle Preisvergleich vor der endgültigen Beauftragung eines Bauunternehmens in jedem Fall lohnt. Die Größe des geplanten Massivhauses spielt natürlich ebenfalls eine wichtige Rolle, so dass ein Haus mit 120 Quadratmeter Wohnfläche natürlich kostengünstiger ausfällt, als ein Massivhaus mit 240 Quadratmeter Wohnfläche mit identischer Ausstattung.

Die Ausstattung ist dann auch einer der wichtigsten Preistreiber. Denn hier haben Bauherren so viele verschiedene Möglichkeiten, wie in keinem anderen Bereich. An erster Stelle steht natürlich die Frage nach der Aufteilung der Räumlichkeiten und ob das Haus mit einer Bodenplatte oder einer Voll- oder Teilunterkellerung versehen sein soll. Kellerräume sind dabei grundsätzlich kostenintensiver als die Bodenplatte. Gestalterische Elemente, wie Dachgauben und Erker erfordern einen Mehraufwand beim Bau selbst, so dass sie sich ebenfalls preiserhöhend auswirken. Wer zusätzlich noch einen Wintergarten einplant, muss außerdem mit steigenden Kosten rechnen.

Zusätzlich lassen sich alle modernen Massivhäuser auch als Niedrigenergiehaus, als Passivhaus oder gar Plus-Energie-Haus realisieren. Langfristig lässt sich dadurch viel Geld bei Heiz- und Stromkosten einsparen, doch im Bau selbst werden die Kosten durch ein solches effizientes Haus natürlich steigen.

Doch auch die Ausbaustufe des Massivhauses kann den Preis beeinflussen. Ein Ausbauhaus wird stets preiswerter angeboten, als ein schlüsselfertiges Massivhaus. Doch sollten sich Bauherren in jedem Fall im Vorfeld die Frage stellen, ob sie die vereinbarten Eigenleistungen sowohl in zeitlicher Hinsicht, als auch betreffs des vorhandenen Fachwissens tatsächlich ausführen können.

Nicht zuletzt dürfen die Nebenkosten nicht vergessen werden, die auch beim Massivhaus in großer Vielfalt anfallen. Angefangen von den Notar- und Maklerkosten über die Grunderwerbsteuer bis hin zu den Kosten für die Erschließung des Grundstücks mit Versorgungsleitungen (Gas, Wasser, Strom, Telefon), die Gestaltung des Außenbereichs oder die Kosten für die Baugenehmigung, um nur einige zu benennen.

Aufgrund dieser Vielzahl preisbeeinflussender Faktoren ist es nicht möglich, einen konkreten Preis für das Massivhaus zu benennen. Hier muss jeder angehende Bauherr individuelle Preisvergleiche anstellen und für sich persönlich durchrechnen, ob er sich das gewünschte Massivhaus auch tatsächlich leisten kann.

FaktorMassivhausFertighaus
Kosten- relativ hoch durch massive Baustoffe, werden durch individuell geplantes Architektenhaus noch weiter erhöht+ relativ günstig durch vorgefertigte Bauteile, fertige Baupläne und kurze Bauzeiten
Individualität+ sehr individuell zu gestaltende Häuser möglich+/- Auswahl aus verschiedenen Katalogen möglich, mittlerweile sehr große Auswahl, keine Freiplanung durch Architekten
Wärme- und Schallschutz+ sehr hoher Wärme- und Schallschutz durch massive Baustoffe+/- eher geringer Wärme- und Schallschutz durch dünnere Wände und Baustoffe, allerdings auch sehr dicht schließende Außenhülle, so dass es nicht zu Wärmeverlusten kommt, jedoch ebenso wenig ein Luftaustausch stattfindet
Wohnklima+ in der Regel natürliche Baustoffe als Grundlage, daher wird Wasserdampf absorbiert und wieder abgegeben, so dass das Raumklima auf natürliche und angenehme Weise reguliert wird- eher trockenes Raumklima
Bauzeiten- längere Bauzeit durch Trocknungszeit und Stein- auf Stein-Bauweise
- Bau meist nur in trockenen Jahreszeiten möglich – Ausnahme Winterbaustelle mit Zelt (Viebrockhaus)
+ sehr kurze Bauzeiten realisierbar
+ ganzjährig baubar (auch im Winter oder feuchten Herbst)
Werthaltigkeit+ sehr hoch, da lange Lebensdauer angenommen wird
+ dadurch auch höhere Beleihungsgrenzen durch die Banken möglich

Betrachtet man sich die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebende Tabelle genauer, müsste eigentlich das Massivhaus als klarer Sieger hervorgehen. Insbesondere, wenn Bauherren ihr Bauvorhaben ganzheitlich betrachten und nicht nur den Kosten- und Bauzeitaspekt berücksichtigen, ist die Investition in das Massivhaus langfristig die bessere Entscheidung.

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