Unterschiedliche Haustypen – Die Zukunft des Wohnens im Überblick

Unterschiedliche Haustypen – Die Zukunft des Wohnens im Überblick

Wer sich für den Neubau oder Kauf eines Eigenheims entscheidet, hat mittlerweile die Qual der Wahl, denn die Baumöglichkeiten und Variationen sind vielfältiger geworden und die Ausstattungen lassen sich nach Vorlieben und eigenen Vorgaben auch zu überschaubaren Preisen gestalten.

Massivhäuser bleiben dabei das beliebteste Modell (Zur Massivhaus.de Startseite), denn laut Studien sind rund 37 Prozent von dieser Bauweise überzeugt. Doch es gibt viele Ideen, das eigene Zuhause nach Belieben einzurichten und bei den Wohnformen in die Zukunft zu blicken.

 

Folgende Grafik verdeutlicht Vor- und Nachteile der vielen Wohnideen auf:

HaustypVorteileNachteile
EinfamilienhausViel Platz
Großer Garten mit Terrasse
In ruhiger Wohnlage vorzufinden
Tierhaltung möglich
Normale Kosten
Viel Pflegeaufwand
Teilweise lange Wege zu Infrastruktur
FachwerkhausIndividueller Charme
Großzügige Raumaufteilung
Sehr hohe Kosten
- Möglicherweise höhere Brandgefahr
PassivhausEnergetisch effizient
Energieeffizient und umweltfreundlich
Geringe Unterhaltskosten
Heizt im Sommer schnell auf
Hohe Baukosten
BiohausNaturmaterialien
Energieeffizient und umweltfreundlich
Hohe staatliche Zuschüsse
Wenig Spielraum beim Baumaterial
Optisch geringer Gestaltungsspielraum
SchwedenhausIndividuell und modern durch Verwendung von Holz
Umweltschonend
Angenehmes Klima
Erhöhte Brandgefahr
ZweifamilienhausGenerationsübergreifendes Wohnen möglich
Günstiger als Einfamilienhaus
Weniger Platz als im Einfamilienhaus
DoppelhausEnergetisch effizient
Preiswert
Direkte Nachbarn
RiehenhausGünstigste Variante
Oft in Innenstädten zu finden
- Oft kleines Grundstück
Beengter Wohnraum
Außen wenig individuell
Direkte Nachbarn an zwei Seiten
BungalowGroßes Grundstück
Hohe Grundfläche
Grundstück oft teurer
Nur eine Etage

Das Einfamilienhaus – Klassisch mit neuen Ideen

2013 gab es in Deutschland eine große Anzahl an Neubauten mit ein bis drei Wohnungen. Das Einfamilienhaus ist die klassische Variante des Wohnens mit einer Familie, die genügend Platz für alle Familienmitglieder bietet und zusätzlich dazu Wohnraum für die Zukunft schafft.

Die Vorteile dieser Wohnform liegen in der großen Fläche, die für einen selbst zu nutzen ist, in den individuellen Freiheiten beim Bau und bei der Gestaltung und in der Ruhe. Freistehende Einfamilienhäuser sind dabei in ländlichen Regionen sehr verbreitet, da noch Platz, Baufläche und genügend Möglichkeiten zum Bauen vorliegen. Der Wohnwert in einem Einfamilienhaus ist sehr groß, denn von Dach bis Keller stehen meist ausreichend Räume für die eigene Entfaltung zur Verfügung, für den Nachwuchs und für Hobbys oder Partys. Der Nachteil liegt allerdings in den hohen Anschaffungspreisen und in den Folgekosten, da Bewirtschaftung und Nebenkosten meist höher liegen, als bei Reihenhäusern oder angrenzenden Wohnungen. Beispiele für Grundrisse gibt es auf dieser Seite.

Für die Zukunft sind Einfamilienhäuser relevant, wenn die Familien auf Barrierefreiheit setzen und von Anfang an die eigene Lebensplanung im Blick haben. Bis 2030 wird beispielsweise jede dritte Person in Deutschland über 65 Jahre alt sein, da sind Anpassungen an Wohn- und Lebensraum bedeutend.

Zu den Möglichkeiten, die ein Einfamilienhaus besitzt, gehören:

  • Keine Schwellen oder Einzelstufen am Eingang
  • Mindestens 1,50 Meter Bewegungsfläche vor den Türen, die immer zum größeren Raum zu öffnen sind
  • Verzicht auf feste Trennwände für spätere Erweiterung
  • Wände im Bad massiv bauen für mögliche Handgriffe
  • Ebenerdige, barrierefreie Bad- und Duscheinrichtungen
  • Armaturen als Einhebel-Mischbatterie wählen
  • Bei mehreren Etagen: Treppenlifter einplanen

 

Zweifamilienhäuser und Doppelhäuser – Ideen für Ballungsräume

Das freistehende Einfamilienhaus ist zwar in ländlichen Regionen gut zu bauen, da noch genügend Baugrundstücke vorliegen, doch besonders in Ballungszentren rund um größere Städte ist der Bedarf deutlich angestiegen. Das Zweifamilienhaus trennt zwei Haushalte voneinander, die in eigene Wohnabschnitte ihr Zuhause finden. Meist liegen diese übereinander und sind traditionell von mehreren Generationen bewohnt. Diese Form des Zusammenlebens wird allerdings immer seltener, obwohl viele Vorteile für die Mehrgenerationenhäuser sprechen. Zum einen liegen geteilte Kosten bei Grundsteuer oder Gebühren vor und zum anderen können die getrennten Wohnungen auf eine eigene Privatsphäre setzen. Wer für die Zukunft plant, kann die zweite Wohnung zunächst zur Vermietung freigeben und so zusätzlich Geld einnehmen, das die Kosten für einen aufwendigeren Bau wieder amortisieren kann. Der Nachteil liegt in höheren Neben- und Bewirtschaftungskosten. Außerdem sollten sich trotz Privatsphäre und getrennten Bereichen die beiden Wohnparteien gut verstehen, da sie eng beieinander leben und in Garten, Flur und Hausbereich oft aufeinander treffen werden. Darüber hinaus sollten sich Hausbauer informieren, wie der Wert der Immobilie und des Grundstücks in 20 bis 25 Jahren aussehen könnte, um die hohen Investitionen in ein Zweifamilienhaus zu rechtfertigen. Die Vor- und Nachteile der Mehr-Generationenhäuser listet dieser Eintrag auf.

Die Doppelhäuser sind in Großstädten sehr beliebt, da sie platzsparend gebaut werden können und trotzdem ein Gefühl von Eigenheim vermitteln. Die Parteien sind durch eine dicke Hauswand vor Lärm geschützt und besitzen einen eigenen Eingang sowie meist einen eigenen Gartenbereich. Die Kosten für Bau und Gebühren lassen sich von Beginn an teilen und stellen oft die günstigere Alternative zu Einfamilienhäusern dar. Für den Bau des Hauses ist weniger Grundstückfläche notwendig und trotzdem gibt es individuelle Baumöglichkeiten, da der Grundriss meist genügend Platz dafür hergibt. Die Nebenkosten können sich durch die direkte Nähe zum Nachbarn ebenfalls reduzieren, da durch die Trennwand keine zusätzliche Wärmedämmung notwendig ist und kaum Wärme entweicht.

Einfamilienhaus
Ein klassisches Einfamilienhaus

Die Nachteile sind ähnlich wie bei dem Zweifamilienhaus die direkte Nähe zu den Nachbarn und die meist gemeinsame Nutzung von Garten oder Hof aufgrund von Platzersparnissen. Bei einem guten nachbarschaftlichen Klima ist das Doppelhaus eine gute Alternative, wer jedoch lieber unter sich bleiben möchte, sollte auf andere Baumöglichkeiten zurückgreifen. Für Großstädte sind Reihen- und Doppelhäuser in vielen neuen Stadteilen wichtige Entwicklungskonzepte und die steigenden Mietpreise lassen viele vor der Wohnungssuche zurückschrecken.

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Alternative Strukturen: Bungalows und Fachwerkhäuser

Der Blick in Deutschland ist auf die Zukunft gerichtet. Obwohl das Einfamilienhaus immer noch am beliebtesten unter den Bauformen ist, nutzen einige Bauherren alternative Bauformen, um sich ein individuelles Zuhause zu schaffen. Bungalows (Zu den Massivhaus.de Bungalows) kennen viele vor allem aus Urlaubsreisen, da viele Ferienhäuser die einstöckigen Flachdachbungalows anbieten, doch es gab bereits in den 60er Jahren einen Boom der Bungalowbauten in Deutschland. Berühmt ist beispielsweise der Kanzlerbungalow in Bonn, der von 1964 bis 1999 den Kanzlern als Wohnung und Repräsentation diente, was dieses Video anschaulich zeigt:

Bungalow bedeutet jedoch im Prinzip nur ein eingeschossiges Haus und muss nicht angestaubt oder kühl wirken, sondern kann vielseitige Möglichkeiten in nur einer Etage bieten. Die gegebene Barrierefreiheit und Stufenlosigkeit ist für Kinder, ältere oder eingeschränkt mobile Personen vorteilhaft, da alle Räume ohne Probleme zu erreichen sind. Es gibt keine Stufen vor der Haustür oder Treppen im Gebäude und bei einem Neubau können die Bauherren die Struktur der Räume sehr individuell verteilen, da sie nicht auf tragende Elemente für weitere Etagen achten müssen.

Mit großen Fensterwänden und einer klaren Trennung von Arbeits- und Wohnräumen ist der Bungalow vielseitig einsetzbar. Der Nachteil liegt allerdings in der größeren Grundfläche, die für eine größere Familie notwendig ist und bei der hohen Dachfläche sollten die Bewohner alternative Energiekonzepte und eine gute Wärmedämmung in Betracht ziehen.

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Fachwerkhäuser sind im Trend. Die Holzbauten gibt es mittlerweile nach Maß angefertigt, die unter historischen Vorlagen und alter Bauweise individuelle Akzente beim Bau setzen. Dabei sind Neubauten klar im Vorteil, da sie eine bessere Raumaufteilung ermöglichen, die vor mehreren Hundert Jahren noch deutlich kleiner und beengter ausgefallen ist. Fachwerkhäuser können ökologisch und nachhaltig gebaut werden und sind auch mit modernen Energiekonzepten kombinierbar. Die Skelettbauweise ist sehr widerstandsfähig und oft wird ohne Chemie oder Schadstoffe gearbeitet.

Die Nachteile liegen bei einer klassischen Bauweise in der erhöhten Brandgefahr der originalen Materialien und in den hohen Baukosten für diese spezielle Bauform. Für eine energetische Bauweise sind Fachwerkhäuser jedoch gut geeignet und mit Blick auf die Zukunft lassen diese sich barrierefrei gestalten und besitzen zusätzlich einen individuellen Charme.

 

Passivhäuser und Biohäuser – Ökologisch und bezahlbar?

Wer sich für ein Passivhaus entscheidet, sollte sich auf hohe Investitionskosten einstellen, erhält jedoch im Gegenzug eine moderne und ökologisch verträgliche Bauweise. Drei Kriterien müssen für ein Passivhaus erfüllt sein:

  • Gutes Innenraumklima ohne separates Heizsystem oder Klimaanlage
  • Im Winter und im Sommer müssen alle Kriterien der Behaglichkeit erfüllt sein
  • Die Primärenergie für alle Haushaltsanwendungen darf nicht über 120 kWh/ (m2a) liegen

Die hohen Anforderungen an den Bau ergeben sich durch die Richtlinien der Wärmedämmung, Luftdichtheit und einem guten Lüftungssystem, um optimal für die Zukunft gerüstet zu sein. Die Vorteile liegen darin, dass es wenige Nebenkosten gibt, aktiver Umweltschutz vorliegt und die Häuser sehr langlebig gestaltet sind. Darüber hinaus besitzen die Passivhäuser ein gutes Raumklima, da die Frischluftfilter die Luft ständig neu aufbereiten. Allerdings können sich die Bauwerke im Sommer und bei vielen Gästen stark aufheizen und die Regulierung und Kontrolle von Energieverbrauch und Wärmeluftzufuhr sollte regelmäßig erfolgen, um den Erfolg der Bauweise zu messen.

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Wer auf die Zukunft setzt, kann ein Passivhaus in ein Nullenergie- und sogar in ein Plusenergiehaus umwandeln. Dabei kommen erneuerbare Energien zum Einsatz, wie Solaranlagen, Windkrafträder oder Erdwärmethermik, welche die überschüssige Energie in das Stromnetz einspeisen. Erste Pilotprojekte zeigen jedoch, dass die Einrichtung und eine positive Energiebilanz je nach Region und Anlage unterschiedliche Schwierigkeitsgrade aufweist, was folgender Artikel beschreibt.
Bei Biohäusern steht der Umweltschutz an erster Stelle. Trotzdem müssen die Bewohner nicht auf Wohnkomfort verzichten und besonders Allergiker oder empfindliche Personen können mit einer natürlichen Bauweise wieder aufatmen. Die Materialien sind meist Holz und Lehm in Zusammenarbeit mit schadstoffarmen Ausbaumaterialien und Einrichtungen. Holz und Lehm können Luftfeuchtigkeit und Temperaturschwankungen gut ausgleichen und weisen eine gute Energiebilanz vor. Wer Holz anstelle anderer Baumaterialien einsetzt, erhält eine deutlich bessere Klimabilanz, da Holz CO2 speichert und bei nachhaltiger Holzwirtschaft ein gutes Recyclingmaterial abgibt. Naturbaustoffe sind zusätzlich dazu meist staatlich gefördert und sehr langlebig. Biohäuser können ebenfalls mit erneuerbaren Energien kombiniert werden und meist sind dabei Blockheizkraftwerke oder thermische Solaranlagen vorgesehen.

Folgendes Video erläutert die Technik hinter den Blockheizkraftwerken:

Der Nachteil der der Biohäuser liegt in den hohen Anschaffungskosten und in der geringen Flexibilität der Naturmaterialien. Wer ein gutes Raumklima erhalten will, sollte sich nicht nur auf die Leistung der Holz- und Lehmwände verlassen, sondern regelmäßig lüften oder ein entsprechendes Lüftungssystem installieren. Allerdings gibt es eine ganze Reihe an Zukunftsideen für nachhaltiges Bauen und Wohnen und so experimentieren Bauherren in Hamburg beispielsweise mit einer Fassade aus Algen. Bei den Earthship Experimenten funktionieren die Häuser vollständig nachhaltig und autark.

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