Sicherheitstechnik im Haus – Ein Überblick

1.0 Einbruchsschutz – die Grundlagen

Die Zahl der Einbrüche steigt Jahr für Jahr rasant an. Die Tendenz ist eindeutig – kaum ein Haus ist vor den Langfingern mehr sicher. Umso wichtiger ist es, geeignete Sicherheitstechniken ins Haus zu integrieren.

Besonders wichtig sind hierbei

  • Türen,
  • Fenster,
  • Rollläden und natürlich die
  • Schlösser

am Haus. Neben einem grundlegenden Basisschutz sollten auch zusätzliche Maßnahmen in Betracht gezogen werden. Modern Sicherheitstechnik beispielsweise geht soweit, dass sie den bekannten Hausschlüssel unnötig machen. Die Türen öffnen sich nur, wenn der Fingerabdruck des Bewohners vorhanden ist. Aber auch Alarmanlagen und Co. sorgen dafür, dass den Dieben das Leben schwer gemacht wird.

Einbrecher an einer Terassentür
Die Terrassentür ist oft eine Schwachstelle und macht es den Einbrechern leicht. Fotolia: #55788644 | Urheber: Marco2811

Darüber hinaus sollte die allgemeine Sicherheit im Haus bedacht werden. Feuer und Rauch, Gasaustritt und Überspannungsschäden bei Gewittern – diese Gefahren lassen sich mit moderner Sicherheitstechnik im Massivhaus minimieren. Wir zeigen die wichtigsten Tricks und Tipps, um das eigene Haus rundum sicher zu machen.

 

1.1 Rollläden, Fenster, Türen & Schlösser – So wird Ihr Haus sicherer!

Besonders einladend auf Diebe wirken ungesicherte Rollläden, Türen und Fenster, sowie allzu einfache Schlösser im Haus. Doch dem kann man im wahrsten Sinne des Wortes einen Riegel vorschieben. Wie das geht, zeigen wir hier.

 

Die Rollläden als Sicherheitsmanko

Rollläden am Fenster bieten einen optimalen Sichtschutz. Auch wird ihnen oft nachgesagt, dass sie Einbrecher abschrecken – doch das stimmt so nicht. Jalousien lassen sich problemlos hochschieben, so dass der Einstieg leicht gemacht wird. Zusatzsicherungen sind hier eine gute Maßnahme, um die Diebe abzuschrecken. Einbruchhemmende Rollläden sind im Handel mittlerweile ebenfalls erhältlich. Hier sollte man auf die Widerstandsklasse 2 achten.

Rollladen sind ein guter Einbruchsschutz, bei entsprechender Wiederstandsklasse
Rollladen sind ein guter Einbruchsschutz, bei entsprechender Wiederstandsklasse

Fenster – ein großes Problem

Besonders gerne steigen die Diebe durchs Fenster ein, kein Wunder, sind doch die allermeisten Fenster nicht oder nur sehr schlecht gesichert. (Wie finde ich die richtigen Fenster?) Dabei helfen schon einfache Maßnahmen, um die Fenster sicherer zu gestalten. Das gilt auch für Balkon- und Terrassenfenster, die für viele Diebe sogar eine regelrechte Einladung darstellen.

Hier gilt, dass folgende Maßnahmen eingerichtet werden sollten:

  • Absperrbare Zusatzsicherungen, wie Aufbruchsperren, einbauen.
  • Sicherung von Terrassen- oder Balkontüren mit Rollgittern bzw. Gittertüren.
  • Nachrüstung mit Sicherheitsbeschlägen – Achtung: Dürfen von außen nicht demontiert werden können.
  • Gitter vor die Kellerfenster setzen.
  • Nachrüstung mit abschließbaren Fenstergriffen.
  • Nutzung von Sicherheitsglas bei Fensterneueinbau bzw. Nachrüstung mit Splitterschutzfolien.

 

Fenster mit Einbruchschutz sind in Widerstandsklassen eingeteilt. Die Widerstandsklasse 1 macht es den Dieben schon schwieriger, einzusteigen, bei der Widerstandsklasse 2 dagegen wird es noch schwieriger, so dass diese insbesondere für Fenster im Erdgeschoss eingesetzt werden sollten. Fenster mit einem guten Einbruchschutz sind übrigens nach DIN V ENV 1627 geprüft und gekennzeichnet.

Direkt am Fensterflügel sollte auf so genannte Pilzzapfen gesetzt werden. Diese kleinen Metallbolzen haben einen Kopf, dessen Form an  einen Pilz erinnert und erschweren das Aufbrechen der Fenster. Normale Fenster verfügen dagegen über Metallzapfen mit einfach geformten Köpfen. Ebenso sollte auf einen stabilen Rahmen bei den Fenstern geachtet werden. Bewährt hat sich eine umlaufende Stahlkonstruktion im Rahmen. Übrigens können auch die Flügel selbst aus Stahl gefertigt werden.

 

Ein weiterer, wichtiger Sicherheitsfaktor bei Fenstern ist das verwendete Glas. Dabei wird dieses in zwei Kategorien, nämlich A und B, eingeteilt.

Diese unterscheiden sich wie folgt:

  1. Kategorie A = bruchsicheres Glas: Muss ein Testverfahren durchlaufen, in dem das Glas mit Axthieben bearbeitet wird. Je länger es durchhält, desto besser ist die Sicherheit. Dabei wird die Kategorie A noch in drei Unterkategorien (Nummerierung) eingeteilt. Je höher die Zahl, umso bruchsicherer ist das Glas.
  2. Kategorie B = durchbruchhemmendes Glas: Nur sinnvoll bei sehr vielen Wertgegenständen oder in einer extrem unsicheren Gegend.

 

Ebenfalls können vorhandene Fenster aufgerüstet werden, um sie vor Dieben zu schützen.

Hier kommen folgende Varianten in Frage:

  • Einbau einer Scharnierseitensicherung – Beim Verriegeln ist kein Schlüssel nötig, ein Metallstift reicht aus.
  • Stangenschloss montieren – Es sorgt für ein erschwertes Aufhebeln der Fenster.
  • Griffverriegelung einbauen – Sie verhindert, dass ein Griff nach dem Einschlagen der Scheibe betätigt werden kann.

Alle Maßnahmen bringen aber nur bei geschlossenen Fenstern etwas. Wer seine Fenster auch bei Abwesenheit gerne auf Kipp stehen lassen möchte, um für Frischluftzufuhr zu sorgen, sollte über eine Vergitterung der Fenster nachdenken.

 

Sicherheit bei Türen – so geht’s

Ebenfalls sind die Türen ein Problem bei der Sicherheit im Haus. Zum Basisschutz gehören an der Haustür deshalb ein Spion, sowie ein Sperrbügel, wenn die Tür einen Spalt breit geöffnet wird. Auch werden Türen gerne aufgehebelt, um es den Einbrechern schwerer zu machen, sollte auf einen mechanisch stabilen Türrahmen geachtet werden. Dieser muss fest mit dem Mauerwerk verbunden sein. Vollholztüren, die mindestens 40 mm stark sind, sind ebenso ratsam, wie massive Türblätter.

Weiterhin können querliegende Stahlstangen an der Haustür installiert werden. Mit einem Riegel pro Stahlstange, in den diese geschoben werden, wird die Tür zusätzlich gesichert. Massive Querriegelschlösser runden den Schutz optimal ab. Außerdem sollten folgende Punkte bei der Tür beachtet werden:

 

  • Schließblech sollte vollständig in der Mauer verankert sein. Gemeint ist damit die Aussparung, in der der Türriegel versenkt wird.
  • Die Schließbleche sollten wenigstens drei Millimeter stark sein, um das Aufbrechen der Tür zu erschweren.
  • Die Installation von Bandsicherungen zwischen den Angeln der Tür und dem Rahmen können ebenfalls helfen.

 

 

 

 

Was macht ein gutes Schloss aus?

Nicht zuletzt ist das richtige Schloss für den optimalen Einbruchschutz entscheidend. Beim Kauf der Schlösser sollte auf die DIN-Bezeichnung geachtet werden. Hier ist die DIN 18251 eine gute Wahl. Schlösser, die nach dieser DIN-Norm der Klasse vier oder fünf zugeordnet sind, gelten als einbruchhemmend.

Sollen Schlösser mit Mehrfachverriegelungen verwendet werden, ist es ratsam, diese ab Klasse drei zu wählen.  Als Faustregel gilt in diesem Fall – je höher die Klasse, umso sicherer das Schloss.

 

2.0 Alarmanlagen sorgen für zusätzliche Sicherheit

Zusätzlichen Schutz vor Einbrechern bietet die Alarmanlage. In der Regel wird der Alarm aktiviert, wenn eine Tür gewaltsam geöffnet, ein Fenster eingeschlagen oder ein vorhandenes Signal übertreten wird. Bei der Auswahl einer Alarmanlage sollte man sich versichern, dass diese einen Alarm schon beim Versuch des Einbruchs auslöst, also noch bevor der Täter das eigene Haus überhaupt betreten hat.

 

Die grundlegende Funktion der Alarmanlage

Die grundlegende Funktion einer Alarmanlage ist es natürlich, einen Alarm auszulösen. Dabei muss man in den stillen und den normalen Alarm unterscheiden. Beide haben ihre Vor-, aber auch Nachteile. Wird ein deutlich hör- und sichtbarer Alarm ausgelöst, werden Bewohner, Nachbarn und Passanten sofort aufgeschreckt. Das schreckt viele Diebe ab. Allerdings kam es in der Vergangenheit bei minderwertigen Alarmanlagen häufig zu Fehlalarmen. Daher wird der von einer solchen Anlage ausgelöste Alarm oft nicht mehr für voll genommen. Das wissen auch Diebe, die zunächst einmal abwarten, ob jemand auf den Alarm reagiert. Ist das nicht der Fall, machen sie sich weiter ans Werk.

Beim stillen Alarm handelt es sich um einen Alarm, dessen Auslösung vom Einbrecher unbemerkt bleibt. Hier werden Nachbarn, Familie, die Hausbesitzer selbst oder eine Wachfirma benachrichtigt. Letztere ist die günstigste Variante. Gegen eine monatliche Gebühr ist sie schließlich rund um die Uhr erreichbar.

 

Ein- und Ausschalten von Alarmanlagen – diese Möglichkeiten gibt es

Damit die Alarmanlage im Fall der Fälle auch Alarm schlägt, muss sie natürlich scharf geschaltet werden.

Und hier gibt es verschiedene Möglichkeiten zum Ein- und Ausschalten der Anlage:

MöglichkeitVorteileNachteile
Eingabe eines Zahlencodes beim Verlassen und Betreten des HausesEinfache VarianteEs muss immer an das Ein- und Ausschalten gedacht werden, bei Eile wird es gerne vergessen
Eingabe eines Zahlencodes beim Verlassen und Betreten des Hauses mit ZeitfensterEinfache Variante• Es muss immer an das Ein- und Ausschalten gedacht werden, bei Eile wird es gerne vergessen

• Nach dem Einschalten hat man nur ein begrenztes Zeitfenster, um das Haus zu verlassen, andernfalls wird ein Alarm ausgelöst
Kopplung mit einem TürschlossEinfache Variante, die man nicht vergessen kannMan muss an das Abschließen des zusätzlichen Kasten- bzw. Funk-Schlosses denken

Bei der letzten Variante wird die Alarmanlage via Funk automatisch aktiviert bzw. deaktiviert, wenn das Zusatzschloss auf- oder zugesperrt wird.

Die richtige Alarmanlage zu finden, ist also gar nicht so einfach. Es ist grundlegend darauf zu achten, dass das gewählte Modell nur selten Fehlalarme auslöst. Denn sollten diese des Öfteren vorkommen, verliert die Anlage an Wirksamkeit. Zudem müssen unnötige Polizeieinsätze bezahlt werden und das kann sehr teuer werden.

 

Moderne Sicherheitssysteme – Wie HighTech zu mehr Sicherheit führt

Ebenfalls gibt es eine Vielzahl modernster Sicherheitssysteme – und die fallen gar nicht mal so teuer aus, wie man anfangs vielleicht vermutet. So gibt es derzeit einige Fingerprint-Modelle. Sie sind bereits ab etwa 500 Euro zu haben und damit durchaus erschwinglich. Die Funktionsweise ist dabei denkbar einfach:

Moderne Alarmanlagen arbeiten mit Fingerabdrücken!

Statt des bekannten Türschlosses wird ein Display installiert, auf das man seinen Finger auflegt. Mit Hilfe des eigenen Fingerabdrucks gelangt man so ins Haus. Diebe haben hier keine Chance. Denn wo kein Schloss ist, können sie auch keines knacken. Und sobald es kompliziert wird, suchen Einbrecher laut Statistiken das Weite. Die Vorteile des Fingerprint-Systems gehen aber noch weiter. Denn durch sie sind auch alle Probleme, die bei herkömmlichen Schlüsseln anfallen, der Vergangenheit zugehörig.

So müssen

  • bei Verlust des Schlüssels keine aufwändigen Maßnahmen zur Türöffnung eingeleitet werden, zumal der Schlüsseldienst oft sehr teuer ist,
  • können sich Bewohner nicht mehr ausschließen, weil sie den Schlüssel drinnen liegen lassen,
  • müssen nach Diebstahl der Schlüssel keine kompletten Schlösser ausgetauscht werden, was ebenfalls recht kostspielig ist.

 

Die sehr modernen Fingerprint-Systeme können sogar noch mehr.

Mittels einem einzigen Tastenfeld lassen sich zum Beispiel folgende Maßnahmen automatisch programmieren:

  • Steuerung des Außenlichts zum Abschrecken von Dieben,
  • Steuerung von Kameras zur Videoüberwachung des Grundstücks,
  • Alarmauslösung, wenn im Haus ein Feuer entsteht,
  • Alarmauslösung bei Wasser- oder Gasaustritt im Haus,
  • Regulierung der Innenraumbeleuchtung nach Zeitintervallen*,
  • Regulieren des Öffnens und Schließens von Jalousien und Rollläden.

* Gerade in den Herbst- und Wintermonaten steigt die Anzahl der Einbrüche rapide an. Dauerhaft heruntergelassene Rollläden und Jalousien oder eine nicht eingeschaltete Beleuchtung signalisieren Dieben: Es ist niemand zu Hause, ich kann einbrechen. Damit ist dank der modernen High-Tech-Systeme ein für alle Mal Schluss.

 

Sollte dennoch jemand versuchen, unbefugt ins Haus zu gelangen, können die Systeme auch einen stillen Alarm auslösen. Und dieser ist sehr erfolgreich. Laut Statistik können in 75 Prozent der Fälle bei einem stillen Alarm die Täter in flagranti erwischt und sofort dingfest gemacht werden.

 

2.0 Allgemeine Sicherheitstipps für jede Lebenslage

Dass die Zahl der Einbrüche kontinuierlich ansteigt, ist kein Geheimnis mehr. Dass sie aber bei Tag um stolze sieben Prozent angestiegen ist, ist vielen nicht bekannt. Dabei ist diese Entwicklung nur logisch: Die meisten Menschen sind tagsüber bei der Arbeit, die Gefahr, dass Einbrecher überrascht werden, ist somit geringer, als in den Abend- und Nachtstunden. Gute 40 Prozent aller Einbrüche bei Abwesenheit der Bewohner könnten aber von vornherein vermieden werden – und zwar, indem man auf die richtige Sicherheitstechnik setzt und noch ein paar zusätzliche Tipps beherzigt.

Die wichtigsten stellen wir hier kurz vor:

  • Licht schreckt ab: Spots, Bewegungsmelder und die Außenbeleuchtung auf dem Grundstück sorgen für Abschreckung bei Dieben. Insbesondere bei nächtlichen Einbrüchen machen Bewegungsmelder, die Licht aufflammen lassen, Dieben pure Angst.
  • Tür abschließen: In ländlichen Gegenden ist es weit verbreitet, die Haustüre für Besucher offen zu lassen. Bei kurzer Abwesenheit von zu Hause, wird die Tür auch gerne nur zugezogen. Das ist aber falsch, denn damit spricht man Dieben quasi eine Einladung aus.
  • Bloß nicht abwesend sein: Auch bei der jährlichen Fahrt in den Urlaub sollte darauf geachtet werden, dass die Abwesenheit nicht offensichtlich ist. Die Garage bleibt verschlossen, so dass niemand sieht, dass das Auto nicht da ist. Der Anrufbeantworter erhält eine neutrale Ansage, keine lustigen Urlaubsgrüße. Und die Lampen, Rollläden oder Jalousien werden mittels Zeitschaltuhr automatisch gesteuert, so dass es den Anschein hat, man sei zu Hause.
  • Keine Schlüsselverstecke nutzen: Der Ersatzschlüssel unter der Fußmatte, im Blumenkübel oder über dem Türpfosten ist kein reines Klischee. In vielen ländlichen Regionen wird an diesen viel zitierten und dementsprechend auch Dieben bekannten Stellen nach wie vor ein Schlüssel deponiert. Und damit trickst man sogar die Sicherheitstechnik aus, denn gewaltsames Eindringen ist nicht mehr erforderlich.

 

3.0 Rauchmelder – optimaler Schutz vor dem Feuer

Eine große Gefahrenquelle in privaten Haushalten ist das Feuer. Doch während die meisten Menschen Angst vor dem Tod durch Verbrennen haben, sind es weniger die Flammen eines Feuers, die tödlich sind, sondern vielmehr die Rauchentwicklung. Das geht auch aus Statistiken hervor. Hier heißt es, dass 95 Prozent aller Brandopfer an den Folgen einer Rauchvergiftung sterben. Nur fünf Prozent werden durch das Feuer als solches getötet. Ob unbeaufsichtigte Kerzen, die Glut von Zigaretten oder ein defektes Stromkabel, das langsam vor sich hin qualmt und einen Schwelbrand auslöst – Ursachen für ein Feuer im Haushalt gibt es viele. Während dieses tagsüber noch leicht zu entdecken und zu bekämpfen ist, droht nachts die größere Gefahr. Der Geruchssinn schläft, genau wie wir und ein Feuer wird nicht bemerkt. Hier kann ein Rauchmelder wahrhaft Leben retten, denn er schlägt bei Rauchentwicklung mit einem lauten Signalton an.

 

Rauchmelder – vielfach gesetzlich vorgeschrieben

Die Rauchmelder sollten grundsätzlich in jedes Kinder-, Schlaf- und Wohnzimmer, sowie im Flur installiert werden. Auf eine Installation in der Küche sollte verzichtet werden, da durch die beim Kochen entstehenden Dämpfe häufig Fehlalarme entstehen. Jährlich sind die Rauchmelder auf ihre Funktionstüchtigkeit zu überprüfen. Teilweise gibt es auch schon gesetzliche Vorschriften, nach denen nicht nur Neubauten mit Rauchmeldern ausgestattet werden müssen, sondern ebenso Bestandsbauten nachzurüsten sind.

Einen Überblick gibt folgende Aufstellung:

BundeslandEinbaupflicht für Neu- und UmbautenNachrüstpflicht in Bestandsbauten
Baden-WürttembergSeit Juli 2013Bis spätestens 31.12.2014
BayernSeit 2013Bis spätestens 31.12.2017
BremenSeit Mai 2010Bis spätestens 31.12.2015
HamburgSeit Dezember 2005Seit Ende 2010
HessenSeit Mai 2005Bis spätestens 31.12.2014
Mecklenburg-VorpommernSeit September 2006Seit Ende 2009
NiedersachsenSeit November 2012Bis spätestens 31.12.2015
Nordrhein-WestfalenSeit April 2013Bis spätestens 31.12.2016
Rheinland-PfalzSeit Dezember 2003Seit Juni 2012
SaarlandSeit Juni 2004Keine Nachrüstpflicht
Sachsen-AnhaltSeit Dezember 2009Bis spätestens 31.12.2015
Schleswig-HolsteinSeit Dezember 2004Seit Ende 2010
ThüringenSeit Januar 2008Keine Nachrüstpflicht

Die Rauchmelder in Neubauten sind also bereits in 13 Bundesländern Pflicht, eine Nachrüstpflicht in den kommenden Jahren besteht in allen diesen Ländern, bis auf Thüringen und das Saarland.

 

So funktionieren die Rauchmelder

Wie aber funktionieren die Rauchmelder konkret?

In aller Regel folgen die meisten Rauchmelder einem klaren Wirkprinzip, das wie folgt aussieht:

  • Im Rauchmelder befindet sich eine Messkammer.
  • Von ihr werden in regelmäßigen Abständen Lichtstrahlen ausgesendet.
  • Treffen die Lichtstrahlen auf Rauchpartikel, kommt es zur Reflexion.
  • Dabei wird ein Sensor aktiviert.
  • Dieser löst den Alarm aus.

Das Funktionsprinzip der meisten Rauchmelder basiert also auf der Erkennung von verändertem Streulicht. Dabei arbeiten moderne Rauchmelder so, dass sie auch Schwelbrände und Flüssigkeitsbrände erkennen, da sie nicht ausschließlich auf die Rauchpartikel reagieren. Sie verfügen zusätzlich über Wärmesensoren, so dass ebenso auf Hitze reagiert werden kann.

Ebenfalls können mehrere Rauchmelder (z. B. im Kinder- und Schlaf-, sowie Wohnzimmer) miteinander vernetzt werden. Dies erfolgt meist mittels Funktechnologie. Erkennt der Rauchmelder im Wohnzimmer einen Brand, so werden automatisch genauso die Rauchmelder im Kinder- und Schlafzimmer ausgelöst. Bei sehr großen Häusern ist dies von Vorteil, zumal, wenn die Wände sehr gut gegen Lautstärke abgedämmt sind. Wichtig ist auch, dass sich die Rauchmelder zeitweise ausstellen lassen, etwa wenn beim Kochen einmal mehr Rauch entsteht.

 

So findet man den richtigen Rauchmelder

Bei der Wahl eines Rauchmelders sollten ebenfalls einige Punkte berücksichtigt werden.

Die wichtigsten sind folgende:

  • Zwingend auf das CE-Zeichen achten.
  • Aufdruck „EN14604“ sollte vorhanden sein.
  • VdS-Prüfzeichen garantiert noch bessere Qualität.
  • Rauchmelder müssen zugelassen sein. Dies ist erkennbar am Aufdruck des Herstellernamens, dessen Adresse und Informationen zum Wechsel der Batterien.
  • Manueller Funktionstest sollte jederzeit möglich sein.
  • Signalaussendung bei schwächer werdender Batterie ist erforderlich (Piepton).

Die Kosten für den Rauchmelder sind sehr unterschiedlich. Einfache, batteriebetriebene Geräte gibt es im Baumarkt schon ab acht Euro. Im Discounter gibt es den Rauchmelder mitunter als Aktionsware noch günstiger. Nach oben hin sind preislich, wie so oft, keine Grenzen gesetzt.

 

4.0 Gasmelder – mehr Sicherheit im eigenen Haus

Gas ist eine nützliche, oft auch als umweltverträglich bezeichnete Energiequelle. Sogar beim Kochen haben sich Gasherde gegenüber herkömmlichen Elektrogeräten bewährt. Allerdings kann das Gas auch zur Gefahr im eigenen Haus werden und wer das neu erbaute Massivhaus richtig schützen will, der sollte auf einen Gasmelder nicht verzichten. Problematisch ist es, Gas zu erkennen: Es ist unsichtbar und geruchlos, so dass man austretendes Gas nur schwerlich erkennen kann. Die Ursachen für einen Gasaustritt sind dabei vielfältig, so kann er am Gasherd, an der Heizung oder einer Gastherme entstehen. Entlang der Versorgungsleitungen können Lecks auftreten, insbesondere bei Bauarbeiten. Ist das Gas erst einmal ausgetreten, reicht schon ein winziger Funke, um es zu entzünden.

Das ist auch der Grund, warum dem Erdgas beispielsweise ein Geruchsstoff beigemischt wird, der für die menschliche Nase sehr unangenehm ist. Dennoch wird man diesen nicht immer zu 100 Prozent feststellen können, insbesondere nicht bei Erkältungen oder im Schlaf. Daher sind Gasmelder Pflicht.

 

Wo werden Gasmelder installiert?

Gasmelder sollten in jedem Raum installiert werden, in dem sich Gasleitungen befinden.

Zu beachten ist der richtige Montageort und hier kommt es auf verschiedene Faktoren an:

 

  1. Gasart

1.1.   Erdgas: Es besteht unter anderem aus Methan, welches leichter als Luft ist. In der Folge muss der Gasmelder an der Decke angebracht werden, da Methan nach oben steigt.

1.2.   Propangas/Butan: Es ist schwerer als Luft, sinkt also nach unten. Der Gasmelder muss daher im Bodenbereich installiert werden.

  1. Zugluft & Wärmequellen: Beide können das Messergebnis des Gasmelders beeinflussen und daher zu Fehlalarmen führen. Deshalb sollten Gasmelder weder neben Fenstern, noch in unmittelbarer Nähe eines Dunstabzugs installiert werden.
  2. Gasgeräte: Auch in der Nähe von Gasgeräten sollte der Gasmelder nicht installiert werden. Bei deren Entzündung entweicht eine winzige Menge Gas. Da moderne Gasmelder diese bereits messen können, würden sie sofort Alarm schlagen.

 

Übrigens: Es gibt zusätzlichen Schutz mittels eines CO-Melders, der eine erhöhte Konzentration von Kohlenmonoxid in der Luft meldet. Als Ursache kommt hierfür zum Beispiel eine Gastherme in Betracht, wenn sie nicht regelmäßig gewartet wird. Allerdings kann auch der beste CO-Melder keinen Rauchmelder ersetzen.

 

Darauf sollte beim Kauf des Gasmelders geachtet werden

Moderne Gasmelder werden an die Stromversorgung angeschlossen. Allerdings kann es zu einem Stromausfall kommen. Damit der Gasmelder auch währenddessen einwandfrei funktioniert, sollte eine Pufferbatterie vorhanden sein. Beim Kauf ist ebenso auf wichtige Prüfsiegel zu achten. Das TÜV-Siegel ist eines davon, eine Zertifizierung durch die VdS Schadenverhütung GmbH ein anderes.

 

Das ist im Ernstfall zu tun

Moderne Gasmelder schlagen bereits bei winzigen Mengen Gas Alarm. Es bleibt also ausreichend Zeit, sich in Sicherheit zu bringen. Deshalb darf man nicht in Panik verfallen. Um eine Funkenbildung zu vermeiden, sollte man keinerlei elektrische Geräte bedienen.

Das richtige Verhalten sieht wie folgt aus:

  • Keine Lichtschalter betätigen.
  • Telefon nicht benutzen. (Gefahr von Funkenbildung)
  • Fenster öffnen.
  • Absperreinrichtungen der Gasleitungen schließen.
  • Gebäude verlassen.
  • Nachbarn informieren, damit sie sich in Sicherheit bringen können.
  • Bereitschaftsdienst des Netzbetreibers informieren.

 

Übrigens – der Bereitschaftsdienst des Netzbetreibers darf gerne einmal zu häufig informiert werden. Bei einem Einsatz aufgrund eines Fehlalarms sind die Kosten dafür nicht zu tragen.

 

5.0 Nicht auf den Überspannungsschutz verzichten

Ein Gewitter kommt häufiger vor, als man denkt. Und es bringt Gefahren mit sich. In jedem Blitz kann eine elektrische Ladung von bis zu 2,2 Millionen Volt vorhanden sein – eine für uns unvorstellbare Zahl. Allerdings schlägt der Blitz nur selten direkt ein – weitaus höher sind die Schäden, die durch Überspannung entstehen. Die Überspannung kann sich in einem Radius von bis zu zwei Kilometern entladen, wenn der Blitz in einen Baum, eine Telefonleitung oder ähnliches in der Nähe einschlägt. Dann steht die Waschmaschine still, die Dateien auf dem Computer sind unwiederbringlich verloren, der Fernseher bleibt schwarz. Doch auch das Massivhaus selbst sollte vor einem Blitzeinschlag geschützt werden. Hier ist es erforderlich, einen mehrstufigen Blitzschutz zu installieren.

 

Drei-Stufen-Blitzschutzanlagen nutzen

Spezielle Kombinationsmöglichkeiten gibt es dabei viele.

Sie bestehen aus drei einzelnen Komponenten:

  1. Blitzableiter auf dem Dach: Schützt vor dem Blitzeinschlag am Haus selbst, leitet die Energie in besonders leitfähigen Bahnen an der Außenseite des Hauses zum Erdboden weiter.
  2. Überspannungsableiter in der Elektroinstallation des Hauses: Lassen sich auch nachträglich integrieren und schützen vor der Überspannung.
  3. Überspannungsableiter, die unmittelbar mit dem Endgerät verbunden sind: Meist in Form eines Adapters oder einer Steckdosenleiste.

 

Die Kosten sind dabei unterschiedlich hoch. Für die Überspannungsableiter in der Elektroinstallation werden einige Hundert Euro fällig. Für die Überspannungsableiter am Endgerät sind 35 bis 50 Euro einzuplanen. Steckerleisten-Modelle sind ebenfalls möglich, schlagen jedoch mit 50 bis 60 Euro zu Buche.

Mit diesem Gesamtschutz lassen sich hohe Schäden vermeiden, die bei einem Gewitter entstehen können. Gerade in Zeiten der deutlich ansteigenden Zahl von Elektrogeräten in den Haushalten ist dies von immenser Bedeutung.

 

Fazit: Sicherheit im Massivhaus lässt sich vielfältig umsetzen

Es zeigt sich also – wer ein wirklich rundum sicheres Massivhaus haben möchte, der sollte in die verschiedensten Sicherheitsaspekte investieren und nichts dem Zufall überlassen. Angefangen von einfachen Maßnahmen, die sich täglich umsetzen lassen bis hin zu modernster Sicherheitstechnik ist dabei alles möglich.

Quelle Massivhaus.de

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