Grunderwerbsteuer Sachsen 2017

Auch in Sachsen müssen Baunebenkosten berücksichtigt werden, wenn eine Immobilie gekauft wird. Die bekanntesten Nebenkosten sind die, die der Fiskus erhält. Keine Frage, hier ist die Rede von der Grunderwerbsteuer, die für jede in Deutschland erworbene Immobilie anfällt. Seit 1998 galt eine einheitliche Grunderwerbsteuer in Höhe von 3,5 Prozent für ganz Deutschland. Ab 2007 gab es erste Erhöhungen, die Länder können die Grunderwerbsteuer selbst festlegen. In Sachsen gab es bisher keine Erhöhung der Steuersätze, so dass dieses Land, neben Bayern, das einzige ist, welches nach wie vor, „nur“ 3,5 Prozent des Kaufpreises berechnet.




Fallbeispiel zur Grunderwerbsteuer Sachsen

Allerdings sagt ein reiner Prozentsatz wenig darüber aus, welche Kosten für die Grunderwerbsteuer konkret anfallen. Deshalb soll folgendes Beispiel die genaue Berechnung verdeutlichen.

Dafür haben wir drei grundlegende Fälle angenommen:

  1. Kauf eines Grundstücks mit Haus in Leipzig
  2. Kauf eines unbebauten Baugrundstücks in Leipzig
  3. Kauf eines unbebauten Baugrundstücks vom späteren Bauträger in Leipzig (Massivhaus Baufirmen in Leipzig finden Sie hier.)

Grundstück in Leipzig-Engelsdorf

Grundstückskosten / m² (Fall 2 + 3)96,00 €
Grundstücksgröße (Fall 2 + 3)450 m²
Gesamtkosten Grundstück (Fall 2 + 3)450 m² * 96,00 € = 43.200,00 €
Kosten Massivhaus (Fall 3)119.900,00 €
Gesamtkosten Grundstück + Haus (Fall 3)119.900,00 € + 43.200,00 € = 163.100,00 €
Gesamtkosten Grundstück + Haus (Fall 1)205.000,00 €

Berechnung Grunderwerbsteuer:

Fall 1:

205.000,00 € * 3,5 %  = 7.175,00 €

Fall 2:

43.200,00 € * 3,5 % = 1.512,00 €

Fall 3:

163.100,00 € * 3,5 % = 5.708,50 €

 

Demnach fällt beim unbebauten Grundstück die günstigste Grunderwerbsteuer an, wenn es von Privat gekauft wird. Der Kauf vom Bauträger ist hingegen zu vermeiden, da hier eine sehr hohe Belastung durch die Steuer anfällt.

Infografik_Grunderwerbsteuer_Sachsen_estador_2016

 

Gibt es Ausnahmen, in denen keine Grunderwerbsteuer fällig wird?

Das deutsche Gesetz lebt von seinen Ausnahmen und zahllosen Sonderregelungen. Diese gibt es dementsprechend auch bei der Grunderwerbsteuer. Allerdings sind es nur sehr wenige Fälle, in denen diese beim Kauf von Immobilien nicht anfällt.

Diese sollen im Folgenden kurz geschildert werden:

  1. Kauf von Verwandten ersten Grades
  2. Kauf vom Ehe- oder Lebenspartner
  3. Kauf von Immobilien für weniger als 2.500 Euro

 

Beim zweiten Fall gilt, dass der Kauf auch dann grunderwerbsteuerfrei bleibt, wenn er im Rahmen der Vermögensauseinandersetzung nach der Scheidung oder der Auflösung der Lebenspartnerschaft erfolgt. Im dritten Fall spricht man von einer Freigrenze, die keinesfalls mit dem Freibetrag zu verwechseln ist. Das heißt, dass die Grunderwerbsteuer entfällt, wenn das Grundstück maximal 2.500 Euro kostet. Kostet es nur einen einzigen Euro mehr, so fällt die Grunderwerbsteuer auf den kompletten Betrag an.

 

Wann berechnet der Fiskus die Grunderwerbsteuer?

Ebenfalls stellt sich vielen angehenden Bauherren und Immobilienkäufern die Frage, wann die Grunderwerbsteuer berechnet wird.

Es ist hier nicht Voraussetzung, dass

  • der Kaufpreis bereits entrichtet wurde oder
  • der Eigentumsübergang im Grundbuch vermerkt wurde.

 

Der vor dem Notar geschlossene Kaufvertrag reicht bereits aus, um die Rechnung zu erstellen. Nach Zugang des Steuerbescheids bleibt ein Monat Zeit, um die Steuerschuld zu begleichen. Zwar haben die Finanzämter hier einen Ermessensspielraum, so dass sie die Frist verlängern könnten, doch machen sie davon keinen Gebrauch.

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