Rauputz verarbeiten | Wandgestaltung

Rauputz – ideale Wandgestaltung?

Treppenhäuser aber auch Flure werden gerne mit Rauputz versehen, schließlich ist dieser recht unempfindlich. Allerdings sollten Sie auch beim Rauputz einige Dinge beachten, denn nicht jede Variante wird allen Anforderungen gleichermaßen gerecht. So sollten Sie bei engen Durchgängen und im Haus lebenden Kindern auf einen „risikolosen“ Rauputz achten.

 

Wenn Sie allerdings bei der Auswahl nach entsprechenden Kriterien handeln, kann Rauputz durchaus eine dekorative Wirkung mit sich bringen. Die Strukturen in der Oberfläche sorgen dafür. Für die Innenräume eignen sich gestrichene, gefilzte und geglättete Rauputze am besten. Geriebene, gespritzte und gekratzte Rauputze sollten dagegen nur bedingt im Innenraum eingesetzt werden. Schnell kann sonst die Berührung mit der Kleidung zu Schäden an dieser führen. Grund dafür sind die Strukturelemente, die teilweise mehrere Millimeter aus der Wandverkleidung herausragen und sich so in den Textilfasern verhaken können. Schnell laufende Kinder können ebenfalls am Rauputz hängenbleiben und sich dabei verletzen. Beim Kratzputz sollten Sie bedenken, dass dieser mindestens zwei bis 2,5 Millimeter dick aufgetragen wird. In engen Durchgängen wird so zusätzlicher Platz genommen.

 

Speziellen Rauputz für Innenbereiche verwenden

Wollen Sie Treppenhaus und/oder Flur mit Rauputz versehen, setzen Sie auf speziellen Rauputz für den Innenbereich. Dieser muss weder witterungs-, noch feuchtigkeitsbeständig sein, so dass er deutlich kostengünstiger im Handel angeboten wird. Jedoch sollten Sie auf einen feuchtigkeitsresistenten Putzmörtel für außen setzen, wenn Sie Küche, Badezimmer oder Kellerräume damit versehen wollen. Dort kann nämlich Kondensflüssigkeit entstehen, die andernfalls nicht korrekt aufgenommen werden könnte.

 

Entscheiden können Sie sich ebenfalls zwischen dem in Eimern angebotenen Fertigputz und selbst anzurührendem Rauputz. Letzterer ist zwar kostengünstiger, allerdings müssen Sie hier mehr Aufwand für das Anrühren betreiben.

 

Rauputz verarbeiten – Wie trage ich den Rauputz auf?

Der Rauputz bietet den Vorteil, dass er einmal aufgetragen, auch überstrichen werden kann. Durch seine ihm eigene Struktur und eine farbliche Abstimmung auf die eigenen Wünsche entsteht damit eine zeitlose Wandgestaltung, die sogar Jahrzehnte überdauern kann. Doch bevor Sie mit dem Auftragen des Rauputzes beginnen, sollten Sie die drei wichtigen Schritte dabei kennen:

 

  1. Untergrund vorbereiten
  2. Rauputz auftragen
  3. Rauputz strukturieren

 

So bereiten Sie den Untergrund für den Rauputz vor

Der Untergrund für den Rauputz muss sauber und glatt sein. Nur dann kann der Rauputz genügend Halt bekommen und der Untergrund beugt späteren Schäden vor. Tapeten- und Farbreste sollten Sie also vorab vollständig und gründlich entfernen. Gleiches gilt für losen Putz. Vorhandene Bohrlöcher und Co. werden mit Spachtelmasse verschlossen.

Kleben Sie zudem Fenster- und Türrahmen mit Kreppband großzügig ab. So werden sie optimal vor eventuellen Putzflecken geschützt. Ebenfalls sollten Sie den Fußboden gründlich abdecken, am besten mit einer Gerüstbohle oder einem Brett.

Anschließend geht es an die Grundierung. Die passende Grundierung hängt von der gewählten Art des Rauputzes ab. So hält Kunstharzputz besonders gut auf einer Grundierung auf Dispersionsbasis. Möchten Sie dagegen einen Mineralputz verwenden, so sollten Sie eine Silikat-Grundierung wählen, die diesem optimalen Halt bieten kann.

 

Rauputz auftragen: So geht’s

Danach können Sie den Rauputz auftragen, am besten mit der Glättkelle. Diese legen Sie steil an die Wand an und ziehen den Rauputz auf Kornstärke ab. Arbeiten Sie am besten von unten nach oben. Haben Sie einen Rauputz gewählt, der selbst angerührt werden muss, halten Sie sich an die Angaben des Herstellers. Ziel ist es, eine möglichst sämige, aber nicht zu flüssige Konsistenz zu erhalten. Rauputz trocknet recht schnell, deshalb mischen Sie immer nur die Menge an Rauputz an, die Sie innerhalb von 20 Minuten verarbeiten können.

 

Rauputz strukturieren

Damit der Rauputz seine charakteristische Oberflächenstruktur erreicht, sollten Sie diesen nach dem Auftragen mit dem Reibebrett bearbeiten. Warten Sie dafür nach dem Auftragen etwa 15 Minuten ab. Das Brett legen Sie flach auf den Rauputz und bewegen es mit leichtem Druck. Sie können kreisförmige, senkrechte, waagerechte oder diagonale Bewegungen machen, je nachdem, welche Struktur Sie bevorzugen. Wichtig ist, dass Sie auf eine möglichst gleichmäßige Struktur achten, damit das Ergebnis am Ende auch passt. Die Reibebretter erhalten Sie im Handel aus Holz oder Kunststoff, testen Sie aus, was Ihnen besser in der Hand liegt.

 

Tipp!

Auch wenn das Strukturieren von Rauputz einfach klingt und aussieht: Es erfordert einiges an Übung. Testen Sie daher am besten verschiedene Strukturen und Bewegungsrichtungen an einer Übungsfläche, etwa im Keller, wo es nicht auf ein 100-prozentiges Ergebnis ankommt.

 

Was tun, wenn schon Rauputz vorhanden ist?

Da Rauputz schon seit langem eine beliebte Form der Wandgestaltung ist, gibt es viele alte Häuser, in denen auch alter Rauputz an den Wänden angebracht ist. Soll dieser überarbeitet oder erneuert werden, muss der Untergrund zunächst glatt sein. Dafür muss der Rauputz aber nicht zwingend entfernt werden, er lässt sich auch glätten. Die spitzen Grate auf dem Rauputz werden am besten mit einem speziellen Putzhobel bearbeitet.

 

Wichtig!

Tragen Sie während der Arbeiten einen Mund- und Augenschutz. In der Umgebung vorhandene Möbel sollten Sie sehr gut mit Folie abdecken.

Sind die Grate entfernt, müssen Sie den Rauputz noch gründlich reinigen. Ein feinborstiger Besen und ein Staubsauger sind hier ideale Hilfsmittel. Um auch noch die letzten Staubkörner zu entfernen, wischen Sie mit einem feuchten Tuch nach.

Fertigputzgips kann anschließend zum letzten Glätten des Rauputzes verwendet werden. Dafür rühren Sie den Gips zunächst zu einer sämigen Masse an. Achten Sie darauf, nicht zu viel anzurühren, denn der Fertigputzgips sollte binnen maximal 90 Minuten verarbeitet werden. Mit dem Aufziehbrett können Sie den Putzgips jetzt auf die Wand aufbringen, so dass eine ebene Fläche entsteht. Die aufgetragene Schicht feuchten Sie nun an und filzen die Fläche mit einer Schwammfilzscheibe. Danach kommt die Glättkelle zum Glätten der gesamten Oberfläche zum Einsatz. Um eine schnelle Trocknung zu erreichen, sollten Sie den Raum gut lüften.

Wollen Sie den alten Rauputz dennoch komplett entfernen, eignet sich ein Betonschleifer für dünne Putzschichten. Dieser sorgt dafür, dass auch der Unterputz nicht beschädigt wird. Bei dickeren Schichten Rauputz eignet sich ein elektrischer Stemmhammer. Sollen nur kleinere Flächen des Putzes entfernt werden, verwenden Sie Hammer und Meißel und arbeiten Sie mit dem Betonschleifer nach. Allerdings müssen Sie die Wand nach dem Abtragen des Rauputzes in der Regel neu verspachteln, bevor Sie neuen Rauputz aufbringen können.

Fazit: Rauputz ist eine zeitlose Wandgestaltung

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass der Rauputz eine zeitlose Wandgestaltung darstellt, die mit einer extrem langen Haltbarkeit überzeugt. Allerdings müssen Sie den richtigen Rauputz auswählen.

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