Das Pultdach – Neigung Kosten Preise

Das Pultdach – beliebte Dachform bei Ein- und Mehrfamilienhäusern

Pultdach Stadtvilla
Pultdachhaus von Zaunmüller Massivhaus. Weitere Pultdachhäuser finden Sie hier.

Das Pultdach erfreut sich derzeit einer steigenden Beliebtheit, denn es bringt einige Vorteile mit sich. Unter anderem lässt es sich einfach planen und beim Aufbau des Dachstuhls (Was kostet ein Dachstuhl?) wird nur wenig Material verbraucht.

Dadurch entstehen vergleichsweise geringe Kosten für ein Pultdach. Doch auch hier sollte man vor der Entscheidung einige grundlegende Aspekte beachten, die die Dachneigung, die Kosten, die Dacheindeckung und vieles mehr betreffen.

Wie sieht die richtige Dachneigung für das Pultdach aus?

Um ein Pultdach korrekt und vor allen Dingen regensicher aufzubauen, muss auf die richtige Neigung geachtet werden. Zwar lassen sich Pultdächer auch mit geringer Neigung ausführen, dann werden allerdings wasserdichte Unterdächer und Co. erforderlich.

Die pauschale Definition sieht vor, dass ein Pultdach eine Neigung von wenigstens elf Grad aufweisen muss, obwohl es sich dann fast schon um ein geneigtes Flachdach handelt. Nach oben hin gibt es nur wenige Grenzen, so dass ein Pultdach auch mit 60 Grad Dachneigung noch als solches bezeichnet werden kann. Zudem gibt es mittlerweile Anbieter, die das Pultdach mit noch geringeren Neigungen als den elf Grad anbieten. Dann ist aber ein wasserdichtes Unterdach zwingend erforderlich.

 

Die Dachneigung hängt auch von der Dacheindeckung ab

Unter anderem sollte bei der Dachneigung auch die geplante Dacheindeckung berücksichtigt werden. Diese entscheidet nämlich mit darüber, ab wann ein wasserdichtes Unterdach eingebaut werden muss. Wer sich für einfache Dachziegel entscheidet, kann bei einigen Ziegelsorten ein wasserdichtes Unterdach schon bei 15 Grad Dachneigung benötigen. Viele Hersteller der Dachziegel geben zudem an, dass eine Dachneigung von mindestens 22 Grad nötig ist, um die Ziegel sicher verlegen zu können.

Wer sich für das Trapezblech entscheidet, der kommt jedoch auch mit einer Dachneigung von gerade einmal fünf Grad aus. Es ist also wichtig, dass für die Planung des Pultdachs neben der Dachneigung auch die Dacheindeckung im Vorfeld feststeht.

 

Dachneigung entscheidet auch über Reinigung

Die Dachneigung beim Pultdach entscheidet ebenfalls darüber, wie es sich mit der Reinigungswirkung des Regenwassers verhält. Außerdem sind auch hier wieder die gewählten Dachziegel bzw. das Trapezblech entscheidend.

Wer eine größere Dachneigung wählt, der kann davon ausgehen, dass das Regenwasser mehr Schwung beim Ablaufen enthält. Ablagerungen und Verunreinigungen, wie die Hinterlassenschaften der Vögel, der allgegenwärtige Straßenstaub und Co. können so einfach herunter gespült werden. Doch neben der Dachneigung ist auch die Eindeckung entscheidend. Wellenmuster von Ziegeln und Trapezblechen sollten daher besonders eng sein, damit das Wasser auf kleinem Raum noch mehr Kraft entwickeln kann. Sind die Wellen dagegen zu breit, so kann das Wasser nicht mehr die benötigte Kraft entwickeln, um wirklich alle Verschmutzungen herunter zu spülen.

 

 

Wer breite Wellenmuster und eine geringe Dachneigung wählt, darf davon ausgehen, dass die Reinigung des Pultdachs nicht von alleine bewerkstelligt werden kann. Etwa zwei Mal pro Jahr sollte das Pultdach dann von Hand gereinigt werden.

Wie kann ich die Dachneigung für das Pultdach berechnen?

Es wird also deutlich, dass vor der Planung des Pultdachs dessen Dachneigung berechnet werden muss. Dafür wird die Tangensfunktion benutzt. Diese ermittelt die richtige Dachneigung, indem die Dachhöhe durch die Dachlänge geteilt wird. Als Dachhöhe wird aber nicht die gesamte Höhe des Dachs angesehen, sondern die Differenz zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Punkt des Dachs.

 

Beispiel

Die korrekte Formel für die Dachneigung lautet also:

(Differenz von Höhe der Front und der Rückwand / Länge des Pultdaches) * 100 = Dachneigung in Prozent

Länge des Pultdaches=5m=500cm
Höhe der Front=4,5m=450cm
Höhe der Rückwand=3,5m=350cm
Differenz= Höhe der Front – Höhe der Rückwand
Differenz= 450cm – 350cm
Dachneigung= 100cm / 500cm=0,2
Dachneigung= 0,2 * 100=20%
 Die ideale Dachneigung liegt in diesem Beispielfall bei 20 Prozent.[/vc_column_text]

Trotzdem die Dachneigung auf diese Weise berechnet werden kann, darf wiederum die spätere Dacheindeckung nicht außer Acht gelassen werden. Schreibt der Ziegelhersteller eine Mindestneigung von 22 Grad vor, so muss diese Neigung berücksichtigt werden.

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Mit dem Pultdach Energie einsparen oder erzeugen?

Trotz zahlreicher Vorteile, die das Pultdach zu bieten hat, gibt es auch einige Nachteile. So muss sich der Bauherr zum Beispiel entscheiden, ob er mit dem Pultdach Energie einsparen oder erzeugen will – beides gleichzeitig ist bei dieser Dachform nicht möglich.

 

Beispiel:

Ein Haus wird in Richtung Süden ausgerichtet. Die Hauswand wird zur Sonne hin geöffnet, so dass die südliche Seite von Sonne durchflutet wird. So lässt sich Energie einsparen.

Ein Haus wird in Richtung Süden ausgerichtet, allerdings wird das lange Pultdach in diese Richtung herunter gezogen. Dann kann darauf eine Solaranlage zur Stromerzeugung installiert werden. Die Energieeinsparung durch die vermehrte Sonneneinstrahlung ist dann aber nicht mehr möglich.

 

Ein Pultdach will gut gedämmt werden

Zudem muss ein Pultdach gut gedämmt werden. Nur so kann es gelingen, dass die Räume unter dem Dach im Sommer nicht zum sprichwörtlichen Saunaofen werden. Daher sollte die Dämmung ausreichend stark gewählt werden. Auch hier ist die richtige Dämmung wieder maßgeblich von der Dachneigung und –ausrichtung abhängig.

 

 

Die Abdichtung erfolgt beim Pultdach ähnlich der Abdichtung des Flachdachs. Vor allem an der höheren Seite des Hauses ist darauf zu achten, dass die Anschlüsse zwischen Dach und Wand sehr sorgfältig und exakt ausgeführt werden.

 

Mit welchen Kosten ist für ein Pultdach zu rechnen?

Das Pultdach weist grundsätzlich eine einfachere Konstruktion auf als das Satteldach zum Beispiel. Grund dafür ist neben der einfachen Konstruktion auch eine verringerte Dachfläche. Ein Pultdach weist eine um etwa 30 Prozent geringere Dachfläche als ein Satteldach auf demselben Gebäude auf. Hinzu kommt, dass bei der Wahl der Dacheindeckung viele Varianten zur Auswahl stehen. So können auch sehr günstige Formen der Dacheindeckung für das Pultdach gewählt werden. Zusätzliches Einsparpotenzial ergibt sich aus den Einsparungen bei der Dachentwässerung. Fallrohre und Dachrinne werden beim Pultdach nur an einer Hausseite benötigt.

Im Schnitt sollte man mit 8.000 bis 10.000 Euro für das Pultdach mit 75 Quadratmeter Dachfläche rechnen. Hinzu kommen die Kosten für die Vorarbeiten zum Dachdecken und das eigentliche Decken des Dachs. Insgesamt sollten so Gesamtkosten von ca. 12.000 bis 15.000 Euro für die 75 Quadratmeter Dachfläche ausreichen.

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