Marder im Dachboden vertreiben

Marder loswerden – so klappt es

Marder sind in der Lage, sich im Haus, vorzugsweise auf dem Dachboden einzunisten. Dort stören sie die Bewohner des Nachts mit ihren trippelnden Schritten, nagen an der Bausubstanz und können dabei die Dämmung des Hauses massiv schädigen. Diese Schädigungen gehen so weit, dass Wärmebrücken entstehen und es sogar zur Schimmelbildung kommen kann. Deshalb sollten Hausherren stets Obacht geben, ob nicht eventuell ein Marder im Massivhaus sein Unwesen treibt.

 

Tipp der Redaktion

 

Wie finde ich den Marder?

Um herauszufinden, ob ein Marder im Haus ist, sollten typische Begleiterscheinungen, die der tierische Besuch mit sich bringt, beachtet werden. Dazu zählen:

  • Nächtliche Geräusche im Haus oder auf dem Dachboden.
  • Unangenehme Gerüche, die sich ausbreiten.
  • Dämmwolle hängt in Fetzen von der Decke.
  • Kot- und Urinspuren.
  • Aas, das ins Haus geschleppt wurde und zu Maden- oder Fliegenbefall führen kann.

 

In der Regel ist bei diesen „Symptomen“ davon auszugehen, dass sich ein Marder, in unseren Breitengraden ein Steinmarder, im Haus eingenistet hat. Das hundeartige Raubtier kann aber massive Probleme bereiten. Steinmarder sind nachtaktiv und gelten als sehr scheu. Sie lieben die menschlichen Behausungen, bleiben aber stets sehr vorsichtig und halten sich vom Menschen selbst fern. Nur selten gelingt es Hausbesitzern, den Steinmarder tatsächlich zu entdecken, umso wichtiger ist, dass er die Begleitumstände eines solchen Untermieters genau beobachtet und richtig deutet.

 

Wodurch zeichnet sich der Steinmarder aus?

Der Steinmarder, lateinisch Martes foina, zeichnet sich durch seine kurzen Beine und den langen und schmalen Rumpf aus. Der Schwanz ist sehr buschig und im Bereich der Kehle trägt der Steinmarder einen weißen Fleck. Das restliche Fell ist eher graubraun gehalten. Alleine der Schwanz misst 20 bis 30 Zentimeter in der Länge, die Kopf-Rumpf-Länge liegt mit 40 bis 55 Zentimeter nur unwesentlich darüber.

Bis Anfang der 1950er Jahre galt der Steinmarder, der sich besonders häufig in menschlichen Behausungen niederlässt, als nahezu ausgerottet. Grund dafür war die massive Jagd auf die Tiere aufgrund ihres begehrten weichen Fells. Inzwischen allerdings hat sich der Bestand wieder deutlich erholt und in einigen Regionen Deutschlands ist die Zahl der Steinmarder massiv angewachsen.

Marder im Dachboden

 

Das sind die wichtigsten Anzeichen für einen Marder im Dachboden

Wie bereits oben erwähnt, sind Geräusche typische Anzeichen für einen Marder, der sich eingenistet hat. Vorwiegend werden diese als Krabbelgeräusche beschrieben und treten häufig auf dem Dachboden auf. In der Regel sind die Geräusche morgens, abends und nachts zu hören, tagsüber herrscht Ruhe. Grund dafür: Marder sind keine Dauergäste, sie suchen sich einen Dachboden als Rückzugsort und schlafen und fressen dort. So kehren sie immer mal wieder für einen Tag oder eine Nacht zurück. Marder sind zwischen April und September besonders aktiv, hier sollten Hausbesitzer besondere Obacht geben, damit sie frühzeitig erkennen, ob sich ein Marder bei ihnen niedergelassen hat.

Ein weiteres typisches Anzeichen für einen Marder ist der unangenehme Geruch, der vom Kot der Tiere ausgeht. Deshalb sollte der Dachboden auch regelmäßig auf Kot hin abgesucht werden. Der Marderkot zeichnet sich durch seine längliche Form aus. Etwa acht bis zehn Zentimeter lang und ein bis zwei Zentimeter dick, sind die unappetitlichen Würstchen, die das Tier hinterlässt. Oftmals sind im Kot die für den Marder nicht verdaulichen Bestandteile der Nahrung noch zu erkennen. Beispiele dafür sind Federn und Obstkerne.

Vielfach bewahren sich Marder, die als Allesfresser gelten, aber vorwiegend Jagd auf kleine Vögel machen, einen kleinen Vorrat ihrer Nahrungsmittel auf. Wer auf dem Dachboden Knochen- und Federreste findet, kann davon ausgehen, dass er einen Marder als Untermieter hat.

Wichtig beim Verdacht auf Marder im eigenen Haus, und sei dieser auch noch so gering, ist es zudem, die Isolierung des Dachs regelmäßig zu untersuchen. Wer ein in die Isolierung gefressenes Loch frühzeitig findet, kann die Isolierung noch problemlos austauschen. Wer aber zu lange wartet, riskiert, dass sich Schimmel bildet und die Reparaturarbeiten deutlich aufwändiger werden.

 

Warum Marder vor allem im Winter ins Haus kommen

Marder dringen vor allem über die Wintermonate in menschliche Behausungen ein. Entgegen der weit verbreiteten Annahme, dass Marder Winterschlaf halten, ist das nämlich nicht der Fall. Allerdings fehlt den kleinen Allesfressern in den Wintermonaten die pflanzliche Nahrung. Das Nahrungsangebot reduziert sich also insgesamt und in menschlichen Behausungen oder in den Mülltonnen der Menschen werden die Tiere schnell fündig. Trotzdem darf der Marder in den Wintermonaten vergrämt werden. Er kann nämlich noch immer ausreichend Insekten, Vögel und Kleintiere finden, um sich zu ernähren. Er liebt es allerdings bequem, weshalb er es sich in der menschlichen Behausung gemütlich macht.

 

Marder vertreiben– so geht’s

Haben sich Hausherren davon überzeugt, dass ein Marder auf ihrem Dachboden sein Unwesen treibt, reicht es nicht, einfach eine Falle aufzustellen. Denn weder das Fangen, noch das Töten eines Marders ist Privatpersonen gestattet. Die Tiere unterliegen dem Jagdrecht, so dass nur Jagdscheininhaber diese fangen und töten dürfen. Deshalb haben Privatpersonen nur wenige Möglichkeiten, sich vom ungebetenen Hausgast dauerhaft zu verabschieden.

 

  1. Marder vergrämen
  2. Marder aussperren
  3. Kammerjäger beauftragen

 

Der erste Schritt, um einen Marder loszuwerden, besteht darin, ihn aus dem Haus zu bekommen. Verscheuchen lässt sich das scheue Raubtier am besten mit lauten Geräuschen. Oft reicht es schon aus, den Dachboden, wo sich die possierlichen Tierchen versteckt halten, regelmäßig zu betreten oder auch die dort vorhandenen Möbel oder Kisten regelmäßig umzuräumen. Wem das nicht ausreicht, der kann auch ein Radio auf dem Dachboden aufstellen und es den ganzen Tag über laufen lassen. Ist der Marder zu hören, sollten Hausbesitzer zusätzliche Geräusche verursachen. Bewährt hat sich hier der bekannte Besenstiel, mit dem man an die Decke klopft. Zu den für den Marder unangenehmen Geräuschen gehören auch alle metallenen Töne. Deshalb kann ebenfalls ein Schellenwecker aufgestellt werden. Ein Bewegungsmelder, der an eine schrille Klingel gekoppelt ist und jedes Mal ertönt, wenn der Marder das Haus betreten will, kann ihm den Aufenthalt ebenfalls unangenehm machen. Die bekannten Hausmittel, wie gemahlener Pfeffer oder Hundehaare, deren Geruch den Marder verscheuchen soll, sind allerdings meist nur eine kurzfristige Lösung. Denn Marder sind generell sehr anpassungsfähig und können sich auch an die für sie unangenehmen Gerüche gewöhnen, um anschließend mit ihnen zu leben.

Marder sollen sich auch mit Ultraschall vertreiben lassen. Der Fachhandel bietet hier entsprechende Geräte an. Sie arbeiten mit einem eigenen kleinen Stromspeicher und oder Batterien. Idealerweise sollten die Geräte in unmittelbarer Nähe des Mardernests angebracht werden. Der Vorteil liegt darin, dass der Ultraschall weder vom Menschen wahrgenommen werden, noch für andere Haustiere schädlich sein soll. Wichtig ist, dass der Lautsprecher des Ultraschallgeräts im 360 Grad Winkel abstrahlt. Mehre kleine Lautsprecher können eine Alternative sein. Entscheidend ist, dass der Ultraschall möglichst alle Schlupflöcher des Marders erreicht. Auch im Garten lässt sich solch ein Gerät aufstellen, dann muss es allerdings wasserdicht sein. Zu beachten ist außerdem, dass der Marder im Garten nützlich sein kann, weil er viele Insekten und Schädlinge frisst.

Tipp der Redaktion

Alternativ zu den Ultraschallgeräten gibt es auch Geräte mit Strom, die die Raubtiere vertreiben sollen. Bei Berührung mit der Gerätschaft erhält der Marder einen Stromschlag, so dass die Geräte ähnlich einem Weidezaun arbeiten. Eine ernsthafte Verletzungsgefahr für den Marder besteht allerdings nicht. Jedoch ist das Gerät, welches mit kleinen Metallplättchen arbeitet, vor allem für die Nutzung im Auto gedacht. Am Haus werden vor allem Marderzäune eingesetzt, die mit Hochspannung arbeiten. Sie sollen den Tierchen das Betreten des Hauses vermiesen.

 

Im zweiten Schritt geht es darum, den Marder auszusperren. Hat man ihn erst einmal aus dem Haus vertrieben, sollte man sich schleunigst auf die Suche nach den Stellen machen, über die er eindringen konnte. Schon ein Loch mit fünf Zentimetern Durchmesser reicht dem Steinmarder aus, um ein Haus zu besuchen. In Altbauten, wo die Dächer meist noch nicht isoliert sind, ist es ein Leichtes für den Marder, einzudringen. Aber auch die Dachziegel sollten überprüft werden. Eine einzige lose Dachziegel reicht als Einstiegsmöglichkeit für den ungeliebten Hausgast aus. Es gibt sogar Fälle, in denen davon berichtet wird, dass Marder in der Lage seien, Dachziegel hochzudrücken und dann ins Hausinnere einzudringen. Auch Dachrinnen, Bäume, über die Marder hochklettern können und Ähnliches sind potenzielle Einstiegshilfen für den Marder.

 

Um das Schlupfloch zu finden, raten Experten, mehrere Sandflächen vor dem Haus anzulegen und diese regelmäßig auf Spuren des Marders hin zu untersuchen. Wo sich diese finden, ist meist auch der Einstieg des Raubtiers nicht weit. Ist das Schlupfloch erst einmal gefunden, gilt es, dieses gründlich abzudichten, so dass der Marder nicht erneut eindringen kann. Aus tierschutzrechtlichen Gründen sind hier zwei Besonderheiten zu beachten:

 

  1. Marder darf nicht ausgesperrt werden, wenn er noch im Haus ist. Beim Fluchtversuch kann er massive Schäden an der Bausubstanz anrichten und würde einen qualvollen Tod sterben.
  2. Erwachsene Marder dürfen zwischen März und Juli nicht ausgesperrt werden, wenn sie Junge haben. Diese würden ohne das Elterntier qualvoll verhungern.

 

Wichtig: Das Aussperren des Marders ist essenziell, um sich vor weiteren Besuchen zu schützen. Marder haben oft mehrere Behausungen und wenn sie sich vom laufenden Radio oder dem Wecker und WC-Steinen mit ihren Düften vergrämen lassen, ziehen sie sich häufig in eine andere Behausung zurück. Stellen sie jedoch fest, dass im ursprünglichen Heim wieder Ruhe eingekehrt ist, kehren sie auch gerne zurück. Oder die Duftstoffe, die der Marder hinterlassen hat, ziehen andere Artgenossen an, die das Revier dann besetzen.

 

Helfen das Vergrämen und Aussperren des Marders nicht, bleibt nur noch der letzte Schritt, einen Kammerjäger bzw. Jäger zu beauftragen. So haben sich bereits erste Schädlingsbekämpfungsunternehmen (Kammerjäger) auf das Vertreiben und Aussperren der scheuen Raubtiere spezialisiert. Sie weisen oft langjährige Erfahrungen im Aufspüren der Schlupflöcher auf und wissen genau, wie sie diese sicher verschließen können. Fallen dürfen die Kammerjäger allerdings auch nicht aufstellen. Dies ist nur Jägern mit Fangberechtigung erlaubt. Aber auch sie dürfen die Tiere nur außerhalb der Schonzeiten töten. Vielfach haben Gemeinden und Städte einen eigenen Stadtjäger. In der Regel darf nur dieser Wildtiere auf städtischem Gebiet jagen.

 

Marder loswerden – was Hausbesitzer wissen sollten

Leiden Hausbesitzer unter einem unerwünschten Marderbesuch, so kommen viele in Versuchung, Giftköder auszulegen oder Fallen aufzustellen. Dies ist aber aus tierschutz- und jagdrechtlicher Sicht nicht erlaubt. Wer dem Marder ohne Jagdschein nachstellt, läuft sogar Gefahr, rechtswidrig zu handeln. Zudem zeigt die Erfahrung, dass Marder sehr territoriale Tiere sind. Wird der Marder lediglich gefangen und anderswo ausgesetzt, folgt der nächste Marder ganz bestimmt.

 

Tipp der Redaktion

 

Hat man den Marder vergrämt, muss er ausgesperrt werden. Nun lassen sich aber Regenrinnen, die als Kletterhilfe für den Zugang zum Dach dienen, nicht einfach abmontieren. Deshalb sollten Hausbesitzer hier auf spezielle Vorrichtungen aus dem Fachhandel setzen. Sie sollen verhindern, dass Marder an den Rohren hinaufklettern können. Auch wenn der Marder Junge hat, kann er oft vertrieben werden. Ist der bisherige Unterschlupf etwa durch die Geräuschkulisse eines Radios zu unsicher geworden, nimmt der Marder seine Jungtiere bei der Flucht oft mit. Lediglich ein Aussperren der Elterntiere, wenn die Jungen noch im Haus leben, ist verboten.

 

Viele Hausbesitzer, die unfreiwillig einem Marder Unterschlupf gewährt haben, fürchten, dass die Tiere ihnen Schaden zufügen können. Zwar sind Marder nicht gerade kleine Raubtiere und können auch kräftig zubeißen, doch geschieht das meist nur, wenn man sie in die Enge treibt und mit bloßen Händen fangen will. Auch um die eigenen Haustiere, wie Hund oder Katze, muss man sich kaum sorgen. Der Marder hat vor ihnen meist mehr Angst, als umgedreht und wird in der Regel die Flucht ergreifen, die ihm aufgrund seiner flinken und gewandten Bewegungen meist gelingt.

 

Auch vor übertragenen Krankheiten sollten sich Hausbesitzer nicht fürchten. Der Marder könnte höchstens die Tollwut übertragen, die Gefahr ist jedoch gering, da Deutschland heute als tollwutfrei gilt. Viele setzen bei der Vergrämung auf Ultraschallgeräte, die einen für den Marder störenden Ton abgeben, der aber für den Menschen nicht zu hören ist. Ebenfalls sind WC-Steine mit ihrem starken Duft beliebt. Generell gilt, dass Marder stets den Weg des geringsten Widerstands wählen, sich also auf einem mit störenden Geräuschen und Gerüchen belasteten Dachboden nicht so wohl fühlen. Allerdings gibt es auch bei diesen Tieren Ausnahmen, so dass es keine Garantie dafür gibt, dass Geräusche und Gerüche den Marder vertreiben.

 

Wo muss man am ehesten mit Mardern rechnen?

Marder lassen sich im Haus vor allem auf dem Dachboden nieder, sie fühlen sich aber auch in Garagen und Scheunen sowie Ställen mit anderen tierischen Mitbewohnern wohl. Zusätzlich leben sie gerne im und am Auto, wie sicher fast jeder schon einmal festgestellt hat, nachdem der Marder ihm ein wichtiges Kabel im Motorraum zerbissen hat. Zwar vergreifen sich Marder vor allem an Schläuchen und Kunststoffelementen und auch der ADAC gibt an, dass bisher keine Schäden durch Marder an Bremsschläuchen, Kraftstoffleitungen, Reifen oder Keilriemen bekannt sind, dennoch sind die Schäden, die Marder im Auto anrichten oft immens. So besteht zwar keine Lebensgefahr, ein durchbissener Schlauch kann aber dazu führen, dass sich der Wagen nicht mehr starten lässt oder der Motor nicht mehr ganz rund läuft. Auch ein Absterben des Motors während der Fahrt ist nicht auszuschließen. Zusätzlich können vom Marder beschädigte Kühlwasserschläuche zu einer Überhitzung und Schädigung des Motors führen.

 

Tipp der Redaktion

 

Kurzfristig wirken hier oftmals Duftstoffe, Hundehaar und Abwehrsprays. Dennoch gewöhnen sich die Marder auch im Motorraum des Wagens an diese Gerüche. Deshalb raten Experten dazu, wichtige Kabel im Motorraum vorsorglich zu ummanteln. Der Kfz-Zubehörmarkt bietet dafür bereits passende Vorrichtungen an. Im Motorraum können an den für Marder typischen Einstiegsstellen zudem kleine Metallplättchen montiert werden. Diese lassen sich, wie ein Weidezaun, unter Strom setzen. Der Marder bekommt dann beim Versuch, in das Auto einzudringen, einen Stromschlag, erschreckt sich und wird das Weite suchen.

 

Wer bereits einmal einen Marder im Motorraum hatte, sollte anschließend eine gründliche Motorwäsche durchführen. Gerade die männlichen Marder reagieren sehr stark auf die zurückgebliebenen Duftstoffe von Artgenossen und entwickeln eine massive Beißwut. Dies ist auch deshalb so wichtig, weil die Kfz-Versicherung nicht immer alle durch den Marder entstandenen Schäden übernimmt.

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