In einem Jahr in die eigenen vier Wände – so geht’s!

Das neue Jahr ist eingeläutet, und der Traum von den eigenen vier Wänden soll endlich in Erfüllung gehen? Wer sofort im Januar startet und sich für den Kauf eines bestehenden Hauses entscheidet, kann bis zum Ende des Jahres in eine rundum modernisierte Immobilie einziehen.

Der folgende 12-Monats-Plan beschreibt die wichtigsten Schritte auf dem Weg zum Eigenheim:

 

Januar: Einen Überblick über die finanzielle Ausgangsposition finden

Geld beim Notar sparen
„Kassensturz“ machen und die finanzielle Situation prüfen © jogyx – Fotolia.com

Zunächst ist es für potenzielle Hauskäufer wichtig, einen klassischen „Kassensturz“ zu machen und die finanzielle Situation auf den Prüfstand zu stellen. Welche regelmäßigen Einnahmen laufen auf dem Konto ein, welcher Betrag bleibt nach Abzug aller monatlichen Ausgaben übrig, und wie viel Eigenkapital ist darüber hinaus vorhanden? Eine ehrliche und genaue Kalkulation verhilft zu einem realistischen Blick auf das eigene Ausgabeverhalten und schärft den Blick für die Möglichkeiten beim Hauskauf. So wird der wohl größte Fehler vermieden: die eigenen finanziellen Möglichkeiten zu überschätzen.

Als Faustregel gilt: Finanzierungsexperten empfehlen in vielen Fällen einen Eigenkapitalanteil von mindestens 20 Prozent und raten von Vollfinanzierungen ab, um das Risiko klein und die Finanzierungszinsen möglichst niedrig zu halten.

 

Februar bis Mai: Die passende Immobilie finden

Wenn einmal feststeht, in welcher Größenordnung sich der künftige Hausbesitzer eine Immobilie leisten kann, geht es an die konkrete Suche nach dem Traumhaus. Dabei sollte nichts überstürzt und in Ruhe ausgewählt werden, um sich keinen teuren Fehlgriff zu leisten. Wer nicht gerne selbst in Internetportalen (zum Beispiel Massivhaus.de) und Zeitungsannoncen recherchiert, kann sich auf die Hilfe eines Maklers verlassen und eine Courtage für dessen Hilfe bezahlen. Oft hilft es außerdem, Freunden und Verwandten zu erzählen, dass man in eigene vier Wände ziehen möchte. Tipps aus dem eigenen Umfeld sind auf jeden Fall günstiger als der Besuch beim Makler.

Worauf ist beim Kauf einer Immobilie unbedingt zu achten? Eine der wichtigsten Komponenten ist der Standort des Traumhauses. Sind zum Beispiel Bildungseinrichtungen für den Nachwuchs sowie Arztpraxen in erreichbarer Nähe vorhanden? Wie ist die Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz? Diese Überlegungen sind nicht nur wichtig, um die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Es kann außerdem sein, dass das Haus zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder verkauft werden muss – zu einem möglichst attraktiven Preis. Den Standortfaktor berücksichtigt übrigens auch die Bank, die den Kauf finanziert. Im Zweifelsfall sollte also eher ein kleineres Objekt in einer sehr guten Lage gewählt werden als umgekehrt.

Wenn ein Objekt näher ins Auge gefasst wurde, sollte es zu verschiedenen Tageszeiten mehrere Male besichtigt werden. So kann der Käufer die Lichtverhältnisse im Haus, Geräuschquellen und die Nachbarschaft genauer unter die Lupe nehmen.

 

Juni: Bestehende Immobilien von einem Gutachter überprüfen lassen

Nach einigem Suchen und Abwägen ist die perfekte Immobilie gefunden? Das Urteil des möglichen Käufers sollte unbedingt von einem Fachmann überprüft werden, um versteckten Kosten aus dem Weg zu gehen. Ein Gutachter erkennt schnell mögliche Schwachpunkte einer Immobilie nach einem Rundgang durch alle Zimmer, den Keller, die Garage und den Außenbereich.

Ein Experte kann außerdem recht schnell ermitteln, wie hoch der Renovierungs- bzw. Modernisierungsbedarf des betreffenden Hauses ist. Zum Beispiel ist bei vielen älteren Immobilien (Bauzeitpunkt in den 80er Jahren und früher) eine energetische Sanierung unumgänglich. Eine solche Sanierung kann in vielen Fällen mit Hilfe eines KfW-Darlehens umgesetzt werden, wenn die Anforderungen der Kreditanstalt für Wiederaufbau erfüllt sind. Zu den häufigsten klassischen Renovierungsarbeiten zählt der Austausch von Wänden, Decken, Fußböden und Fenstern. Ein Gutachter kann außerdem – gerade bei älteren Häusern – feststellen, ob Schadstoffe in der Immobilie verbaut wurden.

 

Juli: Mit professioneller Hilfe die richtige Finanzierung zusammenstellen

Wenn das Eigenheim in spe auf Herz und Nieren geprüft wurde, wird im nächsten Schritt das passende Finanzierungskonzept für die eigenen vier Wände zusammengestellt. Viele Käufer vertrauen nach wie vor ihrer Hausbank, verbauen sich damit aber die Chance auf günstigere Angebote anderer renommierter Finanzdienstleister. Ein Vergleich verschiedener Angebote sollte deshalb unbedingt in Betracht gezogen werden.

Ein professioneller Finanzberater kann die Finanzierungsart und –dauer, die Höhe von Tilgung, Verzinsung und der letztendlichen Monatsrate perfekt auf die Bedürfnisse des Käufers abstimmen. Darüber hinaus werden Nachfragen zum vergleichsweise komplexen Thema Baufinanzierung kompetent beantwortet, und der Kauf kann mit ruhigerem Gewissen durchgeführt werden. Am Ende aller Bemühungen steht eine schriftliche Finanzierungszusage des betreffenden Finanzinstituts. Ohne diese Zusage sollte niemals ein Kaufvertrag unterschrieben werden, da nur dann die Zusage bindend gilt.

 

August: Den Kaufvertrag unterzeichnen

Bevor der Notar zusammen mit dem Käufer und dem Verkäufer den Kaufvertrag für die Immobilie verfasst, sollte der Käufer noch einige weitere Gegebenheiten klären. Es sollte beispielsweise im Grundbuch überprüft werden, ob der Verkäufer der Immobilie auch wirklich der Eigentümer ist. Von Interesse ist außerdem, ob Vorkaufsrechte bestehen und wie sie möglicherweise umgangen werden können. Die Bau- und Nutzungsbeschränkungen der Immobilie sollten geprüft werden, um herauszufinden, ob das Gebäude beispielsweise unter Denkmalschutz steht. Wer ganz sicher gehen möchte, ob er einen angemessenen Kaufpreis für sein Objekt bezahlt, kann sich vor der Vertragsunterzeichnung bei der zuständigen Gemeinde über den Wert vergleichbarer Objekte informieren.

Der fertige Vertrag kann bis zu zwei Wochen lang von beiden Parteien überprüft werden und wird anschließend im Büro des Notars unterzeichnet.

 

September bis November: Die notwendigen Renovierungen bzw. Modernisierungen durchführen

Nachdem die Bezahlung des Kaufpreises in die Wege geleitet und die erste Rate an das Finanzierungsinstitut überwiesen wurde, kann die Aufmerksamkeit zurück zur Immobilie wandern. Jetzt beginnen die notwendigen Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten. Wer über Eigenleistungen nachdenkt, sollte sich klarmachen, welche Arbeiten besser vom Fachmann ausgeführt werden sollten und welcher Teil der Renovierung selbst zu stemmen ist. Diese Überlegung sollte bereits vor dem Abschluss der Finanzierung stattfinden, da Banken in der Regel bis zu 15 Prozent der Baukosten als Eigenleistung akzeptieren. Spezialisten sehen – je nach handwerklicher Vorbildung des Käufers und seiner Helfer – einen Anteil von fünf bis zehn Prozent bei den Eigenleistungen als realistisch an. Gleichzeitig kann der Käufer das laufende Mietverhältnis kündigen und den Umzug organisieren.

Dezember: Es ist soweit – jetzt steht der Einzug an!

Das Jahr und der 12-Monats-Plan neigen sich dem Ende zu. Wenn alle genannten Anforderungen erfüllt wurden und keine bösen Überraschungen den Ablauf verzögert haben, folgt im Dezember der Einzug, und dem ersten Weihnachtsfest in den eigenen vier Wänden steht nichts mehr im Wege.

 

Über die Autorin:

Caroline
Caroline Scherr

Caroline Scherr lebt in Berlin und schreibt als Redakteurin für die Portale Dr. Klein und Vergleich.de,

die vor allem für ihre Produktwelten Tagesgeld und Baufinanzierung bekannt sind.

Unter anderem betreut sie den Vergleich.de und den Dr. Klein Blog.

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