Grunderwerbsteuer Thüringen 2017

Grunderwerbsteuer Thüringen – Thüringen liegt im Durschnitt

Zu den Baunebenkosten zählen viele verschiedene Kostenarten. Eine der bekanntesten ist die Grunderwerbsteuer, die bei jedem Immobilienkauf anfällt, der in Deutschland stattfindet. Die Grunderwerbsteuer berechnet sich prozentual vom Kaufpreis. Dabei galt ab 1998 eine bundesweit einheitliche Grunderwerbsteuer von 3,5 Prozent. Ab 2007 ergaben sich Veränderungen, die Länder konnten ihren Steuersatz selbst festlegen und die Hauptstadt Berlin machte noch im gleichen Jahr den Anfang und erhöhte die Grunderwerbsteuer.




In Thüringen wurde ebenfalls eine Anpassung vorgenommen, so dass seit dem 07.04.2011 – 5% Prozent Grunderwerbsteuer für Immobilien vom Wartburg- und Unstrut-Hainich-Kreis bis nach Jena, Weimar und Co. anfallen.

Infografik_Grunderwerbsteuer_Thueringen_FINAL

Wie viel kostet die Grunderwerbsteuer real?

Allerdings sagt ein reiner Prozentwert nichts darüber aus, wie hoch die Grunderwerbsteuer tatsächlich ist. Hierbei sind noch einige Besonderheiten zu beachten: Grundlage ist stets der Kaufpreis, Ausnahmen gelten, wird ein unbebautes Grundstück vom Bauträger gekauft (zu den Bauträgern in Thüringen), der später auf selbigem ein Massivhaus errichten soll. Hier wird auch der Preis für das Haus mit herangezogen.

Beispiel – Grundstück im Wartburgkreis, in Bad Salzungen:

Grundstücksgröße856 m²
Grundstückskosten / m²35,00 €
Gesamtkosten Grundstück29.960,00 €
Kosten Massivhaus119.900,00 €
Gesamtkosten Grundstück + Haus149.860,00 €

Beispiel – Grundstück mit Einfamilienhaus (110 m² Wohnfläche) auf 530 m² Grundstück

Gesamtkosten132.990,00 €

Gegenüberstellung der Grunderwerbsteuer

Unbebautes Grundstück von Privat29.960,00 € * 5,0 % = 1.498,00 €
Unbebautes Grundstück vom Bauträger149.860,00 € * 5,0 % = 7.493,00 €
Grundstück mit Haus132.990,00 € * 5,0 % = 6.649,50 €

Daran zeigt sich, dass es beim Neubau immer am günstigsten ist, ein Grundstück von privat zu kaufen, da der Fiskus hier noch am wenigsten verdient.

 

Kann die Grunderwerbsteuer umgangen werden?

Vielen angehenden Bauherren stellt sich die Frage, ob die Grunderwerbsteuer auch zu umgehen ist. Wie in Deutschland üblich, gibt es zu jeder Regel eine Reihe von Ausnahmen und so ist es auch bei der Grunderwerbsteuer. Diese fällt nicht an, wenn folgende Voraussetzungen vorliegen:

 

  1. Liegt der Kaufpreis bei maximal 2.500 Euro, entfällt die Grunderwerbsteuer. Aber Vorsicht: Es handelt sich um eine Freigrenze, keinen Freibetrag. Werden nur 2.501 Euro berechnet, so muss auf den gesamten Betrag die Grunderwerbsteuer gezahlt werden.
  2. Kauft man die Immobilie von Verwandten 1. Grades (Eltern, Kinder, Großeltern usw.), dann entfällt die Grunderwerbsteuer unabhängig vom Kaufpreis.
  3. Kauft man die Immobilie vom Lebens- oder Ehepartner, so entfällt die Grunderwerbsteuer ebenfalls. Dies gilt sogar nach einer Auflösung der Lebenspartnerschaft bzw. nach einer Scheidung, sofern der Kauf im Rahmen der Vermögensauseinandersetzung erfolgt.

 

Wann entsteht die Fälligkeit der Grunderwerbsteuer?

Sofern sich Käufer und Verkäufer einer Immobilie auf einen Kaufpreis geeinigt und dies vor dem Notar mittels Kaufvertrag schriftlich vereinbart haben, kann der Fiskus einschreiten. Innerhalb kurzer Zeit ergeht ein Steuerbescheid über die zu zahlende Grunderwerbsteuer. Diese ist binnen vier Wochen nach Zugang des Bescheids zu entrichten, selbst dann, wenn der Kaufpreis noch nicht geflossen ist. Zwar haben die Finanzämter einen Ermessensspielraum, was die Frist anbelangt, doch nutzen sie diesen in der Praxis kaum.

 

Ebenfalls ist es nicht möglich, die Zahlung der Grunderwerbsteuer stunden zu lassen, da es sich um eine Verkehrssteuer handelt.

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