Grunderwerbsteuer Hessen 2017

Die Baunebenkosten werden bei der Finanzplanung für den Hausbau oft außer Acht gelassen. Dabei machen sie einen nicht unerheblichen Anteil an den Gesamtkosten aus. Insgesamt sind es gut 20 bis 30 Prozent, die dafür aufzubringen sind (zur großen Massivhaus.de Baunebenkosten Checkliste). Zu den bekannteren Baunebenkosten zählt übrigens die Grunderwerbsteuer, die für jeden Verkauf von Immobilien zu entrichten ist. Es gibt nur wenige Ausnahmen, in denen die Grunderwerbsteuer nicht gezahlt werden muss.



Ausnahmen von der Grunderwerbsteuer

Diese sehen vor allem den Kauf sehr preisgünstiger Immobilien vor. Alle Kaufpreise, die einen Wert von 2.500 Euro nicht übersteigen, werden von der Belegung mit der Grunderwerbsteuer ausgenommen. Allerdings handelt es sich hierbei um eine Freigrenze, keinen Freibetrag. Und obwohl die beiden Begriffe sehr ähnlich klingen, bedeuten sie doch etwas völlig anderes. Bei einem Freibetrag sind alle über diesen hinausgehenden Beträge zu versteuern. Eine Freigrenze besagt hingegen, dass Beträge, die darüber hinausgehen, in vollem Umfang versteuert werden müssen. Sobald das Grundstück also 2.501 Euro kostet, ist dementsprechend die Grunderwerbsteuer auf den gesamten Betrag zu zahlen.

 

Weitere Ausnahmen gelten, wenn die Immobilien von nahen Verwandten erworben werden.

Hier unterscheidet man drei Fälle:

  1. Kauf von Verwandten ersten Grades (Eltern, Großeltern, Kinder)
  2. Kauf vom Ehe- oder Lebenspartner
  3. Kauf vom Ehe- oder Lebenspartner, allerdings nach der Scheidung oder Auflösung der Lebenspartnerschaft, im Rahmen der Vermögensauseinandersetzung

Infografik_Grunderwerbsteuer_Hessen_FINAL

 

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Hessen?

Die Grunderwerbsteuer wird prozentual vom Kaufpreis errechnet. Sie galt seit 1998 einheitlich in ganz Deutschland und betrug 3,5 Prozent. Ab 2007 gab es erste Erhöhungen der Grunderwerbsteuer und seither können die Länder selbst festlegen, welche Steuersätze sie erheben. In Hessen fand eine Erhöhung erst zum 01.08.2014 statt. Dort beträgt die Grunderwerbsteuer 6 Prozent vom Kaufpreis.

Der Kaufpreis bezieht sich dabei nicht nur auf das Grundstück, sondern auch auf alle darauf befindlichen Gebäude. Zusätzlich gibt es eine Sonderregelung für unbebaute Grundstücke, die von dem Bauunternehmen erworben werden, das anschließend zum Beispiel ein Massivhaus darauf errichten soll. (Massivhaus Firmen aus Hessen finden Sie hier in einer Übersicht.) In diesem Fall ist der Kaufpreis des Hauses ebenfalls mit zu berücksichtigen.

Beispiel – Grundstück im Lahn-Dill-Kreis, in Eschenburg:

Kosten / qm=35,00 €
Größe=575 qm
Gesamtkosten 575 qm * 35,00 €=20.125,00 €
Grunderwerbsteuer 20.125,00 € * 6,0 %=1.207,5 €

Das gleiche Grundstück wird vom Bauträger erworben:

Kosten Massivhaus=119.900,00 €
Kosten Grundstück=20.125,00 €
Gesamtkosten 119.900,00 € + 20.125,00 €=140.025,00 €
Grunderwerbsteuer 140.025,00 € * 6,0 % =8401,5 €
Differenz 8 401,5 € - 1.006,25 €=7395,00 €

Es lassen sich durch den Kauf des Grundstücks von Privat also schon fast 7.000 Euro einsparen, und das bei einem vergleichsweise günstigen Baugrundstück.

 

Wann muss die Grunderwerbsteuer gezahlt werden?

Sobald sich Käufer und Verkäufer auf einen Kaufbetrag geeinigt und einen rechtskräftigen Vertrag beim Notar unterzeichnet haben, wird auch der Fiskus informiert. Dieser verschickt nun den Steuerbescheid, unabhängig davon, ob der Kaufpreis bereits geflossen ist oder nicht. Ab Zugang des Steuerbescheids bleibt ein Monat Zeit, um die Steuerschuld zu tilgen. Längere Fristen sind zwar im Ermessen des Finanzamts möglich, finden in der Praxis aber keine Anwendung.

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