Grunderwerbsteuer Brandenburg 2017

Grunderwerbsteuer Brandenburg 2016

Wer sich mit dem Thema Hausbau und Grundstückskauf beschäftigt, der wird unweigerlich auch auf die anfallenden Baunebenkosten (Baunebenkosten?) stoßen und zu diesen zählt die Grunderwerbsteuer als eine der bekanntesten. Sie war ab 1998 einheitlich in ganz Deutschland mit 3,5 Prozent festgesetzt. In den letzten Jahren konnten die Länder jedoch die Grunderwerbsteuer selbst festlegen. In Brandenburg fand die Anpassung am 01.01.2011 statt und seither beträgt die Grunderwerbsteuer hier 5,0 %.




Sie berechnet sich nach dem Kaufpreis des Grundstücks, sofern es unbebaut ist. Bei bebauten Grundstücken wird der gesamte Kaufpreis als Grundlage hergenommen. Eine Besonderheit gilt, wenn ein Grundstück vom Bauunternehmen (Wie finden Sie eine seriöse Baufirma?) gekauft wird, das später auch das Massivhaus darauf errichten soll. In diesem Fall werden nämlich genauso die Kosten des noch zu bauenden Hauses mit eingerechnet.

 

Am Beispiel eines Grundstücks im Dahme-Spreewald-Kreis erläutert bedeutet dies:

Grundstückskosten / m²65,00 € / m²
Grundstücksgröße880 m²
Gesamtkosten Grundstück 880 m² * 65,00 € 57.200,00 €
Grunderwerbsteuer 57.200,00 € * 5,0 %2.860,00 €

 

Bleiben wir bei diesem Grundstück und nehmen an, es wird vom Bauunternehmer gekauft,der ein Einfamilienhaus für 132.900,00 € darauf errichten soll, ergibt sich folgende Rechnung:

Grundstückskosten57.200,00 €
Kosten Hausbau132.900,00 €
Gesamtkosten 57.200,00 € + 132.900,00 €190.100,00 €
Grunderwerbsteuer 190.100,00 € * 5,0 %9.505,00 €

 

Die Grunderwerbsteuer steigt folglich deutlich an, wenn das Grundstück direkt vom Bauträger erworben wird. Deshalb sollte diese Variante nach Möglichkeit nicht genutzt werden.

 

Grunderwerbsteuer Brandenburg – Wann ist Sie zu zahlen?

Im Zusammenhang mit der Grunderwerbsteuer ist es für angehende Bauherren natürlich ebenso von Bedeutung, wann diese fällig wird. Grundsätzlich sieht der Fiskus den Zeitpunkt eines rechtskräftig abgeschlossenen Vertrages als Grundlage für den Steuerbescheid an. Deshalb wird dieser sofort nach Vertragsschluss ausgestellt und die Zahlung der Grunderwerbsteuer muss regelmäßig binnen 30 Tagen nach Zugang des Steuerbescheids erfolgen.

Als Vertragsschluss gilt jeder Vertrag, bei dem man sich auf einen Kaufpreis geeinigt hat und der von beiden Vertragsparteien (Käufer und Verkäufer) vor einem Notar unterzeichnet wurde. Irrelevant für die Steuerberechnung ist hingegen, ob der Kaufpreis bereits geflossen ist. Für alle Bauherren, die knapp bei Kasse sind, sei noch zu erwähnen, dass eine Stundung der Grunderwerbsteuer beim Fiskus nicht möglich ist. Grund dafür ist der, dass es sich hierbei um eine Verkehrssteuer handelt, die grundsätzlich nicht stundungsfähig ist. Allerdings haben die Finanzbehörden einen gewissen Ermessensspielraum, so dass sie auch längere Zahlungsfristen festsetzen können. Dieser Spielraum wird in der Praxis jedoch kaum genutzt.

Infografik_Grunderwerbsteuer_Brandenburg_2016
Die Grunderwerbsteuer in Brandenburg grafisch veranschaulicht – Quelle: www.estador.de

Senkung der Grunderwerbsteuer

In vielen Fällen kommt es nach Abschluss des Kaufvertrages sowie Zahlung des Kaufpreises zur Feststellung von Mängeln. Diese berechtigen den Käufer dazu, den Kaufpreis zu mindern. Sofern sich Käufer und Verkäufer rechtskräftig, also vor dem Notar, auf eine Kaufpreisminderung einigen, ist auch der Fiskus darüber in Kenntnis zu setzen.

In diesem Fall muss nämlich auch die festgesetzte Grunderwerbsteuer gesenkt werden. Dadurch sind bereits entrichtete Beträge, die zu hoch ausgefallen sind, zurück zu erstatten. Allerdings ist eine Rückerstattung der bereits gezahlten Steuer nur binnen einer Zwei-Jahres-Frist durchsetzbar. Deshalb ist hier Eile geboten.

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