Das Satteldach: Der Klassiker unter den Dachformen

Wenn man sich in Deutschland umsieht, fällt eines auf: Fast alle Reihen-, Einfamilien- und Doppelhäuser sind mit einem Satteldach ausgestattet. Zwar finden sich hin und wieder auch Flach- und Zeltdächer, Walm- und Mansarddächer oder ein Tonnendach, doch das Satteldach ist am weitesten verbreitet. Das liegt in erster Linie daran, dass das Satteldach sich schon seit Jahrhunderten als sinnvolle Dachform bewährt hat. Aber auch der Kostenfaktor ist entscheidend.



Wie sieht ein Satteldach aus?

Satteldach mit Giebel
Ein Massivhaus mit Satteldach von Bau GmbH Roth. Hier geht´s zum Haus

Das klassische Satteldach besteht aus zwei Dachflächen, die geneigt sind und sich an ihrem höchsten Punkt, dem Dachfirst, treffen. In der Regel liegt das Satteldach auf den Geschossen des Hauses in Dreiecksform auf, je nach Neigung kann dies mehr oder weniger gleichmäßig ausfallen. Es schließt wahlweise parallel mit den Giebeln ab oder ragt über diese hinaus.

In der Regel werden Satteldächer als Pfetten- und Sparrendächer konstruiert. Lange Zeit hielt man Satteldächer für altbacken und bieder. Doch auch hier hat man sich so einiges einfallen lassen.

 

Satteldachgaube – Attraktive Besonderheit

Die Satteldachgaube, auch bekannt als Giebelgaube, ist ein Beispiel dafür. Die Form der Satteldachgaube ist dem Satteldach selbst nachempfunden, so dass sich auch hier zwei Dachflächen gegeneinander neigen. Zudem sind Satteldachgauben vergleichsweise günstig zu realisieren. Sie können wahlweise

• beim Neubau oder
• bei der Sanierung des Dachs integriert werden.

Satteldach mit Giebel
© Kara – Fotolia.com

In letzterem Fall muss das eigentliche Satteldach aber eine Neigung von wenigstens 30 Grad aufweisen, damit die Giebelgauben ausgeführt werden können. Zu berücksichtigen ist zudem, dass die Satteldachgauben eine Baugenehmigung erforderlich machen, was bei einer Sanierung des Dachgeschosses bzw. des Dachs zusätzliche Kosten mit sich bringt. Deshalb entscheiden sich viele Bauherren doch lieber für ein Dachflächenfenster.

Mit einer solchen Giebelgaube lässt sich der Wohnkomfort im Dachgeschoss erhöhen. Es entsteht mehr Raum nach oben und es kann auch mehr Licht in das Dachgeschoss eindringen. So entstehen gemütliche Ecken zum Lesen oder Relaxen.

Wird eine Satteldachgaube gewünscht, sollten Bauherren zudem einige Punkte beachten. Die Gauben bestehen aus dem Satteldach samt Dachfirst und vergleichsweise kleinen Gebäudewangen, die gerade zum Hauptdach verlaufen. Hier gilt:

1. Seitenteile der Giebelgauben werden häufig mit kleinteiliger Deckung (Holz, Metall, Titanzink) verkleidet.
2. Vollverglaste Satteldachgauben sind denkbar und bringen noch mehr Licht ins Dachgeschoss.
3. Dachneigung und Eindeckung der Satteldachgaube sollten sich an Neigung und Eindeckung des Hauptdachs orientieren, damit ein harmonisches Gesamtbild entsteht.

 

Video: Konstruktion eines Satteldachs in verschiedenen Variationen

 

Satteldächer bieten viele Vorteile, aber kaum Nachteile

Das Satteldach ist nicht umsonst trotz der vielen Jahre, die es verwendet wird, noch immer so beliebt.

Es birgt zahlreiche Vorteile in sich, die Bauherren nach wie vor zu schätzen wissen:

• Das Konstruktionsprinzip ist sehr einfach, wodurch zahlreiche Variationen möglich sind (z. B. bei Traufhöhe und Dachneigung).
• Satteldächer sind sehr witterungsbeständig, insbesondere im Vergleich zu Flachdächern, die mitunter Probleme mit der Dichtigkeit aufweisen.
• Das Satteldach muss wesentlich seltener, als etwa das Flachdach gewartet werden.
• Die Dacheindeckung bei Satteldächern kann auf Wunsch sehr umweltfreundlich gestaltet werden, etwa mit Naturmaterialien.
• Aufgrund der einfachen Konstruktion sind Satteldächer leicht auszuführen, wodurch beim Bau des Massivhauses bares Geld gespart werden kann.
• Räumlichkeiten unter dem Satteldach können nahezu ohne Einschränkungen genutzt werden. Allerdings sollte eine flache Dachneigung (ca. 25 Grad) gewählt werden, wenn hohe Möbel gewünscht sind. Zu steile Dachneigungen sorgen dafür, dass der Raum nur stark eingeschränkt genutzt werden kann.

Bei den Nachteilen ist man wesentlich schneller fertig. Die verhältnismäßig geringen Lichteinfälle durch Dachflächenfenster werden hierbei oft genannt. Doch kann man diese dank der Giebelgauben umgehen. Dass es bei steilen Satteldächern zum Verlust von Wohnraum kommen kann, wird ebenfalls gerne als Nachteil bezeichnet. Doch kann man diesen Nachteil mit eine flach ausgeführten Satteldach problemlos vermeiden.

 

Arten von Satteldächern

Obwohl das Satteldach in Deutschland die beliebteste Dachform schlechthin ist, gleicht doch kaum ein Satteldach dem anderen. Die zahllosen Unterschiede durch die Dachneigung oder –eindeckung sorgen für eine große Vielzahl von Satteldächern. Die wichtigen Varianten wollen wir im Folgenden kurz vorstellen:

1. Satteldach mit einer Neigung von 38 bis 45 Grad: Diese Dachform ist weit verbreitet, da sie ausreichend Platz für den Dachgeschossausbau zulässt.
2. Satteldach mit einer Neigung von maximal 30 Grad: Hier spricht man vom flachen Satteldach.
3. Satteldach mit einer Neigung von 45 Grad: Oft wird dieses Dach als Winkeldach bezeichnet.
4. Satteldach mit einer Neigung von ca. 62 Grad: Dieses Dach ist auch als altdeutsches Dach oder gotisches Dach bekannt.

Darüber hinaus unterscheidet man unterschiedliche Satteldächer je nach Region. Hierbei soll die Dachneigung für einen verbesserten Witterungsschutz sorgen. Satteldächer mit sehr steilen Neigungsgraden sind beispielsweise in Gegenden beliebt, in denen es häufig stürmt und regnet. Vorteil bei der steilen Dachneigung ist, dass die Dachfläche schneller abtrocknet. Dementsprechend kann die Feuchtigkeit dem Dach nichts anhaben.

In schneereichen Gebieten dagegen wird das Satteldach mit geringer Neigung ausgeführt. Diese hat zum Ziel, dass Schneemassen, die sich im Winter auf dem Dach ablagern, nicht unkontrolliert herunter rutschen und Passanten verletzen können. Aber auch steilere Neigungen sind denkbar, dann sollte jedoch ein Schneefanggitter auf dem Dach angebracht werden.

 

Lohnt sich ein Satteldach? Ein Fazit

Nun fragen sich wahrscheinlich viele angehende Bauherren, ob sich ein Satteldach für sie lohnt oder sie sich besser für ein Walmdach oder Tonnendach entscheiden bzw. das moderne Flachdach wählen. Eine pauschale Antwort auf diese Frage kann natürlich niemand geben. Eine Entscheidungshilfe bietet aber häufig der Blick in den Bebauungsplan. Schließlich wird dort nicht selten festgelegt, welche Dachformen realisierbar sind.

Wer sich zwischen Sattel- und Walmdach entscheiden will, sollte zudem bedenken, dass beim Walmdach Dachschrägen an allen vier Seiten des Dachstuhls auftreten. Das kann zu erheblichen Einschränkungen des Wohnraums im Dachgeschoss führen, die zu berücksichtigen sind. Die vielen Schrägen sorgen zudem dafür, dass kaum Möbel gefunden werden, die hier aufgestellt werden können.

Zu guter Letzt stellt sich natürlich auch die Frage nach den Kosten. Fakt ist nun einmal, dass das Satteldach durch eine einfache Konstruktion besticht, die vergleichsweise leicht zu realisieren ist. Dadurch sinken die Kosten für den Bau natürlich erheblich im Gegensatz zu anderen Dachformen.

Zu berücksichtigen ist ebenfalls die Witterungsbeständigkeit beim Satteldach. Diese ist insbesondere im Vergleich zum Flachdach hervorzuheben. Gerade in den 1960er und 1970er Jahren waren Flachbauten sehr beliebt, machten aber schnell Ärger, weil sie undicht wurden.

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