Asbestentsorgung – Mit diesen Kosten müssen Sie rechnen

Asbest gehört zu den gefährlichsten Baustoffen, die jemals eingesetzt wurden. Früher galten die mineralischen Silikatfasern als ideales Baumaterial. Mittlerweile weiß man jedoch, dass der Staub gesundheitsgefährdend ist, sogar Krebs verursachen kann. Noch bis in die 1980er Jahre nutzte man Asbestplatten, um Hausdächer damit zu belegen. Die Vorteile von Asbest lagen auf der Hand: Das Material ist nicht brennbar und gilt als äußerst robust. Wer aber bei einem Hauskauf davon erfährt, dass in diesem noch Asbest verbaut ist, sollte dieses so schnell wie möglich entfernen lassen.

Denn Asbest gilt nach wie vor als besonders zellschädigendes Material, weshalb die Entsorgung und der Ausbau keinesfalls eine Aufgabe für den Laien sind. In der Regel lösen sich kleine Staubpartikel beim Entfernen von Asbestplatten, können aber auch bei fest montierten Platten in die Atemluft gelangen. Werden sie eingeatmet, können sie sich in der Lunge festsetzen und dort massive Schäden anrichten. Die eigentlichen Schäden werden jedoch oft erst Jahre, wenn nicht Jahrzehnte später deutlich: So kann eine Asbestose ausbrechen oder es hat sich sogar Lungenkrebs entwickelt.

 

Vorteile der Asbestentsorgung

Wer herausfindet, dass im eigenen Haus noch asbesthaltige Materialien verbaut sind, sollte diese schnellstmöglich entfernen. Er erzielt damit gleich zwei Vorteile:

 

  1. Vermeidung von Gesundheitsschäden
  2. Wertsteigerung der Immobilie

 

Durch die Entfernung des zellschädigenden Materials kann die Gesundheit erhalten werden, zusätzlich sind Immobilien, die mit Asbest belastet sind, am Markt quasi nichts mehr wert. Werden sie von den gefährlichen Asbestplatten befreit, steigt ihre Attraktivität für potenzielle Käufer wieder und damit auch der erzielbare Verkaufspreis.

 

Wie wird Asbest entsorgt?

Generell sollten Eigenheimbesitzer für die Asbestentsorgung ein professionelles Unternehmen beauftragen. Diese Unternehmen verfügen über eine Zertifizierung zur Asbestentsorgung. Diese sollte man sich vor der Auftragserteilung auch zeigen lassen, schließlich muss man mit empfindlichen Strafen rechnen, wird der Asbest nicht fachgerecht entsorgt.

Während der Entsorgung sollten alle Arbeiter nur mit entsprechender Schutzausrüstung (Schutzanzug, Atemmaske, ärmeldichte Handschuhe) auftreten. Die Asbestplatten sollten nach Möglichkeit im Ganzen demontiert werden. Anschließend können sie in spezielle Platten-Bags oder Big-Bags gefüllt werden. Die Kosten für die Platten-Bags belaufen sich auf 10 bis 15 Euro pro Stück und dienen der Aufnahme unzerstörter Asbestplatten. Generell sollte auf ein Zerbrechen, Zerschneiden oder anderes Zerkleinern der Asbestplatten verzichtet werden, wie man es auch schon von Eternitplatten her kennt. Durch dieses Zerkleinern kann sich Feinstaub entwickeln und in die Atemluft gelangen.

Arbeiter bei der Asbestentsorgung von krebserregenden Eternitplatten.
Arbeiter bei der Asbestentsorgung von krebserregenden Eternitplatten.

Für die Entsorgung beim Wertstoffhof etwa müssen Hausbesitzer mit Kosten von mindestens 100 Euro pro Tonne rechnen. Je nach Gemeinde können diese Kosten aber deutlich schwanken, reichen teils auch bis zu 300 Euro und mehr.

 

Wie erkenne ich ein gutes Entsorgungsunternehmen für Asbest?

Um das passende Unternehmen für die Asbestentsorgung zu finden, ist es wichtig, sich zunächst die Zertifizierung für die korrekte Entsorgung vorlegen zu lassen. Auch ein Kostenvoranschlag kann sinnvoll sein. In diesem sollten wenigstens folgende Punkte zu finden sein, damit es sich um ein seriöses Unternehmen handelt:

 

  1. Anfahrtskosten
  2. Gerüstmiete (falls Gerüst nötig)
  3. Quadratmeterpreis oder Anzahl der voraussichtlichen Arbeitsstunden
  4. Verpackungskosten
  5. Entsorgungskosten
  6. Not-Dachabdeckung (falls sich Asbest im Dachbereich befindet)

 

Welche Kosten fallen für die Asbestentsorgung an?

Die Kosten können auch hier stark variieren. Für den reinen Ausbau des verbauten, asbesthaltigen Materials aus dem Haus sollten 30 bis 35 Euro pro Quadratmeter eingerechnet werden. Wird ein Gerüst nötig, liegt die Miete im Schnitt bei sieben Euro pro Quadratmeter. Die Anfahrtskosten richten sich nach der Entfernung des Firmensitzes der beauftragten Firma zu dem Objekt, an dem die asbesthaltigen Bauteile ausgebaut werden sollen. Hinzu addiert werden müssen neue Baumaterialien, um die alten zu ersetzen, sowie deren fachgerechter Einbau.

Auch sollten Bauherren bedenken, dass sie während der Sanierung des Hauses dieses nicht bewohnen können. Zu groß wäre die Gesundheitsgefahr. Zusätzliche Unterkunftskosten müssen demnach mit eingerechnet werden. In einigen Fällen ist es aber möglich, einen Teil des Hauses zu isolieren, so dass man während der Sanierung in diesem leben kann. Das muss im Einzelfall und nach Rücksprache mit dem beauftragten Entsorgungsunternehmen entschieden werden.

Beispiel

An einem Beispiel lässt sich das Ganze am besten erklären. Wir gehen hierfür von einem Einfamilienhaus aus den 1960er Jahren aus. Die Dachabdeckung besteht aus asbesthaltigem Material. Die Faserplatten sollen nun ausgebaut und fachgerecht entsorgt werden. Dafür könnten beispielhaft folgende Kosten anfallen:

Anfahrtskosten50 Euro
Gerüstmiete für 120 qm Gerüst á 7 Euro/qm840 Euro
Ausbau von Asbestplatten auf 120 qm Dachfläche á 33 Euro/qm3.960 Euro
Entsorgung des Sondermülls á 150 Euro/Tonne bei 10 Tonnen Sondermüll1.500 Euro
Abdeckung des Dachs mit Folie300 Euro
Gesamtkosten6.650 Euro

In diesen Kosten sind aber die Kosten für die Übernachtung sowie die neuen Baumaterialien noch nicht enthalten. Außerdem variieren die Kosten je nach Region und Anbieter sehr stark. Der hier genannte Betrag kann also nur als grobe Richtlinie dienen. Das Einholen verschiedener Angebote ist daher zwingend erforderlich.

 

Finanzierung der Asbestentsorgung

In der Regel handelt es sich bei der Asbestentsorgung in Bestandsgebäuden um eine außergewöhnliche Belastung. Diese ist nicht abwendbar und nicht aufschiebbar. Außergewöhnliche Belastungen lassen sich jedoch regelmäßig von der Steuer absetzen, so dass zumindest ein Teil der Kosten wieder hereingeholt werden kann.

Außerdem lohnt es sich, zu prüfen, wo im Haus asbesthaltige Materialien verbaut sind. Finden sich diese beispielsweise im Dachbereich und muss das Dach dementsprechend ohnehin neu aufgebaut werden, kann man diese Arbeiten auch gleich mit einer Erneuerung der Wärmedämmung kombinieren. Da das Dach nur einmal eröffnet werden muss, lässt sich bares Geld sparen. Zusätzlich sind die Handwerker, der mit ihnen verbundene Lärm und Dreck nur einmal im Haus zu dulden. Sobald die asbesthaltigen Baustoffe entfernt wurden, ergibt sich ein gesünderes Raumklima. Wurde gleichzeitig die Wärmedämmung erneuert, sinken die Wärmeverluste über die Außenhülle des Gebäudes und so lässt sich langfristig Heizenergie einsparen. Dadurch können sich die Kosten für diese Maßnahmen am Haus relativ zügig wieder amortisieren.

Ebenfalls sollten Bauherren Obacht geben, wenn zwar keine Asbestplatten, wohl aber Eternitplatten verbaut wurden. Noch bis Anfang der 1990er Jahre kamen sie zum Einsatz und bestanden aus Zement und Asbest. Auch diese Platten sollten möglichst schnell aus dem eigenen Heim entfernt werden, um langfristige Gesundheitsschäden auszuschließen. Sie müssen ebenfalls als Sondermüll entsorgt werden.

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